Die 7 schwersten Sprachen für Deutschsprechende

Du willst eine neue Sprache lernen und suchst nach einer Herausforderung? Hier kommen die 7 schwersten Sprachen für Deutschsprechende.
Artikel Von Sarah Waldmann
02/07/2020
Die 7 schwersten Sprachen für Deutschsprechende

Du hast dich entschlossen, an deinen Soft Skills zu arbeiten und eine neue Sprache zu lernen? Vor Kurzem haben wir dir die neun einfachsten Sprachen für Deutschsprechende vorgestellt, aber vielleicht willst du es dir ja gar nicht allzu leicht machen und suchst nach einer echten Herausforderung? Kein Problem: Hier kommen die sieben Sprachen, die für Menschen mit der Muttersprache Deutsch am schwersten zu lernen sind.

1. Mandarin-Chinesisch

Die wohl am schwersten zu lernende Sprache ist gleichzeitig auch die Sprache mit den meisten Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern: 918 Millionen Menschen sprechen Mandarin als Erstsprache.

Dass diese Sprache für Deutschsprechende so schwer zu lernen ist, hat mehrere Gründe. Zunächst einmal wäre da das Schriftsystem mit seinen tausenden komplizierten Schriftzeichen, die so gar nichts mit unserem lateinischen Alphabet zu tun haben. Wer angesichts dieser Gedächtnisleistung noch nicht aufgegeben hat, den erwartet eine weitere böse Überraschung: Sowohl Mandarin als auch Kantonesisch (ein weiterer chinesischer Dialekt) sind Tonsprachen mit vier verschiedenen Tönen. So hat ein Wort je nach Ton eine völlig andere Bedeutung. Als kleines Beispiel: Die einfache Silbe ma kann je nach Ton „Mutter“, „Hanf“, „Pferd“ oder „schimpfen“ bedeuten. Dieses Konzept von Ton ist dem Deutschen völlig fremd, was Chinesisch für uns zu einer der am schwersten zu lernenden Sprachen macht.

2. Japanisch

Die gute Nachricht zuerst: Japanisch ist keine Tonsprache und somit für Deutsche um einiges einfacher auszusprechen als Chinesisch. Wenn es aber um das Schreiben geht, dann solltest du dich warm anziehen, denn das Japanische hat nicht ein, sondern gleich drei Schreibsysteme: Hiragana, Katakana und Kanji. Während es sich bei den ersten beiden um Silbenalphabete mit einer überschaubaren Anzahl an „Silbenbuchstaben“ handelt, basieren Kanji auf den chinesischen Schriftzeichen und sind damit ähnlich komplex und zahlreich (zum Vergleich: Um eine Zeitung lesen zu können, solltest du um die 3000 Kanji beherrschen). Die japanische Grammatik hat mit der deutschen so gut wie nichts gemeinsam, denn Japanisch gehört zu den agglutinierenden Sprachen (an den Wortstamm werden zahlreiche Endungen angehängt). Hast du Schreibweise und Grammatik gemeistert, dann musst du dich auch noch mit den richtigen Höflichkeitsformeln und der korrekten Anrede von männlichen und weiblichen Personen herumschlagen. Japanisch bietet also die ganze Palette an sprachlichen Herausforderungen und ist für Sprachenfans eine wahre Fundgrube linguistischer Besonderheiten.

3. Arabisch

Arabisch schafft es mit 315 Erstsprechenden und 132 Zweitsprechenden unter die Top fünf der meistgesprochenen Sprachen der Welt – und dank seiner Schrift und Aussprache unter die Top drei der schwersten Sprachen für Deutschsprechende. Natürlich sind die 28 Buchstaben des arabischen Alphabets bei Weitem einfacher zu lernen als tausende Schriftzeichen. Dennoch bedeutet es eine ganz schöne Umstellung, vor allem, weil man von rechts nach links schreibt und die meisten Vokale weggelassen werden. Ds mcht ds Lsn gnz schn kmplzrt.

Auch mit der kehligen Aussprache der semitischen Sprache tun sich Deutschsprechende oft schwer: Viele Laute des Arabischen werden tief in der Kehle gebildet und existieren im Lautinventar des Deutschen nicht (das Kehligste, was Deutsch hergibt, ist das „ch“ in „Bach“). Eine grammatikalische Besonderheit ist die Dualform, die du zusätzlich zur Einzahl- und Mehrzahlform eines Wortes lernen musst. Egal, für welchen der zahlreichen arabischen Dialekte du dich entscheidest (die Entscheidung an sich ist übrigens schon eine Herausforderung): Mach dich auf einiges gefasst!

4. Polnisch

Ab jetzt wird es langsam aber sicher einfacher für Lernende mit Muttersprache Deutsch. Das Polnische nutzt das lateinische Alphabet, wenn auch mit einigen Extra-Buchstaben wie ą, ę, ł oder ń. In Sachen Aussprache, Schreibung und Grammatik verlangt uns die Sprache unseres liebenswürdigen Nachbarn jedoch einiges ab. Wörter wie chrząszcz („Käfer”) oder szczęście („Glück”) weisen nicht nur besorgniserregend viele Konsonanten auf, sondern sind vor allem aufgrund ihrer vielen verschiedenen Zischlaute ziemliche Zungenbrecher. Tja, und dann die Grammatik: fünf grammatische Geschlechter, sieben Fälle sowie die Unterscheidung nach perfekten (vollendeten) und imperfekten (unvollendeten) Verben klingen nach Lateinunterricht für Fortgeschrittene. Andererseits lässt sich mit Polnischkenntnissen ganz schön Eindruck schinden und nicht nur angesichts der wachsenden Bedeutung Polens in Europa lohnt es sich allemal!

