Füllwörter auf Französisch: ein Leitfaden

Füllwörter sind all jene Wörter, die wir sagen, ohne groß über sie nachzudenken. J’avoue, alors, du coup, donc, c’est clair, bref … Was wäre, wenn Füllwörter dir helfen, dich im Französischen besser auszudrücken?
Personen sitzen draußen im Cafe und unterhalten sich. Dabei nutzen sie viele Füllwörter auf Französisch.

Füllwörter, auch Gesprächspartikeln oder Phrasen genannt, sind all jene Wörter und Floskeln, die man unbewusst verwendet, manchmal geradezu inflationär. Wie auch in anderen Sprachen gibt es auch zahlreiche Füllwörter im Französischen. Besonders oft findet man sie am Anfang und am Ende eines Satzes. Sie stellen eine kommunikative Praxis dar, die weder nervig noch sinnlos ist. Ganz im Gegenteil. Füllwörter sind vor allem deshalb so nützlich, weil sie uns helfen, natürlicher zu sprechen. Ob du gerade mal keine Worte findest oder versuchst, deinen Akzent zu verbergen, sie sind vielfältig einsetzbar. Füllwörter und Floskeln auf Französisch zu kennen, bedeutet, bestimmte sprachspezifische Diskursstrategien zu beherrschen. Füllwörter und Floskeln sind ein gutes Mittel, um den Redefluss zu verlangsamen, Fehler zu vermeiden und dabei gleichzeitig ganz authentisch zu sprechen. Also: Bühne frei für unsere Kandidaten!

Was sind die wichtigsten französischen Füllwörter?

Es gibt mehrere Arten französischer Floskeln und Füllwörter. Diese Liste zeigt dir, welche es gibt:

  • kleine Wörter, die leicht unterzubringen sindbref („kurzum“), voilà („hier“), genre („so wie“), carrément/clairement/vraiment („wirklich, echt“), finalement („schließlich“), pas de souci („kein Problem, keine Sorge“), pas trop „nicht besonders“), soit („also“), bien/bon („gut, also“), eh ben („naja“), d’accord („okay“)
  • Verben in der ersten Person j’avoue („ich muss gestehen“), je veux dire („ich meine“), je te jure („ich schwöre“), je vais être (très) clair („um es (ganz) klarzustellen“), j’ai envie de dire („was ich sagen will“), je dis ça („ich meine halt“), je dis rien („ich sage mal nichts“) ;
  • Verben in der zweiten Person tu sais („weißte“), tu vois („siehste“), t’as vu („haste gesehen“), dis („sag mal“), écoute („hör mal“), regarde („schau mal“), vas-y („auf geht’s“)
  • andere Ausdrücke mit einem Verb c’est clair („auf jeden Fall“), ça marche („abgemacht“), on (ne) va pas se mentir („machen wir uns nichts vor“)
  • Ausdrücke auf Verlan (französische Umgangssprache, die mit dem Umdrehen von Silben spielt) de ouf (Umkehrung von fou („verrückt“)), bedeutet soviel wie „krass
  • Verbindungswörter und logische Konnektoren en fait („eigentlich“), en même temps („gleichzeitig“), mais („aber“), par contre („hingegen“), alors/donc („also, dann“), ceci dit („nichtsdestotrotz“), de toute façon („auf jeden Fall“), entre autres („unter anderem“)
  • und andere Füllwörter auf Französischpour le coup („für den Fall“), du coup („deshalb“), etc.

Französische Füllwörter, die keine Wörter sind

Manche Füllwörter im Französischen sind nicht einmal … richtige Wörter. Zumindest sehen sie nicht wie Wörter aus, die man im Wörterbuch finden und in anderen Zusammenhängen verwenden kann. Sie ähneln eher Lauten oder Silben. Das hindert sie jedoch nicht daran, sich in unsere Gespräche einzuschleichen. Dies ist der Fall bei hein („oder, stimmts“), einer Art Äquivalent zu quoi („was“), das man oft am Ende eines Satzes findet, wie in: C’est vrai, hein („Stimmt doch, oder“).

