Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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Wie du deinen Akzent verbessern kannst – 5 Tipps

Viele Deutsche sind mit ihrem Akzent unzufrieden – dabei könnten sie ganz einfach daran arbeiten! Wie das geht, erfährst du hier.

Artikel von: Katrin Sperling
Illustriert von Isabelle Castelain

Willst du in einer fremden Sprache als Muttersprachler durchgehen? Der wahre Test – der sogar noch wichtiger ist als der Umfang deines Vokabulars oder die Komplexität deines Satzbaus – ist dein Akzent.

Wenn du glaubst, dass es schwer oder sogar unmöglich ist, deinen Akzent in einer anderen Sprache loszuwerden, benutzt du vielleicht die falsche Methode. Hier sind einige Tipps, wie du einen „stereotypen“ Akzent loswirst, egal, welche Sprache du sprichst!

1. Lerne das phonetische Alphabet

Bei Babbel wollen wir das Sprachenlernen für alle – komplette Anfänger wie Fortgeschrittene – möglich machen. Darum benutzen wir das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) im Allgemeinen nicht. Trotzdem ist es ein guter Wegweiser, um deine neue Sprache zu navigieren. Anders als normale Rechtschreibung, für die es in jeder Sprache eigene Konventionen gibt (der [sch]-Laut wie in Schule kann zum Beispiel auf Englisch „sh“, auf Französisch „ch“, oder auf Russisch „ш“ geschrieben werden), beschreibt das IPA Laute sprachenunabhängig. Eine Verschriftlichung des Lautes mit einem bestimmten Zeichen kann dir dabei helfen, Laute wiederzuerkennen, an die dein Ohr nicht gewöhnt ist. Es hilft dir auch, Laute auseinanderzuhalten, die in deiner Sprache nicht unterschieden werden. Wusstest du zum Beispiel, dass im Portugiesischen viele Vokale ganz anders als im Deutschen realisiert werden? Ob du in dieser Sprache einen Vokal durch die Nase aussprichst oder nicht, kann durchaus einen Bedeutungsunterschied machen! Wenn also ein Laut mit einem anderen Zeichen visualisiert wird, kann dir das Unterscheidungen, die es im Deutschen nicht gibt, verdeutlichen. Sobald du diese Laute identifizieren kannst, wirst du sie öfter bemerken, wenn du eine neue Sprache sprichst und hörst.

2. Mach dir klar, wo bestimmte Laute gebildet werden

Wenn du einen bestimmten Laut nicht bilden kannst, liegt das womöglich daran, dass du eine komplett falsche Herangehensweise an diesen Laut hast! Nehmen wir zum Beispiel das geschriebene „r“, das in vielen Sprachen eine große Herausforderung ist. Im Deutschen wird es hinten im Rachenraum „gegurgelt“. Wenn du nun ein „r“ in einer anderen Sprache geschrieben siehst, kann das dazu verführen, es genauso auszusprechen. Aber sehen wir es mal so: Nur weil du in Stadt A von der Hauptstraße nach Süden abbiegen musst, wenn du zur Bahnhofsstraße willst, heißt das nicht, dass es in Stadt B genauso ist!

Schau dir also Abbildungen der Artikulationsorgane wie eine Landkarte an oder suche nach Beschreibungen, wo bestimmte Laute gebildet werden. Zum Beispiel muss im Spanischen und Russischen für ein „r“ die Zunge vorne hinter den oberen Schneidezähnen anschlagen. Im Englischen bewegt sich die Zungenspitze dagegen nach oben zum Gaumen.

Es kann auch hilfreich sein, sich genau die Mundbewegungen von Muttersprachlern anzusehen, wenn sie einen Laut produzieren, der schwer für dich ist. Das geht in persönlichen Gesprächen, aber noch besser in Filmen, wo du Szenen wieder abspielen und sogar die Geschwindigkeit verlangsamen kannst – die meisten Videoplayer haben diese Funktion heutzutage, und auch auf YouTube kannst du dir Videos verlangsamt anschauen.