5. Russisch

Unsere Nummer fünf der schwersten Sprachen mag mit dem kyrillischen Alphabet etwas einschüchternd wirken – dabei ist das eigentlich das geringste Problem, denn das lernt man ziemlich schnell. Einige Buchstaben entsprechen dabei dem lateinischen Alphabet (A, K, M, O und T), andere sind wiederum mit Vorsicht zu genießen (Y wird „u” ausgesprochen, E wie „je”).

Die Grammatik des Russischen ist etwas einfacher als die polnische, mit sechs Fällen und dem Fehlen des Verbs „sein” in der Gegenwartsform macht sie es deutschsprachigen Lernenden dennoch nicht gerade leicht. Die vielen Konsonantenanhäufungen verwandeln sowohl Schreibung als auch Aussprache in ein kompliziertes Unterfangen. Die vielen unterschiedlichen Zisch- und Knacklaute sind für Deutschsprechende oft nicht zu unterscheiden, geschweige denn auszusprechen. Trotzdem ist Russisch die Anstrengungen wert, denn die große politische und kulturelle Bedeutung dieser Sprache kann dir zahlreiche Perspektiven eröffnen.

6. Ungarisch

Unser vorletzter Kandidat stammt ursprünglich aus Asien und steht damit unter all seinen indoeuropäischen Nachbarn ganz allein auf weiter Flur. Nur mit Finnisch hat er hoch im Norden einen sehr entfernten Verwandten. Wie Polnisch wird auch Ungarisch mit lateinischen Buchstaben geschrieben, jedoch umfasst das ungarische Alphabet sage und schreibe 44 Buchstaben (14 Vokale und 30 Konsonanten). Ungarisch ist wie Japanisch und Türkisch eine agglutinierende Sprache und bringt ehrfurchtgebietende Wörter wie Megszentségteleníthetetlenségeskedéseitekért hervor (davon abgesehen, dass ein Wort wie „für die Unmöglichkeit eurer Heiligsprechung“ wahrscheinlich nicht so oft im Alltag angewendet wird). Bei der Anzahl der grammatischen Fälle macht magyar nyelv, der ungarischen Sprache, keiner etwas vor: Ganze 25 Fälle (manche behaupten sogar 40) warten nur darauf, Lernende in den Wahnsinn zu treiben.

Trotzdem gewährt Ungarisch zumindest Deutschsprechenden einen klitzekleinen Vorteil: Die engen kulturellen und politischen Beziehungen zum Nachbarn Österreich haben viele deutsche Lehnwörter wie gipsz, sláger, hózentróger oder koffer ins Ungarische gebracht, über die man sich beim Lernen freut wie über alte Bekannte.

7. Dänisch

Eine kleine Überraschung muss es auf jeder Liste geben: Während ihre nahen Verwandten Schwedisch und Norwegisch zu den einfachsten Sprachen für Deutschsprechende zählen, macht Dänisch es uns etwas schwieriger. Zugegeben, bei dänischen Texten können Deutsche tatsächlich einiges verstehen. Die große Herausforderung dieser nordgermanischen Sprache liegt in der Aussprache, die leider mit der Schreibweise nur wenig zu tun hat: Wörter werden verkürzt, Konsonanten weich gesprochen und Endungen verschluckt. So hört sich rødgrød med fløde („rote Grütze mit Sahne“) eher wie „rögröh mil flühe“ an. Aus diesem Grund haben wir Dänisch zur leichtesten der schwer zu lernenden Sprachen gekürt.

Hast du Lust auf neue Herausforderungen bekommen? Ob schwer oder leicht, eine neue Sprache zu lernen lohnt sich immer!

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Sarah Waldmann
Am Bodensee mit multidialektalem Hintergrund aufgewachsen, beherrscht Sarah mittlerweile mehr als nur Schwäbisch und rudimentäres Plattdeutsch: Nach Abi und Andenabenteuern zog sie nach Berlin und studierte dort Spanisch und Portugiesisch. Einige Auslandaufenthalte auf der Iberischen Halbinsel später forscht sie nun zu Spracherwerb und schreibt als freie Autorin über Sprachen, Gott und die Welt.
Am Bodensee mit multidialektalem Hintergrund aufgewachsen, beherrscht Sarah mittlerweile mehr als nur Schwäbisch und rudimentäres Plattdeutsch: Nach Abi und Andenabenteuern zog sie nach Berlin und studierte dort Spanisch und Portugiesisch. Einige Auslandaufenthalte auf der Iberischen Halbinsel später forscht sie nun zu Spracherwerb und schreibt als freie Autorin über Sprachen, Gott und die Welt.

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