Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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Business-Englisch ohne Fettnäpfchen

Englisch ist die globale Weltsprache schlechthin und in der Berufswelt unabdingbar. Sie knüpft erfolgreich internationale Kontakte, ist dabei aber nicht gerade ohne Stolpersteine. Wir stellen dir einige typische Sprachfallen zwischen deutschen Muttersprachlern und ihren englischen Businesspartnern vor und geben dir Tipps und Tricks, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Artikel von: Blackpen Express

Gelungene Kommunikation will gelernt sein. Das gilt besonders für den beruflichen Kontext, denn vor Geschäftspartnern oder Kunden gibt man sich nur ungern die Blöße. Eine der häufigsten Fehlerquellen, in die deutsche Muttersprachler trotz solider Kenntnisse im Business-Englisch hineintappen, sind die sogenannten false friends, oder auch falsche Freunde.

Trügerische Verwandtschaft

Die japanische Sprache wird einen deutschen Muttersprachler nie auf dieselbe Weise in die Irre führen wie die englische oder französische. Das klingt zunächst widersprüchlich, Linguisten haben dafür aber eine logische Erklärung: Wenn zwei Sprachen denselben Ursprung haben oder seit Langem in Kontakt stehen, dann teilen sie Wörter, die miteinander verwandt sind. So weit, so gut. Diese Wörter haben sich jedoch eventuell im Laufe der Zeit unterschiedlich entwickelt und so auch in ihrer Bedeutung verändert – und hier beginnen die Probleme. Denn der Schein der Verwandtschaft trügt: Phonetisch und orthographisch ähneln sich die Wörter, ihre Bedeutungen aber unterscheiden sich – sie sind also falsche Freunde.

Die vielen Gesichter der falschen Freunde

Es gibt verschiedene Arten von falschen Freunden. Hier stellen wir dir die wichtigsten vor – so kannst du sie schnell erkennen und dein Gesicht wahren.

Das Irrlicht

„Irrlichter“ sind Wörter, die sich phonetisch und orthographisch ähneln, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. Das deutsche Wort „Mappe“ hat einen englischen falschen Freund: map. Während du über eine „Dokumententasche“, also einen Büroartikel sprichst, denkt dein englischer Businesspartner an ein faltbares Papier, das Straßen und Städte verzeichnet: die „Landkarte“.

Der zweieiige Zwilling

Manchmal entsprechen sich falsche Freunde, jedoch kommt es auf den Kontext an. Zum Beispiel die Wörter „extra“ und extra. Betonst du bei einer Präsentation, dass du die Grafik extra zeigst, damit deine Zuschauer den Fehler sofort sehen, dann sagst du: „I deliberately put the graph there so that you would see it.“ Beim anschließenden Mittagessen heißt eine Extraportion Reis allerdings an extra portion of rice.

Der falsche Übersetzer

Sag deinem Gegenüber nicht, dass du deinen Masterabschluss an der high school gemacht hast. Das bedeutet für Amerikaner so viel wie „Gymnasium“. „Hochschule“ heißt college oder university.

Der Pseudo-Anglizist

Manche Wörter wurden vom Englischen direkt in die deutsche Sprache übernommen, meinen allerdings im englischen Original etwas völlig anderes. Das im Deutschen verwendete Wort „Handy“ heißt im Englischen nicht etwa „Mobiltelefon“ – das nennen die nämlich cell phone – während das englische Wörtchen handy „geschickt“ oder „handlich“ bedeutet.

Der Erfinder

Wenn du für deinen Geschäftspartner und dich einen Tisch reservieren willst, dann benutze nicht das Verb „reservate“. Das ist zwar smart, existiert im Englischen aber gar nicht! Richtig wäre reserve oder book.

Ein romantisches Date zum Vorstellungsgespräch? Wie man aus Missgeschicken stabile Eselsbrücken baut

Etwas Gutes haben falsche Freunde: Weil sie oftmals zu absurden und lustigen Situationen führen, kann man sie sich besonders leicht einprägen. Man muss nur die entsprechenden Szenen als Eselsbrücken entwerfen. Eine passende Geschichte dazu ist die über Chris, the Crazy German, der dank einiger sprachlicher Ausrutscher seinen Traumjob in einem Start-up im Silicon Valley landete und auch heute noch in vielen Lebenslagen seinem Spitznamen alle Ehre macht.

Bewerbung

Chris, the Crazy German war, bevor er bei seinem Start-up anfing, Unternehmer in seinem eigenen kleinen Berliner Unternehmen. Five years ago, las man in seinem Bewerbungsschreiben, I decided to become an undertaker and started up my own start-up company. Bestattungsunternehmen mit Start-up-Kultur verbinden? Genau so einen schrägen Vogel wie ihn suchte man!