3. Zuhören, zuhören, zuhören!

Nachdem du nun weißt, wie bestimmte Laute geschrieben und wo im Mundraum sie gebildet werden, steig von der Theorie auf die Praxis um: Versuche, dich deiner Zielsprache so viel wie möglich auszusetzen und sie so viel wie möglich im Gespräch mit Muttersprachlern zu verwenden. Wenn du Schwierigkeiten damit hast, ein bestimmtes Wort auszusprechen, bitte deinen Gesprächspartner, es zu wiederholen und nimm es mit deinem Handy auf. So kannst du es später wieder abspielen. Auch bei vielen Online-Wörterbüchern gibt es einen Button, mit dem dir die korrekte Aussprache eines Wortes vorgespielt wird. Auf diese Weise kann sich dein Ohr an den Rhythmus, die Sprachmelodie und all die Laute gewöhnen, die dir anfangs ungewöhnlich vorkommen. Selbst wenn du noch nicht alles verstehst, kannst du die Hörbeispiele im Hintergrund laufen lassen, wenn du Hausarbeiten erledigst oder joggen gehst, um auf diese Weise langsam aber sicher mit der Sprache vertraut zu werden.

4. Identifiziere, welche Laute für dich „komisch“ sind

Mit all dieser Theorie und jeder Menge Input wird dir auffallen, dass deine neue Sprache viele Laute hat, die es in deiner Muttersprache gibt (auch wenn diese Laute anders geschrieben werden). Wenn du die Gemeinsamkeiten identifiziert hast, kannst du dich voll und ganz auf die Laute konzentrieren, die es in deiner Muttersprache nicht gibt. Widerstehe der Versuchung, diese ungewöhnlichen Laute mit ähnlichen Lauten in deiner Muttersprache gleichzusetzen (so wie viele deutsche Muttersprachler keine Unterscheidung zwischen [th] und [s] machen). Diese Technik mag erstmal wie eine nützliche Abkürzung erscheinen, ist aber eine schlechte Angewohnheit, die es dir später noch schwerer machen wird, eine akzentfreie Aussprache zu haben.

Die Eigenheiten einer Sprache zu ignorieren, lässt dich im besten Fall etwas witzig klingen, im schlimmsten Fall führt es aber dazu, dass du komplett andere Wörter sagst! Wenn du zum Beispiel Französisch lernst, werden die Leute Schwierigkeiten haben, dich zu verstehen, wenn du zwischen cent („hundert“), sang („Blut“), sens („Sinn“) und sans („ohne“) keinen Unterschied machst.

5. Üben, üben, üben

Deinen Akzent zu trainieren erfordert Geduld, also lass dich nicht demotivieren, wenn es nicht gleich klappt. Für maximale Effizienz sollten deine Trainingseinheiten häufig sein – vermeide es, mehr als zwei Tage dazwischen verstreichen zu lassen. Lies verschiedene Texte laut vor und nimm dich dabei auf. Dann hör sie dir an und analysiere: Wo liegen deine Schwächen und Stärken? Welche Gewohnheiten aus deiner Muttersprache überträgst du auf deine neue Sprache? Du kannst auch Muttersprachler um ihre Meinung bitten. Zum Beispiel kannst du deine Aufnahmen auf Online-Communities wie JudgeMyAccent hochladen. Je mehr du sprichst und je mehr Feedback du bekommst, desto besser wird dein Akzent werden.

Bonustipp: Keine Angst vor „Übertreibungen“ und „Sprachfehlern“

Wenn du einen ungewohnten Laut aussprichst, kann dieser dir schnell übertrieben vorkommen. Meist ist das jedoch nicht der Fall. Genauso haben viele Sprecher Scheu vor einem Laut, weil sie denken, dass er wie ein Sprachfehler klingt – Das englische [th] zum Beispiel, das ein bisschen wie ein Lispeln klingt … also keine Angst, Augen zu, Zunge zwischen die Zähne und durch!

Bei Babbel sind alle Kurse auf Sprachkombinationen zugeschnitten. Wir wissen also, welche Laute dir als deutschem Muttersprachler Probleme bereiten und helfen dir dabei!

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