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5 gute Tipps, um Englisch zu lernen, wenn Deutsch deine Muttersprache ist

Bist du bereit, es mit Englisch aufzunehmen? Wir geben dir Tipps, wie du die besonderen Herausforderungen dieser fabelhaften und poetischen Sprache meistern kannst.

Artikel von: Nicki Hinz

Auf den ersten Blick scheint Englisch ja gar nicht so schwer, doch wer sich intensiver mit der Sprache befasst, der verheddert sich schnell in der Aussprache, bekommt einen von grammatischen Widersprüchen reingegrätscht oder rauft sich die Haare über die Tatsache, dass man Englisch halt einfach nicht so schreibt wie man es spricht. Und umgekehrt.

Es gibt unzählige Tipps, wie man am besten eine Fremdsprache lernt, so ganz generell. Aber wenn man als deutscher Muttersprachler Englisch lernt, gibt es sehr spezifische Hindernisse, die es zu nehmen gilt. Mit unseren fünf sehr guten und sehr spezifischen Tipps kommst du nicht aus der Puste und schaffst den Hürdenlauf locker.

1. Spiele mit sehr üppigen Waliserinnen Violine: der Unterschied zwischen [w] und [v] im Englischen

Moment, wie bitte?! Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, wie um alles in der Welt dir das mit deinem Englisch helfen soll. Sorge dich nicht und lies weiter – am Ende wird alles Sinn ergeben, versprochen. Die Aussprache des Englischen ist eine der größten Herausforderungen: Da gibt es das kniffelige [th], das rollende [r], das dunkle [l] und aber leider weder Auslautverhärtung noch setzt man, wie im Deutschen üblich, Stimmritzenverschlusslaute zwischen die Wörter. Und als Deutscher, Österreicher oder Schweizer klingt man dann schnell albern, wenn man die Worte eben nicht sanft ausklingen lässt und [dock] sagt statt [dog] oder generell nicht, wie Engländer, Australier und Amerikaner es machen, die Worte elegant in einer Art Singsang aneinanderbindet. Gar nicht zu reden von [se] statt [the]. Vokabeln kann man lernen, sie richtig auszusprechen ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen. Also was tun? Üben oder wie der Engländer sagt: practise makes perfect. Nehmen wir zum Beispiel das englische [v], das ausgesprochen wird wie ein deutsches [w] und das englische [w], das ausgesprochen wird wie [ou]. Diese zwei Laute sind fürs Verwechseln prädestiniert. Als ich in London gelebt habe, bin ich – trotz sieben Jahren Schulenglisch und Anglistikstudium – permanent darüber gestolpert. Meine Freunde dort haben sich kaputtgelacht, denn wenn man Darth Vader falsch ausspricht, wird der schnell zum Darth Stelzvogel (oder englisch wader). Da hilft nur, mit der Aussprache zu spielen. Ich habe mir einen einprägsamen Satz zusammengebastelt, den ich immer und immer wieder geübt habe: Very voluptuous Welsh women play violin. Ich habe ihn mir langsam vorgesprochen, dann schneller, dann unter der Dusche, beim Warten auf die tube und auf der Millennium Bridge. Und irgendwann hatte ich es raus. Was bei solchen Übungen enorm hilft, sind YouTube-Videos, in denen man die korrekte Aussprache hören und dazu auch die Bewegung der Lippen sehen kann – der Vorteil: Man kann sich die Videos wieder und wieder ansehen. Wiederholung ist wesentlich! Eine weitere Hilfe ist, sich den britischen Lieblingsschauspieler oder die amerikanische Lieblingssängerin als Vorbild zu nehmen und bewusst deren Sprechweise, also auch Intonation, zu imitieren.

2. Ergib dich dem Hier und Jetzt – auch in der Vergangenheit: Das Progressive und was es bedeutet

Das mag jetzt esoterisch klingen, ist es aber gar nicht. Das Hier und Jetzt wird ausgedrückt durch diese unverwechselbare und für uns Deutsche oft nicht einfach verständliche Zeitform, das Progressive: I am hoovering. Das ist etwas, das wir aus unserer Muttersprache nicht kennen. Halt, das stimmt so gar nicht. In der Umgangssprache hört man tatsächlich auch hin und wieder „Ich bin gerade am Staubsaugen“. Das ist nichts anderes als das Progressive im Präsens – eine Verlaufsform, die anzeigt, dass man gerade in diesem Moment dabei ist, etwas zu tun. Dasselbe gilt für die Varianten in den anderen Zeitzonen: I was hoovering when the cat attacked me. Das bedeutet einfach, dass man gerade dabei war, Staub zu saugen und plötzlich hat einen die Katze angegriffen. Und was bedeutet dann Sam will be cleaning the kitchen on Wednesday? Richtig, dass er seine Küche am Mittwoch putzen wird und dass davon auszugehen ist, dass diese Küche echt richtig dreckig ist und der Prozess wahrscheinlich eine ganze Weile andauern wird. Man könnte das auf Deutsch vielleicht folgendermaßen ausdrücken: „Sam wird am Mittwoch dabei sein, die Küche zu putzen“. Das ist grammatikalisch gesehen natürlich völlig unkorrektes Deutsch, aber wenn es dir hilft, die Verlaufsform zu verdeutlichen, kann schon mal ein Auge zugedrückt werden.

