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Was sind die sogenannten „Phrasal Verbs“ im Englischen? Eine kleine Hilfestellung für englische Verben mit adverbialen Partikeln

Sogenannte „Phrasal Verbs“ sind im Englischen häufig vorkommende Verben in Verbindung mit Präposition oder Adverb. Wir stellen dir hier vier Varianten dieser Konstruktionen vor und zeigen dir, wie du sie am besten in deine Sprachpraxis einbindest!

Artikel von: Nuno Marques

Muttersprachler lieben sie, für Nicht-Muttersprachler sind sie verwirrend: Die sogenannten Phrasal Verbs sind englische Verben, die mit Partikeln einhergehen. Über Ausdrücke wie She shut me up, He shut me out of the conversation oder I’ll drop by later stolpert man tagtäglich im Englischen. Da kannst du schon mal durcheinander kommen – und allzu schnell trittst du dabei ins Fettnäpfchen.

Schauen wir uns Phrasal Verbs einmal genauer an: Sie bestehen aus zwei oder drei Wörtern, nämlich dem Verb plus einer Präposition oder einem Adverb. Nehmen wir zum Beispiel das Verb to cut: Du kannst es mit up, off, out oder in benutzen – und jedes Mal verändert sich die Bedeutung von Grund auf: So benutzt du to cut up, um etwas klein zu schneiden oder wenn dir jemand den Weg schneidet, to cut off um etwas abzuschneiden und etwas abzubrechen oder mit jemandem Kontakt abzubrechen, to cut out um auszuschneiden, etwas zu unterbrechen oder auf etwas zu verzichten und to cut in um einzuschneiden oder einzubringen. Klingt total kompliziert? Keine Sorge, denn wir zeigen dir, wie du etwas Klarheit gewinnst, indem du Phrasal Verbs sortierst – letzteres übersetzt du übrigens mit sort out.

Trennbare Verben – der lässige Großvater

Manche Verben können von dem zugehörigen Adverb oder der Präposition getrennt werden. Du kannst also innerhalb eines Satzes ihre Position ändern, ohne dass sich wiederum die Bedeutung verändert. Versuchen wir’s mal: In der Übersetzung der Wortgruppe „das Radio ausschalten“ kann man die Position von „aus“ variieren: to turn off the radio oder to turn the radio off. Möchtest du das Esszimmer für ein Abendessen herrichten, kannst du das auf Englisch so ausdrücken: to set up the dining room oder to set the dining room up.

Verben, die du von ihrer jeweiligen Präposition oder ihrem Adverb trennen kannst, sind also die etwas leichtere Variante – wie der nette, lässige Großvater, der einen nie kritisiert, sondern grundsätzlich alles toll findet, was man ihm erzählt. Kommen wir nun zu den etwas anstrengenderen Familienmitgliedern …

Nicht trennbare Verben – die pedantische Tante

Ein gutes Beispiel für ein Verb, das nicht von seiner Präposition getrennt werden kann, ist das englische Pendant zu „etwas überarbeiten“ oder „über etwas drübergehen“. Du kannst dies tatsächlich wörtlich mit to go over something übersetzen. Innerhalb des Satzes dürfen go und over nicht voneinander getrennt werden, es dürfen also keine anderen Wörter dazwischengesetzt werden. Das Gleiche gilt für to get over something, was übersetzt „sich von etwas erholen“ (beispielsweise von einer Enttäuschung oder einer Krankheit) bedeutet.

Ebenso kannst du deinen Babysitter zwar bitten: „Please take care of my daughter while I’m away“, aber nicht: „Please take of my daughter care.“ Und wenn du gestern zufällig einer Freundin über den Weg gelaufen bist, kannst du erzählen: „I ran into a friend yesterday“, aber „I ran a friend into yesterday“ ist einfach falsch.

Nicht trennbare Verben sind also wie die pedantische Tante, die genervt ist, wenn der Zug Verspätung hat oder das Essen ein paar Minuten zu spät auf den Tisch kommt. Sie trägt immer penibel ihre Handtasche mit sich herum, damit sie ihr auch ja niemand klaut – so, wie die Verben ihre Adverben und Präpositionen immer bei sich behalten.

Intransitive Verben – der sparsame Onkel

Manche Kombinationen von Verb plus Präposition oder Adverb benötigen kein Objekt. Wenn du mit wenig Geld klarkommst, sagst du: I get by. Wenn du morgens aufstehst, sagst du I get up. Auf Englisch ist auswärts essen gehen ganz unkompliziert: to eat out. Genauso simpel ist es, danach beispielsweise in einen Club reinzukommen: to get in. Schaffst du es, ein wenig Geld anzusparen, kannst du dazu to save up sagen; und das Verb für die Reise nach Paris, den du damit machst, übersetzt du einfach mit to run off.

All diese Verben stehen also für sich allein, sodass du mit ihnen einfache, kurze Sätze bilden kannst, ohne sie näher erläutern zu müssen. Sie sind quasi wie der sparsame Onkel, der in einer Nudistenkolonie wohnt und außer ein paar Büchern und Platten nichts weiter besitzt. Er braucht nicht viel zum Leben, ist simpel und genügsam und kann auch nicht wirklich nachvollziehen, warum seine Verwandten immer so viel ansammeln.

Transitive Verben – der erfolgreiche Bruder

Manche Verbkonstruktionen bestehen aus einem Verb und zwei Präpositionen – vielleicht bist du ihnen ja schon mal begegnet? Wenn deine rebellische Schwester vorzeitig von der Schule abgeht, übersetzt du das mit to drop out of school. Muss sie deswegen ihre Ausgaben einschränken, sagst du: She had to cut down on expenses. Das mag zwar schwierig für ihren neuen Freund sein, aber die beiden mögen sich trotz allem: They get along with each other. Die emotionale Unterstützung, die sie sich geben, entschädigt alle Einschränkungen, it makes up for them. Wegen dieser liebevollen Unterstützung schaust du zu den beiden auf: I look up to them.

Diese dreiteiligen Verbkonstruktionen sind nicht trennbar. Sie stehen also innerhalb eines Satzes immer zusammen und sind an ein Objekt gebunden, das auf sie folgt.

Stell dir einfach vor, solche transitive Verben sind der ältere, erfolgreiche Bruder, den du bewunderst und auch ein bisschen beneidest. Er kann sich gut ausdrücken, hat einen Masterabschluss in Französischer Literatur und einen Doktor in Politik. Er wird sowieso immer irgendwie mehr wissen als du und sich gewählter ausdrücken – warum also nur ein Wort benutzen, wenn man gleich drei nehmen kann?

Wie kannst du also in diesem Gewirr von Verbkonstruktionen den Überblick behalten, ohne sie miteinander zu verwechseln – auf Englisch: How can you not mess them up? Am besten merkst du dir zunächst nur ein paar und versuchst, sie ab und an in Gespräche einzubinden – you drop them into conversations. Geh es langsam an und versuche, bei fortgeschrittenen Gesprächspartnern oder Muttersprachlern ganz besonders auf diese Ausdrücke zu achten – look out for them. Wenn du dich erst einmal etwas mit ihnen beschäftigst, wirst du sie plötzlich ständig um dich herum haben wollen – ganz wie die liebe Verwandtschaft.

Das war doch gar nicht so schwierig, oder?

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