Sprachenlernen wie ein Kind? (K)eine empfehlenswerte Methode

Sprachenlernen wie ein Kind – ist das überhaupt wünschenswert? Wir gehen der „intuitiven Lernmethode“ auf den Grund und geben sechs von Erwachsenen getestete, kindliche Lerntipps.
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Sprachenlernen wie ein Kind? (K)eine empfehlenswerte Methode

Sprachenlernen wie ein Kind – soll sagen: Ganz ohne Aufwand eine Sprache lernen und sie dann auf muttersprachlichem Niveau sprechen – wäre das nicht schön? Das mag zwar so klingen, aber nach diesem Artikel wirst du dich freuen, dass du nicht mehr wie ein Kind lernst!

Ist es wünschenswert, Sprachen wie ein Kind zu lernen?

Hinter dem Wunsch, Sprachen wie ein Kind zu lernen, versteckt sich oft der Gedanke, dass das alles ohne Mühe, eigenes Zutun und trockenes Büffeln verlaufen würde. Fast wie im Schlaf sozusagen … Vernachlässigt werden bei diesem Wunschgedanken jedoch einige wichtige Punkte, die wir im Folgenden beleuchten.

Mühelos und frustfrei? Nicht ganz …

Wer denkt, dass Kinder mühelos lernen, vernachlässigt dabei, wie viel Kinder täglich verarbeiten. Dass das garantiert nicht frustfrei verläuft, sollte jedem klar sein, der Kleinkinder einmal beobachtet hat. Erwachsene Lernende sind selten so frustriert, dass es in einem Wutanfall endet, oder?

Andere Zeitspannen

Kinder produzieren ihre ersten verständlichen Wörter im Schnitt mit zwölf Monaten. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass sie auch erst ab dem sechsten Monat ihre Zähnchen bekommen und dass Zähne wichtige Artikulationsorgane sind. Von da an dauert es noch einige Jahre (!), bis Kinder komplexe Sätze formen und von fremden Menschen verstanden werden können. Vergleiche das mit einer Babbel-Lektion, die nur 15 Minuten dauert, und finde heraus, wie lange du brauchst, um die ersten Wörter und Sätze im Gespräch anzuwenden.

Andere Umstände

Oft denken wir beim Spracherwerb von Kindern nicht daran, dass sie täglich rund um die Uhr von ihrer Lernsprache umgeben sind. Wenn wir uns vergleichbare Umstände schaffen, wird das als immersives Lernen bezeichnet.

Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell und gut Kinder lernen können. Keineswegs wollen wir uns als Erwachsene überlegen fühlen. Uns geht es aber darum, klar zu machen, dass wir Erwachsene eigentlich ziemlich gute Methoden und Strategien entwickelt haben, um effizient zu lernen – und unter diesen Umständen erscheint es ein wenig unsinnig, sich zu wünschen, wie ein Kind zu lernen. Vielleicht ist das ja nur eine faule Ausrede unseres inneren Schweinehundes? .

Mit diesen sechs Tipps kannst du dein Sprachenlernen wie ein Kind gestalten

Obwohl Sprachenlernen wie ein Kind nicht die Methode ist, die wir beim Konzipieren unserer App verfolgen, wollen wir dennoch einige Einsichten vom kindlichen Lernen auf das Sprachenlernen der Erwachsenen übertragen.

Tipp Nummer 1: Keine Angst vor Fehlern haben

Kinder schämen sich selten dafür, etwas nicht zu wissen, denn von ihnen wird auch nicht verlangt, dass sie schon alles wissen. Sprachenlernen wie ein Kind heißt, dieselbe Denkweise an den Tag zu legen. Was du noch nicht kannst, kannst du lernen. Genauso solltest du ungeniert deinen Fehlern gegenüberstehen. Es ergibt sich aus ihnen vielleicht eine lustige Geschichte oder im schlimmsten Fall wirst du eben nicht verstanden. Menschen, die für sprachliche Fehler anderer keine Geduld haben, sind wahrscheinlich nur solche, die selbst nie eine neue Sprache gelernt haben. Nimm also Ungeduld möglicher Gesprächspartner nicht persönlich.

Tipp Nummer 2: Input, Input, Input

Kinder sind täglich von ihrer Lernsprache umgeben. Schaff dir dieselben Umstände. Kinderbücher, -serien und -filme sind außerdem gut als Lernmaterialien für Anfänger geeignet, da sie kurz und in einfacher Sprache verfasst sind.

Tipp Nummer 3: Spielerisch lernen

Wir verlangen von Kindern nicht, dass sie stur vor Grammatikbüchern hocken. Warum sollten wir nicht auch als Erwachsene Spaß mit unserer neuen Sprache haben? Sing ein Lied, zeichne einen Comic, organisiere eine britische Teeparty mit deinen liebsten Stofftieren … was immer deine Motivation aufrecht erhält, ist erlaubt!

Tipp Nummer 4: Muster erkennen

Kinder sind ziemlich gut darin, Muster in Sprachen zu erkennen. Das lässt sich immer dann sehen, wenn sie zum Beispiel eine unregelmäßige Mehrzahl verregelmäßigen und so einen „Fehler“ machen. Die Fehler kannst du streichen, dafür solltest du aber versuchen, Muster in der Sprache zu erkennen und diese spielerisch anzuwenden.

Tipp Nummer 5: Brabbeln, was das Zeug hält

Unbekannte Laute können uns einen Knoten in der Zunge machen und wir entscheiden viel zu früh, dass wir sie einfach nicht produzieren können. Kinder – zumindest die ganz kleinen – machen das anders. Sie produzieren eine Vielzahl an Lauten (das ist das, was wir als Brabbeln bezeichnen) und machen dann nur mit denen weiter, für die sie Feedback bekommen. Das heißt, dass jeder Mensch mit vollständigen Artikulationsorganen alle Laute aus anderen Sprachen produzieren kann und das in der Vergangenheit wahrscheinlich schon getan hat – unser Sprechapparat muss sich nur wieder daran gewöhnen. Lies nach, wie und wo die Laute richtig geformt werden und dann scheu dich nicht, zu brabbeln, bis du die Laute nachmachen kannst.

Tipp Nummer 6: Kleine Ziele stecken und feiern

Wir sind auf Kinder stolz, wenn sie anfangen zu krabbeln, statt uns auf den Fakt zu konzentrieren, dass sie nicht mit Usain Bolt um die Wette sprinten. Jedes der ersten Wörter unserer Kinder feiern wir. Und gleichzeitig fühlen wir uns doof, wenn uns die Kommunikation in einer anderen Sprache als unserer Muttersprache schwerfällt … das ergibt nicht besonders viel Sinn, oder? Setz dir erreichbare und kleine Ziele und feiere dich ruhig ein bisschen, wenn du sie erreichst!

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