3. Pack die Partikelverben bei den Hörnern

Eine sehr spezielle Herausforderung des Englischen sind die Phrasal Verbs, also Verben, die in Kombination mit speziellen Partikeln ihre Bedeutung grundlegend verändern. Das können Adverbien, Präpositionen oder auch Substantive sein. Beispiel gefällig? Du weißt, dass to break „brechen“ heißt und up „auf“. Wenn aber dein amerikanischer Partner zu dir sagt I want to break up, heißt das nicht etwa, dass er zum Aufbruch mahnt, sondern, dass er Schluss machen will. Es ist also durchaus wichtig, die Phrasal Verbs zu kennen, denn nur ein kleines Partikelchen kann den Sinn des Verbs massiv verändern: To make up heißt „sich versöhnen“ oder auch „etwas erfinden“, aber to make out heißt „rumknutschen“ und to make do dann wiederum „sich mit etwas zufriedengeben“. Gar nicht zu reden von den mannigfaltigen und wundervollen Bedeutungen, die make in Kombination mit for, towards, into, of, off oder over erlangt. Wie man das am besten lernt? Auswendig. Um die Sache angenehmer zu machen, kannst du dir ein kleines, aber feines Notizbuch dafür besorgen und Phrasal Verbs darin sammeln. Klar, das geht auch auf dem Handy. Mach dir in jedem Fall eine Notiz, sobald du auf so ein Verb in seiner natürlichen Umgebung stößt, egal, ob du gerade deinen Lieblingscomic auf Englisch liest, Science-Fiction-Serien im Originalton schaust oder mit der britischen Bekanntschaft deiner Cousine flirtest – es ist nämlich viel einfacher, sich die verschiedenen Bedeutungen zu merken, wenn man sie im Kontext lernt, etwa: I have had enough of work today, I am off ( „Ich habe genug von der Arbeit heute, ich gehe nach Hause“).

4. Entwickle ein Gefühl für die Sprache

Ja, Englisch besteht aus Vokabeln und Grammatikregeln. Aber diese zu lernen, ist nicht alles. Teil des Lernens ist auch, ein Gefühl für das Englische zu entwickeln. Als deutsche Muttersprachler sind wir da in einer guten Startposition: Wir sind umgeben von englischer Musik, Bibliotheken und Buchläden haben meist standardmäßig eine Abteilung mit English books. Darüber hinaus erlauben Online-Streaming-Dienste, sich Serien und Filme im Originalton anzuschauen, sogar mit englischen oder deutschen Untertiteln. Perfekt! Je mehr du dich mit Englisch umgibst, es liest und hörst, desto mehr schleichen sich Vokabeln und Ausdrücke ganz heimlich, still und leise in deinen Wortschatz ein. Und bei deiner nächsten Unterhaltung mit der attraktiven Bekanntschaft deiner Cousine wird es dir passieren, dass du auf einmal ein Wort oder einen Ausdruck sagst, von dem du die genaue deutsche Übersetzung gar nicht auf Anhieb weißt, weil du sie ja nie gelernt hast. Du spürst aber, dass es genau die richtige Vokabel für diese Unterhaltung ist. Das ist ein bisschen gespenstisch, aber doch auch ziemlich magisch, oder? Natürlich kannst du den Prozess für das Entwickeln eines Sprachgefühls auch kontrollierter angehen, etwa indem du dir gezielt Wörter und Phrasen immer wieder selbst vorsprichst: beim Joggen, in der S-Bahn, auf dem Balkon. Singe dir Grammatikregeln auf dem Weg zur Arbeit vor. Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen doof an, aber genau so wird es dir gelingen, die Regeln systematisch zu verinnerlichen. Und dann gibt es natürlich noch den Top-Tipp meines ehemaligen Englischprofessors: „There is nothing better for developing a feel for the English language than finding yourself a partner who is a native speaker.“ („Um ein Gefühl für die englische Sprache zu entwickeln, gibt es nichts Besseres, als sich einen Partner zu angeln, der Muttersprachler ist“). Ja, so geht es natürlich auch.

5. Mach dich mobil mit Modalverben

Was um Himmels willen sind Modalverben und warum sind sie so nützlich? Modalverben sind diese typischen, alltäglichen Verben, die man einfach immer, immer, immer benutzt: können, müssen, dürfen. Diese so unscheinbaren Verben sind so unglaublich cool, da du mit ihnen Möglichkeit, Erlaubnis, Wunsch und Pflicht ausdrücken kannst. Genauso wie im Deutschen kombiniert man diese Wörter im Englischen mit dem Infinitiv, und wenn du sie beherrschst, wirst du sofort eine nuancierte Stärkung und Steigerung deiner Ausdrucksfähigkeit feststellen. Es ist also eine gute Idee, sich gleich zu Beginn die Modalverben anzueignen und dazu noch, sagen wir mal, die Liste der 20 häufigsten Verben im Englischen zu lernen. Nehmen wir mal die Verben to play („spielen“), to use („benutzen“) und to twerk („twerken“).

  • I can play piano for hours. – „Ich kann stundenlang Klavier spielen.“
  • I am allowed to play piano for hours. – „Ich darf stundenlang Klavier spielen.“
  • I have to play piano for hours. – „Ich muss stundenlang Klavier spielen.“

  • I can use a computer. – „Ich kann einen Computer benutzen.“
  • I am allowed to use a computer. – „ Ich darf einen Computer benutzen.“
  • I have to use a computer. – „Ich muss einen Computer benutzen.“

  • I can twerk like like crazy. – „Ich kann twerken wie verrückt.“
  • I am allowed to twerk like crazy. – „Ich darf twerken wie verrückt.“
  • I have to twerk like crazy. – „Ich muss twerken wie verrückt.“

So kannst du super schnell einfache und sehr nützliche Sätze formulieren. Na klar, deine Grammatik und dein Wortschatz werden nicht gleich perfekt sein, aber wenn du deine Modalverben beherrschst, wirst du bald in der Lage sein, erste und einfache Gespräche zu führen.

Mit diesen Tipps bist du prima gewappnet, um es mit Englisch aufzunehmen. Wär doch gelacht!

Probier es gleich hier aus.

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