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Kann Perfektionismus beim Sprachenlernen helfen?

Perfektionismus kann sich in vielen Bereichen des Lebens zeigen. Seine Auswirkungen werden auch beim Sprachenlernen deutlich.
Kann Perfektionismus beim Sprachenlernen helfen?

Das Streben nach dem Perfekten durchdringt viele unserer Lebensbereiche. Sei es beim Aussehen oder den persönlichen Leistungen. Es zeigt sich manchmal schon in den kleinen Dingen, die uns vielleicht gar nicht so bewusst sind. Die Präsentation ist eigentlich fertig, aber die Farbwahl des Tortendiagramms auf Folie 34 könnte doch etwas mehr ins Blaue gehen? Eigentlich ist alles vorbereitet, aber du gehst es lieber noch drei Mal durch, damit wirklich alles stimmt und vergisst dabei, dass du noch gar nichts getrunken hast? Perfektionistisches Denken geht oft mit Ehrgeiz, Gewissenhaftigkeit und Pflichtbewusstsein einher. Prinzipiell sind das keine schlechten Eigenschaften. Besonders wenn es um das Erlernen einer neuen Sprache geht, können sie nützlich sein. Hilft uns Perfektionismus also beim Sprachenlernen?

Menschen, die zu Perfektionismus neigen, stellen oftmals sehr hohe Erwartungen an sich selbst. Beim Sprachenlernen taucht dann beispielsweise der Gedanke auf, dass man eine Sprache erst richtig kann, wenn man sie wirklich fehlerfrei beherrscht. Ab und zu den falschen Artikel nutzen oder die Muttersprachler:innen nicht sofort verstehen? Solche Situationen fühlen sich schnell wie eine Vollkatastrophe an. Man hat das Gefühl, komplett zu versagen. Allein der Gedanke daran kann je nach Ausprägung des Perfektionismus dazu führen, dass wir uns nicht trauen, unser hart erlerntes Wissen auch anzuwenden oder im schlimmsten Fall: Wir fangen gar nicht erst an, unsere Wunschsprache zu lernen. 

Es wird deutlich: Perfektionismus schadet beim Sprachenlernen mehr, als das er nützt. Er kann dazu führen, dass man sich selbst sabotiert, denn es wird sich nur auf die eigenen Fehler konzentriert. Der eigentliche Fortschritt wird heruntergespielt oder schlicht weniger wahrgenommen. Das kann schnell entmutigen und die Freude am Lernen nehmen. Und das ist schade, denn das Sprachenlernen sollte in erster Linie Spaß machen und keine Zwangsveranstaltung sein. 

Perfektionismus und Sprachenlernen: Wie geht man damit um?

Was kannst du also tun, wenn du Angst entwickelst, perfekt sein zu müssen und dich dadurch in deinem Lernprozess gehemmt oder entmutigt fühlst? Hier kommen fünf Tipps, die dir dann helfen können.

1. Frage dich, warum du die Sprache lernen möchtest

Ist der Grund wirklich die perfekte Beherrschung der Sprache oder eher die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen und sich selbst mitteilen zu können? Am Ende geht es beim Sprachenlernen doch genau darum: mit anderen zu kommunizieren. Wenn du dir darüber bewusst wirst, nimmst du dir den Druck, perfekt sein zu müssen. Die Freude darüber, sich mit anderen austauschen zu können, sollte im Vordergrund stehen.

3. Setze dir realistische Ziele

Es ist nichts falsch daran, hohe Ziele zu verfolgen, aber wenn sie anfangen, dir den Spaß an der Sache zu nehmen, solltest du dein Vorgehen überdenken. Jedes Wort im Wörterbuch zu kennen, alles immer richtig auszusprechen und vom ersten Tag an wie die Einheimischen zu klingen, sind Ziele, die dich schnell entmutigen können. Von deinem obersten Ziel ausgehend, solltest du dir viele kleinere Ziele setzen, die du in realistischen Schritten erreichen kannst. Dadurch schaffst du dir kleine Erfolgserlebnisse. Und das Gute ist: Sie überfordern dich nicht, sondern motivieren dich! Schau mal: Noël zeigt dir in diesem Video, wie diese kleinen Ziele aussehen können:

3. Genieße den Lernprozess

Versuche, den Lernprozess zu genießen, anstatt dich auf das Ergebnis zu konzentrieren. Das macht das Sprachenlernen zu einer angenehmen und lohnenden Erfahrung. Auch wenn das Sprichwort etwas abgedroschen klingt: Der Weg ist das Ziel! 

4. Akzeptiere deine Fehler

Fehler gehören zum Sprachenlernen dazu und sind unvermeidbar. Sie sind Teil des Lernprozesses und helfen dir, deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Es kommt nur darauf an, wie du ihnen begegnest. Falls es zu Missverständnissen kommt oder du etwas nicht verstehst, ist es immer gut zu wissen, wie du das mitteilen oder noch einmal nachfragen kannst. Lerne zum Beispiel nützliche Ausdrücke, um Fehler und Missverständnisse auf Spanisch anzusprechen. 

5. Nutze deine Lernsprache und mache Fehler!

Nutze die Möglichkeiten, in denen du die Sprache anwenden kannst. Scheue nicht davor zurück, weil du Fehler machen könntest. Übung hilft dir nicht nur, deine Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch Selbstvertrauen aufzubauen. Selbst für den Fall, dass du etwas nicht weißt, hat die Sprache die perfekten Mittel, um dir zu helfen. Zum Beispiel kannst du mit Füllwörtern auf Französisch fließend klingen, obwohl du noch kurz über den nächsten Satz nachdenken musst. 

Also versuche den Druck rauszunehmen, denn du lernst deutlich effektiver, wenn du Spaß dabei hast. Eine Sprache lernst du nicht nur durch reines Vokabelpauken und Grammatikregeln auswendig lernen. Umgib dich mit der Sprache, die du lernen möchtest, auch im Alltag und mache die Dinge, die du sonst auch tun würdest. So verbindest du die Sprache mit den Sachen, die dir Spaß machen und du löst den Druck. Entdecke Podcasts, Lernspiele, Filme und Serien in deiner Zielsprache. Wenn du ganz am Anfang stehst und noch überlegst, welche Sprache du lernen möchtest, kannst du dir auch eine Sprache aussuchen, die für Deutschsprechende leichter zu lernen ist.

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