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Kyrillisch lernen in nur 2 Tagen – so geht’s

Das kyrillische Alphabet kann einschüchternd wirken. Dabei hat es nur 33 Buchstaben! So kannst du Kyrillisch lernen – in nur zwei Tagen.
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ARTIKEL VON Arnaud Bernier
Kyrillisch lernen in nur 2 Tagen – so geht’s

Egal ob du Schwanensee im historischen Bolschoi-Theater in Moskau sehen willst, mit der Transsibirischen Eisenbahn über Sibirien nach Wladiwostok reisen oder für die Weltmeisterschaft zu einem der größten Fußballspiele der Welt fahren möchtest – du wirst etwas Russisch verstehen müssen. Was immer deine Motivation ist, um nach Russland zu reisen: Es ist unverzichtbar, wenigstens ein bisschen der Sprache zu sprechen, weil die russische Bevölkerung nur wenig Deutsch oder Englisch spricht. Wo sollte ein versierter Reisender also anfangen? Mit dem kyrillischen Alphabet natürlich!

Klar, Kyrillisch kann einschüchternd wirken, aber es ist nicht so anders, wie es scheint. Die kyrillischen und unsere lateinischen Buchstaben teilen denselben Vorfahren: Das griechische Alphabet. Du wirst wahrscheinlich bemerken, dass viele Buchstaben gleich oder ähnlich aussehen. Also wird die einzige Hürde sein, dein Gehirn umzugewöhnen, bestimmte Formen mit bestimmten Lauten zu assoziieren. Wenn du sofort loslegen möchtest, haben wir dir eine Lernhilfe erstellt, mit der du Kyrillisch lernen kannst – und das nur in zwei Tagen. Klingt unmöglich? Wir haben es Tag für Tag aufgeschlüsselt. Du brauchst nur zwei freie Tage zum Lernen!

Kyrillisch lernen, Tag 1: Widme dich zuerst dem Vertrauten

Fang an, indem du deinen Tag in vier 30-minütige Lerneinheiten aufteilst. Der Plan ist, all diese Informationen in einem kurzen Zeitraum aufzunehmen. Darum empfehlen wir, Pausen zwischen den Lerneinheiten zu lassen, damit dein Gehirn Zeit zur Verarbeitung hat. Am ersten Tag werden wir mit den bekannten Buchstaben anfangen: Sowohl solche, die gleich ausgesprochen werden, als auch jene, die anders klingen.

1. Lerne fünf komplett bekannte Buchstaben

A а A“ wie Anna.
K к K“ wie Katia.
M м M“ wie Maria.
O о O“ wie Olga.
T т T“ wie Tatiana.

Du fängst am besten mit kleinen Schritten an. Die erste Lerneinheit sollte einfach sein. Diese fünf Buchstaben sind genau dieselben wie im lateinischen Alphabet, sowohl im Aussehen als auch in der Aussprache. Präge sie dir ein – und dann mach für ein paar Stunden etwas komplett anderes.

2. Lerne vier Buchstaben, die vertraut aussehen (aber anders klingen)

Ist dein Gehirn entspannt? Wenn ja, dann fang deine nächste Lerneinheit damit an, dass du die fünf Buchstaben wiederholst, die du gerade gelernt hast. Jede Lerneinheit sollte so beginnen. Häufige Wiederholungen sind das Herzstück der Babbel-Methode, weil sie dir dabei helfen, dich effizient an das Gelernte zu erinnern. Überspringe diesen Schritt also nicht aus Zeitgründen, du wirst es später bereuen!

Nun zu dem, was du neu lernst:

У у У“ wird wie [u] in Uhu ausgesprochen – es repräsentiert nicht denselben Laut wie das geschriebene „y“ im Deutschen.
С с С“ wird wie ein stimmloses [s] wie in Haus ausgesprochen. Im Gegensatz zum deutschen geschriebenen „s“ ist „с“ immer stimmlos, egal ob im In- oder Auslaut! Um zu überprüfen, ob du einen Laut stimmlos aussprichst oder nicht, lege deine Hand beim Sprechen an den Hals. Wenn deine Stimmbänder nicht vibrieren, ist das [s] stimmlos.
Е е Е“ wird [je] wie in jeder ausgesprochen und wie bei der russischen Stadt Jekaterinburg.
Ё ё Ё“ wird [jo] ausgesprochen wie in jodeln.

