Eine Sprache in einer Woche lernen – geht das, wenn man kein Sprachgenie ist?

Wie viel kann man als Mensch mit durchschnittlicher Sprachbegabung von einer Sprache lernen, wenn man nur eine Woche Zeit hat? Ein Selbstexperiment.
15/09/2017

Bei Babbel haben Sprachgenies schon einige Male vorgemacht, dass sie in sieben Tagen oder sogar in einer Stunde eine neue Sprache lernen können. Wie sieht es aber mit uns Normalos aus?

Was, wenn wir ganz schnell eine neue Sprache lernen wollen? Sei es, um sich im Urlaub zurechtzufinden, vor dem Geschäftspartner im Ausland zu glänzen, oder weil man einen wundervollen Menschen kennengelernt hat, den man sofort heiraten muss – nur leider spricht diese Person eben eine andere Sprache …

Der YouTuber Tomatolix hat mit Babbel ausprobiert, wie viel Spanisch er in sieben Tagen lernen kann. Bevor wir jedoch ein Fazit ziehen, schauen wir uns mal die Faktoren an, die den Lernerfolg ausmachen könnten.

1. Es kommt auf die Sprache an

Wie schwer ist die Lernsprache, die du dir ausgesucht hast? Um das herauszufinden, stell dir die folgenden Fragen: Liegt eine Sprachverwandtschaft mit deiner Muttersprache oder mit einer Sprache, die du bereits gut sprichst, vor? Wenn ja, wie nah sind die Sprachen miteinander verwandt? Wie komplex ist die Grammatik der Lernsprache? Wird die Sprache mit einem anderen Alphabet wiedergegeben und wie viele Zeichen hat dieses? Gibt es Besonderheiten in der Sprache wie Klicklaute, Tonalität oder Verbaspekt, den du nicht aus deiner Muttersprache kennst? Werte diese Faktoren realistisch aus, bevor du frustriert bist, wenn es mit deiner neuen Lernsprache nicht schnell genug vorangeht! Niederländisch lernt sich für deutsche Muttersprachler nun mal leichter als Hindi.

Die Wahl der Sprache wird deinen Lernprozess außerdem beeinflussen, wenn du Lust auf sie hast … oder eben auch nicht! Halte dir darum beim Lernen immer deine Motivation vor Augen.

2. Wie sehr investierst du dich in den Lernprozess?

Wer es gemütlich mit der neuen Fremdsprache angehen lässt, muss natürlich später andere Ergebnisse erwarten, als jemand, der sich acht Stunden am Tag mit ihr beschäftigt. Um möglichst viel von der Sprache zu lernen, solltest du voll und ganz in sie eintauchen. Das geht auch, wenn du nicht Vollzeit vor Büchern sitzen willst. Versuche außerdem, die Sprache immer gleich anzuwenden – am besten im Gespräch mit Muttersprachlern.

3. Zu welchem Zweck lernst du die Sprache … und welches Wissen solltest du dir darum aneignen?

Um schnell in einer Sprache zu funktionieren, solltest du definieren, in welchen Szenarien du sie wahrscheinlich zuerst brauchen wirst. Wenn du bei deinen zukünftigen Schwiegereltern eingeladen bist, ist das etwas anderes, als wenn du als Tourist in ein fremdes Land gehst, geschäftlich reist oder dich auf eine Sprachprüfung vorbereitest. Spiele Szenarien in deinem Kopf durch, die sich ereignen könnten, such dir passendes Vokabular und passende Redewendungen dafür heraus und definiere, ob du nur sprechen oder auch schreiben wirst. Nach diesen Kriterien kannst du dann auswählen, welche Lerninhalte du mitnehmen und welche du überspringen solltest.

4. Planst du genug Zeit für Wiederholungen ein?

Dein Lernerfolg ist auch davon abhängig, wie oft du wiederholst und wie viel Zeit zwischen diesen Wiederholungen liegt. Sorge also dafür, dass das Gelernte auch hängen bleibt!

FAZIT: Kann man eine Sprache in sieben Tagen lernen? Die Antwort ist ein klares Jein.

Wie Tomatolix vorgemacht hat, kann man es innerhalb einer Woche bis zu einem gewissen Level schaffen. Fließend (und die Frage ist auch, wie man fließend definiert) geht es nach einer Woche sicherlich nicht. Aber Essen bestellen, ein Kompliment machen, Menschen zum Lächeln bringen … und das alles in einer Sprache, die du eine Woche vorher noch gar nicht konntest … das wäre doch was, oder?

Mach jetzt deine ersten Schritte in einer neuen Sprache!
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Katrin Sperling
Katrin Sperling ist in Potsdam geboren und aufgewachsen und hat nach dem Abitur ein Jahr in Toronto, Kanada verbracht. Weil ihr Hogwarts-Brief zu ihrem 20. Geburtstag im Jahr 2011 immer noch nicht angekommen war, musste sie schließlich die Realität akzeptieren und studierte Englische und Deutsche Linguistik in Berlin. Zum Glück erwies sich die Linguistik als genauso magisch, weswegen Katrin sehr glücklich ist, jetzt für das Babbel Magazin über Sprachen zu schreiben.
Katrin Sperling ist in Potsdam geboren und aufgewachsen und hat nach dem Abitur ein Jahr in Toronto, Kanada verbracht. Weil ihr Hogwarts-Brief zu ihrem 20. Geburtstag im Jahr 2011 immer noch nicht angekommen war, musste sie schließlich die Realität akzeptieren und studierte Englische und Deutsche Linguistik in Berlin. Zum Glück erwies sich die Linguistik als genauso magisch, weswegen Katrin sehr glücklich ist, jetzt für das Babbel Magazin über Sprachen zu schreiben.

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