Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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Zahlt es sich aus, eine Fremdsprache zu lernen?

Welchen Nutzen bringt es mir denn, mehr als eine Sprache zu können?

Artikel von: John-Erik Jordan

Eine der häufigsten Reaktionen auf Matthew Youldens 9-Sprachen-Monolog lautet in etwa: „Schön und gut, ist ja ganz beeindruckend, aber na und? Welchen Nutzen bringt es mir denn, mehr als eine Sprache zu können?“ Die Skepsis ist absolut berechtigt, hält jedoch den folgenden Zahlen, die eindeutig und unanfechtbar sind, nicht lange stand.

Baby, bitte mach dir nie mehr Sorgen um Geld

Im Freakonomics-Podcast wurde die Frage nach der finanziellen Rentabilität einer Fremdsprache kürzlich heiß diskutiert und kurzerhand ein Versuch gestartet, sie zu errechnen. Dabei leidet die Prämisse selbst schon an extremer Kurzatmigkeit. Die Vorzüge von Fremdsprachenkenntnissen in Wirtschaftszahlen pressen zu wollen, gleicht dem Vorhaben, den Geschmack eines Hamburgers durch das Ermitteln seines Kaloriengehalts zu definieren. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, erfährt man bei Freakonomics, dass zusätzliche Sprachkenntnisse 2% mehr Jahresgehalt bringen. Wer also jährlich 30.000 $ verdiene, bekomme mit einer Fremdsprache nur knapp 600 $ mehr. Wie steht das im Verhältnis zu all der Büffelei, den zahllosen Stunden, die man dafür geopfert hat?!

Eine solche Schlussfolgerung hält allerdings einer genaueren Berechnung nicht stand, denn unter streng wirtschaftlichen Gesichtspunkten fällt die Rendite weitaus höher aus. In Europa benötigt laut Bundesinstitut für Berufsbildung jeder fünfte Erwerbstätige am Arbeitsplatz eine Fremdsprache, Akademiker doppelt so häufig. Und wer als solcher zwei Monate Auslandsaufenthalt nachweisen kann, bekommt sogar bis zu 10% mehr Anfangsgehalt. Selbst wenn man der Ertragsrechnung nur 2% Lohnzuwachs durch Fremdsprachenkenntnisse zugrunde legt, wie es das Freakonomics-Team tut, sieht die Bilanz völlig anders aus, als sie es vorrechnen: Wenn man ein durchschnittliches Anfangsgehalt eines amerikanischen Hochschulabsolventen von 45.000 $ zugrunde legt und ein jährlichen Gehaltzuwachs von 1%, sowie ein einer effektiven Rendite von 2% über 40 Jahre annimmt, hat man bis zum Eintritt ins Rentenalter 67.000 $ extra verdient. Dabei sind die 2% Fremdsprachenbonus nur ein Durchschnittswert. Ein Amerikaner, der deutsch spricht, kann zum Beispiel mit 3,8% Lohnzuwachs rechnen (das sind 128.000 $ extra für die Altersvorsorge). In Deutschland kann vor allem derjenige punkten, der neben Englisch noch eine weitere Fremdsprache spricht, die im Geschäftsleben nicht so weit verbreitet ist. Russisch-Sprecher können z.B. mit einem deutlich höheren Bonus rechnen.

Angebot und Nachfrage

Für einen ausgewogeneren Blick auf den Nutzen von Fremdsprachen haben wir unseren Freund Rob interviewt, der sich dank seiner umfangreichen Sprachkenntnisse eine eigene, lukrative Nische geschaffen hat. Seine bisherige Karriere war so aufregend und bereichernd (nicht nur wortwörtlich), eben weil er mehrere Sprachen beherrscht.

Unter den Sprachen, die Rob spricht, hat sich Niederländisch als sein größter „Vermögenswert“ herausgestellt – eine Sprache, die dafür berüchtigt ist, dass nur wenige sie erlernen wollen. Und warum auch? Nur 23 Millionen Menschen haben Niederländisch als Muttersprache und fast alle von ihnen sprechen sehr gut Englisch. Warum sich also mit der niederländischen Sprache beschäftigen, wenn man sich genauso gut die Welt von 955 Millionen Mandarin-Muttersprachlern, 405 Millionen Spanisch-Muttersprachlern oder 295 Arabisch-Muttersprachlern erschließen kann? Ein Grund ist, dass Menschen, die Niederländisch sprechen, zwar nur 0,32% der Weltbevölkerung ausmachen, aber für immerhin 1,3% des Bruttoweltprodukts aufkommen. Dass Rob zu den wenigen Ausländern gehörte, die sich mit ihrer Sprache auskennen, hat ihn sehr wertvoll für international agierende niederländische Unternehmen gemacht. Obwohl seine Kollegen seine eigene Sprache zu 99% beherrschten, wurde die Lücke von 1% zu seiner persönlichen Nische – eine Nische, die nur ein Ausländer wie er ausfüllen konnte.

Aber Geld ist nicht alles, oder?

Falls du jetzt denkst, dass wir an dieser Stelle den Wert einer Fremdsprache allein dadurch ermessen, mit Euro- und Prozentzeichen um uns zu werfen: Uns ist keinesfalls entgangen, dass eine andere Sprache nicht nur das Portemonnaie, sondern das ganze Leben füllt. Was bedeutet es, ein reiches Leben zu führen? Für Rob sind es die Freunde, Reisegelegenheiten und Erfahrungen, die er durch seine Sprachkenntnisse gewonnen hat. Und die Moneten? Nun, die sind eine willkommene Nebenwirkung seiner Leidenschaft für Sprachen.

Lust bekommen, den Erfahrungsbereich und das Portemonnaie zu bereichern?

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