Abgesehen vom „ё“ werden alle diese Buchstaben auch im Deutschen benutzt. Sowieso gibt es alle diese Laute auch im Deutschen, auch wenn sie anders aussehen mögen. Sie sind also ein guter Übergang zu den etwas verzwickten Buchstaben. Präge dir die Buchstaben ein und mach dann eine lange Pause – vielleicht ist es jetzt Zeit fürs Mittagessen?

3. Lerne vier weitere „Trickbuchstaben“

Zuerst möchten wir dich daran erinnern, dass du die neun Buchstaben wiederholst, die du heute schon gelernt hast. Sitzen sie? Dann lass uns weitermachen. Im Gegensatz zur letzten Runde ist diese Lerneinheit etwas kniffliger, weil jetzt ein Laut hinzukommt, den wir im Deutschen nicht haben. „B“, „н“ und „х“ sind für deutsche Muttersprachler noch einfach, aber „р“ wird eine kleine Herausforderung – es ist das gerollte [r], das man in vielen anderen Sprachen findet.

В в Obwohl es wie ein „b“ aussieht, wird „в“ wie ein [w] (wie in Wladimir) ausgesprochen.
Н н Н“ entspricht einem [n] wie in net, dem russischen Wort für „nein“ – das kennst du bestimmt schon aus Filmen. Jetzt kannst du es auch auf Kyrillisch lesen: нет!
Х х Х“ sieht aus wie das deutsche „x“ in Alexander, wird aber ausgesprochen wie der harte Reibelaut [ch] in Buch.
Р р P“ ist ein gerolltes [r]. Lass dich von dem deutschen [r] hier nicht ins Boxhorn jagen. Das russische [r] wird vorne im Mund gebildet und nicht wie das deutsche [r] hinten gegurgelt. Lerne hier, wie du es aussprichst.

4. Lerne fünf Buchstaben, die den griechischen ähnlich sind.

Magst du Mathe? Oder Literatur? Oder antike Philosophie? Wenn ja, dann kennst du diese fünf Buchstaben vielleicht schon, weil sie direkt aus dem griechischen Alphabet kommen. Wenn du sie noch nicht kennst: Keine Panik, sie sind trotzdem einfach genug.

Г г Г“ ist das griechische Gamma und klingt genau wie ein deutsches [g], so wie im Namen Grigori. Das Russische kennt übrigens kein [h]. Oft tritt darum bei geborgten Wörtern im Russischen oder bei Namen ein [г] an die Stelle des [h]s. Das passiert öfter, als du glaubst, denn viele russische Wörter sind deutschen Ursprungs. Und kultivierte Russen kennen sich gut mit der Musik von Haydn und Händel aus und lesen Wilhelm Hauff.
Д д Д“ sieht wie Delta aus, der vierte Buchstabe im griechischen Alphabet. Es ist keine Überraschung, dass es genauso wie ein [d] klingt, wie zum Beispiel im Namen Dmitri.
Л л Л“ kommt von Lambda, das griechische [l] wie in Lena.
П п Beim Buchstaben п“ denkst du wahrscheinlich an Pi, egal, wie gut du in Mathe bist. Es klingt wie das [p] in Pavel.
Ф ф Ф“, wie Phi im Griechischen, repräsentiert den [f]-Laut, so wie in Fyodor.

An deinem ersten Tag hast du nun 18 von 33 Buchstaben gelernt. Gut gemacht, das ist schon mehr als die Hälfte! Jetzt mach eine schöne lange Pause und entspann dich, um dein Gehirn auf morgen vorzubereiten.

Kyrillisch lernen, Tag 2: Machen wir uns an die anspruchsvollen Buchstaben

Blocke dir für deinen zweiten (und letzten) Lerntag drei einstündige Lerneinheiten, die du über den ganzen Tag verteilst. Diese Buchstaben sehen für dich wahrscheinlich etwas ungewohnt aus und müssen demzufolge etwas intensiver gelernt werden.

5. Lerne drei komplett neue Buchstaben

Wiederhole zuerst alle 18 Buchstaben, die du am Vortag gelernt hast. Am besten lässt du es mit diesen drei Buchstaben langsam angehen, also stelle erst einmal sicher, dass du dich an alles erinnerst, was du gestern gelernt hast. Widme den Rest der Stunde dann diesen drei neuen Buchstaben, die recht ähnliche Laute beschreiben:

И и И“ klingt wie das [i] in Igor.
Й й Das „i kratkoje й“ („kurzes i“) ähnelt dem normalen и und damit dem deutschen [i], wird aber im Wort eher wie ein [j] ausgesprochen.
Ы ы Ы“ ist für nicht-russische Muttersprachler ein ziemlich schwerer Laut. Es wird ein bisschen wie ein [i] ausgesprochen, das aus dem Hals kommt. Achte bei der Aussprache darauf, deine Zunge zurückzuziehen. Russen verstehen, dass dieser Laut für andere schwer auszusprechen ist und werden es dir bestimmt nicht übel nehmen, wenn es erst mal wie ein normales [i] klingt.