Die Liste ist lang: oh, eh, euh, hum … Diese Art Füllwörter kommen aus dem mündlichen Französisch, weshalb ihre Rechtschreibung variieren kann. In der geschriebenen Sprache findet man weitere Varianten wie heu, um, hm, hmm etc.

Wann verwendet man Füllwörter und Floskeln im Französischen?

Nur keine falsche Scheu: Füllwörter klingen zu 100 % authentisch. Sie sind der entscheidende Faktor dafür, ob man eine Sprache mittelmäßig, fließend oder sogar auf nahezu muttersprachlichem Niveau spricht. Französische Füllwörter und Floskeln helfen dir auch, Zeit zum Nachdenken zu gewinnen, wenn dir ein Wort mal nicht gleich einfällt. Denn beim Lernen einer neuen Sprache braucht man oft ein bisschen länger, um seine Gedanken passend auszudrücken. Es ist völlig normal, dass dir manchmal Wörter nicht sofort einfallen, obwohl du sie eigentlich schon gelernt hat. Wenn du in deinen Satz also ein paar Füllwörter und Floskeln auf Französisch einbaust, verschafft dir das die nötige Zeit, um darüber nachzudenken, wie du deinen Gedanken am besten formulierst. Ein Tipp: Habe keine Angst, auch mal kleine Pausen zu machen oder sogar mehrere Füllwörter aneinanderzureihen.

Bref… donc, en fait… hier, j’ai pris le métro et du coup… („Jedenfalls … also, eigentlich … gestern bin ich mit der U-Bahn gefahren und deshalb …“)

Füllwörter geben den Sprechenden Sicherheit und sind Teil eines regelhaften Systems, das zu Smalltalk anregt und eine Diskussion in Gang bringt. Sie sind wie Bojen in einem Meer von Wörtern. Alle Sprachen versuchen tunlichst zu vermeiden, dass sich Lücken, Leerstellen und Stille in die Gespräche einschleichen.

Als Lückenfüller ermöglichen es Füllwörter und Floskeln, sich aus einer Diskussion herauszunehmen. Schließlich ist c’est clair („auf jeden Fall“) oder j’avoue („ich muss gestehen“) eine gute Möglichkeit, sich nicht festzulegen. So kannst du dich vor endlosen Diskussionen retten, die dabei sind, zu einem Monolog deines Gegenübers zu werden. Und außerdem kannst du … so tun, als hättest du alles verstanden! Das ist nicht sehr mutig, aber die Versuchung, sich hinter einer Floskel zu verstecken, wenn man nicht weiß, was man antworten soll, ist manchmal groß.

Kurz gesagt: Füllwörter und Floskeln kurbeln dein Selbstbewusstsein an. Wenn du die Füllwörter und Floskeln auf Französisch beherrschst, fühlst du dich in der Sprache gleich viel wohler. Trotz all dieser Vorteile gibt es aber auch Kritik an diesen kleinen Lückenfüllern. Einige kritisieren ihren übermäßigen Gebrauch und stempeln sie als eine Modeerscheinung ab. Zu einem gewissen Grad haben sie damit recht. Ja, Füllwörter und Floskeln sind eine Modeerscheinung. Denn die Füllwörter von heute sind andere als die, die früher genutzt wurden. Man braucht sich nur den Erfolg bestimmter Wörter anzusehen, wie z. B. wesh (Jugendsprache, bedeutet in etwa „Jo, was geht?“). Und in bestimmten beruflichen und akademischen Kontexten können sie tatsächlich auch fehl am Platz sein.

In jedem Fall sind Füllwörter und Floskeln keineswegs als Fehler oder gar als Symptom sprachlicher Verarmung einzustufen. Ganz im Gegenteil: Sie sind sogar eine Bereicherung und der Beweis dafür, dass eine Sprache lebendig ist! Sprechen bedeutet immer auch Fehler zu machen. Das Wichtigste ist nicht, dass du keine Fehler machst, sondern dass du dich verständigen kannst und verstanden wirst. Hast du dir für das neue Jahr vorgenommen, eine Sprache zu lernen? Dann mache dabei also ruhig Fehler, aber mache sie gut – mit Füllwörtern und Floskeln auf Französisch.

Füllwörter haben dein Interesse geweckt? Dann erfährst du hier alles über Füllwörter im Englischen!

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