Telefonieren

Am Telefon wollte die Teamassistentin Miss Jennings mit dem deutschen Bewerber einen Termin für ein Vorstellungsgespräch ausmachen. Statt einen appointment zu machen, lud Chris Miss Jennings aus Versehen auf ein romantisches Date ein: „Miss Jennings, can we make a date for fifth of July?“

Smalltalk

Das Missgeschick wollte er bei der ersten Begegnung mit Miss Jennings wiedergutmachen und auf bewährten amerikanischen Smalltalk setzen: „That costume looks really good on you.“ Nur trug Miss Jennings nicht irgendein Faschingskostüm, sondern einen schlichten Anzug, also einen suit.

Auch bei seiner potenziellen Chefin, Laura, ging beim Smalltalk etwas schief. Da Chris wenig über amerikanische Popkultur wusste, machte er die aktuelle Fußball-WM zum Gesprächsthema und erzählte von einem spannenden public viewing auf dem Berliner Alexanderplatz. Chris meinte natürlich die Live-Ausstrahlung des Fußballspiels auf einer öffentlichen Leinwand. Laura aber war erstaunt: öffentliche Leichenaufbahrungen in der deutschen Hauptstadt? Das hatte bestimmt mit Chris’ erfolgreichem Bestattungsunternehmen zu tun! Den Job hatte er quasi in der Tasche.

Geschäftsessen

An Chris’ verschrobenen Charakter gewöhnte man sich im Silicon Valley schnell. So sprach Crazy Chris seine Vorgesetzte Laura auf Geschäftsessen im Beisein von Geschäftspartnern gerne mal als „Köchin“ an: „Thank you, chef.“ Die ersten Male ist Laura noch boss, das richtige Wort für „Chef“, rausgerutscht. Irgendwann hat sie es aber aufgegeben, Crazy Chris ändern zu wollen. Wohl oder übel war Chris’ Stimme nie zu überhören, denn er hatte sich die amerikanische Gepflogenheit des lauten Sprechens schnell angeeignet. So verkündete er auf Geschäftsessen stets gut hörbar, „ein Bier zu werden“ – „I become a beer!“ – statt eins zu bekommen: „I’ll have a beer!“

Präsentationen

In Präsentationen bat Crazy Chris das Publikum gerne, die backside der ausgeteilten Unterlagen anzuschauen, also ihren „Po“. Nicht alle ahnten, dass er die Rückseite meinte, die reverse side. Chris sprach außerdem gerne vom stadium eines Projektes, womit er natürlich den Entwicklungsstand, stage of the project, meinte. Die Kollegen entschuldigten das mit Entzug vom deutschen Fußball. Nach solchen gemeinsamen Arbeitsrunden ging Chris gerne mit allen in die canteen, die „Feldflasche“. Auf cafeteria, das richtige Wort für „Kantine“, kam Chris einfach nie, wenn er Hunger hatte.

Fachwörter

Ob in Meetings oder bei Präsentationen, Crazy Chris glaubte zu wissen, wie man sensiblen Themen auswich. Sprach man ihn auf seine commission, seine „Provision“, an, lenkte er ab und erzählte auf Englisch etwas von provisions, also irgendwelchen Vorkehrungen. Als es einmal um einen gerichtlichen Prozess ging, also einen lawsuit, da tat er so, als handele es sich lediglich um ein Arbeitsverfahren, a process.

Not the yellow from the egg? Trotzdem leicht lernbar

Linguisten verwenden in ihrer Fachsprache gerne komplizierte Wörter. Falsche Freunde zum Beispiel nennen sie „interlinguale falsche Freunde“. Verwirrend? Keine Sorge. Du musst keine Fortbildung in Sprachwissenschaft belegen, um die fiesen interlingualen falschen Freunde zu beherrschen. Ersetze das Wörtchen „interlingual“ einfach mal mit „interkulturell“. Und dann stell dir vor, zwei Wörter unterschiedlicher Herkunft treffen aufeinander. Das ist wie mit Menschen – nicht immer läuft alles reibungslos ab. Und wo es für interkulturellen Menschenkontakt Ratgeber und Coaches gibt, da gibt es auch für Sprachen effektive Hilfestellungen. Dann kannst du dein Business-Englisch selbstbewusst einsetzen – ohne Angst vor peinlichen Fettnäpfchen.

Was du sagen willst Richtige Übersetzung False friend False-friend-Übersetzung
Mappe, Dokumententasche briefcase map Landkarte
extra deliberately extra zusätzlich
Hochschule, Universität university, college high school Gymnasium
Handy cell phone handy geschickt, handlich
reservieren (to) reserve, (to) book „reservate“ (kein englisches Wort) (keine Entsprechung)
Unternehmer entrepreneur undertaker Bestattungsunternehmer
Termin appointment date romantische Verabredung
Anzug suit costume Kostüm, Verkleidung, Tracht
öffentliche Live-Ausstrahlung live broadcast public viewing öffentliche Leichenaufbahrung
Chef boss chef Koch
(etwas) bekommen (to) get (sth.) (to) become (sth.) (etwas) werden
Rückseite reverse side backside Po, Hinterteil
Entwicklungsstand (eines Projektes) stage (of a project) stadium Stadion
Kantine cafeteria canteen Feldflasche
Provision commission provision Vorkehrung
Gerichtsprozess lawsuit process Arbeitsverfahren


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