6. Lerne sieben weitere russische Buchstaben

Nachdem du eine lange Pause gemacht hast, kannst du deine sechste Lerneinheit anfangen, indem du die 21 Buchstaben wiederholst, die du schon kennst. Diese Einheit von sieben (!) Buchstaben mag zunächst einmal lang aussehen, der erste Teil ist aber supereinfach: Die ersten beiden Buchstaben sind nicht so schwer, da sie nur verkleidete Versionen ihrer lateinischen Gegenstücke sind.

Б б Б“ klingt wie ein [b] in Boris.
З з З“ klingt wie ein stimmhaftes [s] wie in Sonne. Auch hier hilft es, deine Hand an deinen Hals zu legen, wenn du dir nicht sicher bist, ob du diesen Laut stimmlos oder stimmhaft aussprichst. Wenn du eine Vibration spürst, ist der Laut stimmhaft, genauso, wie es sein soll!

Die fünf nächsten Buchstaben sind kniffliger. Konzentriere dich, damit du sie gut lernen kannst!

Ж ж Ж“ kommt als Laut im Deutschen ziemlich selten vor. Es klingt wie das [sch] in Dschungel oder wie das Französische je („ich“).
Ц ц Ц“ ist wie ein [t] gefolgt von einem stimmlosen [s]. Es klingt wie das [tz] in sitzen.
Ч ч Ч“ klingt wie [tsch] in Tschechien.
Ш ш Ш“ klingt wie ein deutsches [sch]. Ein berühmtes russisches Wort mit diesem Laut ist Babuschka – weißt du, was es bedeutet? Und was viel wichtiger ist, was es nicht bedeutet?
Щ щ Щ“ ist ein weicher [sch]-Laut, den es im Deutschen nicht gibt. Um ihn richtig auszusprechen, solltest du deine Zunge unten behalten.

7. Lerne die letzten drei Vokale und zwei etwas „andere Buchstaben“

Wiederhole am Ende des Tages die 28 Buchstaben, die du schon kennst, bevor du dich den letzten drei Vokalen widmest. Du hast es fast geschafft! Diese Buchstaben sehen etwas komisch aus, wenn du an das lateinische Alphabet gewohnt bist, aber sie sind nicht so schlimm, wie sie scheinen.

Э э Э“ klingt wie ein kurzes [e] wie in nett.
Ю ю Ю“ klingt wie [ju] im Vornamen des ersten Menschen im Weltraum, Juri Gagarin.
Я я Я“ ist ein [ja]-Laut, genauso wie das deutsche Wort ja. Der Laut kommt in der sibirischen Stadt Jakutsk vor, die die kälteste Großstadt der Welt ist. (Im Januar, dem kältesten Monat des Jahres, liegt die mittlere Temperatur bei −43,2 °C.)

Nun kennst du schon 31 Buchstaben. Die letzten zwei Buchstaben sind etwas anders als die, die du bisher gelernt hast, weil du sie nicht aussprichst.

Ь ь Ь“ ist das weiche Zeichen. Es wird wie gesagt nicht allein ausgesprochen, aber es sorgt dafür, dass der vorherige Buchstabe weich ausgesprochen wird.
Ъ ъ Ъ“ ist das harte Zeichen. Es macht die Aussprache des vorhergehenden Buchstabens etwas härter.

Obwohl du das weiche Zeichen oft siehst, wird dir das harte Zeichen kaum unterkommen. (Vielleicht ist Russisch eine weichere Sprache, als du ursprünglich angenommen hast!) Da haben wir es also, wir sind am Ende angekommen. Jetzt musst du das kyrillische Alphabet nur noch wiederholen und trainieren, um es schneller lesen zu können. Bestimmt findest du es am Ende gar nicht so schwer, wie du anfangs gedacht hast!

Wenn du Kyrillisch unter mehr Anleitung oder nicht nur das Alphabet, sondern mehr Russisch lernen möchtest, ist Babbel die Lösung für dich. Wir haben kurze Lektionen, die so konzipiert sind, dass die vermittelten Informationen langfristig hängen bleiben.

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