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Wie du mit englischen Füllwörtern Fehler beim Sprechen umgehst

Füllwörter sind mehr als reine Lückenfüller. Sie sind eine nützliche Hinhaltetaktik, die dir Zeit zum Nachdenken verschafft.
Wie du mit englischen Füllwörtern Fehler beim Sprechen umgehst

Mit dem neuen Jahr kommen neue Möglichkeiten, etwas ganz Neues zu lernen. Doch sind wir mal ehrlich: Die Begeisterung und Motivation zum Jahresbeginn lässt nach, sobald uns wieder einfällt, dass das Lernen neuer Fähigkeiten auch heißt, viele Fehler machen zu müssen. Gerade wenn man Englisch lernt, können Fehler besonders einschüchternd sein, will man sich doch bei einem Gespräch mit Muttersprachler:innen nicht blamieren. Doch zum Glück gibt es eine … nennen wir es mal „eingebaute Funktion“, die dir dabei hilft, Fehler zu vermeiden: Englische Füllwörter.

Der Begriff „Füllwort“ klingt jetzt vielleicht so, als würde es sich um Wörter handeln, die die Stille in einem Gespräch füllen sollen. Bis zu einem gewissen Grad ist das auch richtig, aber es bedeutet nicht, dass hinter Füllwörtern gar kein Sinn steckt. In Gesprächen nutzen viele Menschen Füllwörter, um eine kleine Sprechpause zu machen, während sie nachdenken. Das wirkt etwas freundlicher, als einfach zu schweigen, was den:die Gesprächspartner:in zudem denken lassen könnte, dass man seinen Beitrag beendet hat.

Die Füllwörter deiner Erstsprache hast du dir sehr wahrscheinlich auf natürliche Weise, ganz unbewusst angeeignet – denn solche Wörter explizit zu lernen, ist in der Regel unüblich. Doch wenn man eine neue Sprache lernt, fehlt dieser natürliche Weg. Deshalb haben wir für dich eine Liste mit den gängigsten englischen Füllwörtern erstellt. Und wir sind uns sicher: Mit diesen kleinen Wörtern wird dein Englisch fließend klingen, auch wenn du noch kurz über die nächste Vokabel nachdenken musst.

Die gängigsten englischen Füllwörter

Viele verschiedene Wörter können zu englischen Füllwörtern werden. Füllwörter, egal in welcher Sprache, fügen einem Satz nicht unbedingt etwas hinzu. Sie können weggelassen werden, ohne den Satzinhalt zu verändern. Je nachdem wie sie eingesetzt werden, können sie eine Aussage aber verstärken und die Gesamtstimmung eines Satzes beeinflussen. Hier sind einige der gängigsten englischen Füllwörter:

  • like — Like gehört zu den am häufigsten genutzte Füllwörter der englischen Sprache und hat unzählige Verwendungsmöglichkeiten. Es ist ein Verb, ein Suffix, eine Konjunktion und wahrscheinlich einfach DAS beliebteste englische Füllwort. Das kleine Wort like kann fast überall im Satz vorkommen, einzige Ausnahme: am Satzende. Wir glauben, dass die besonders häufige Verwendung des Wortes daher rührt, dass es bedenkenlos an so vielen verschiedenen Stellen im Satz eingesetzt werden kann.

Beispiel: I know you, like, don’t want to go to the park. Like, the park is not important.

  • so — Als Füllwort kommt das englische Wort so ausschließlich am Satzanfang vor. Das lange „o“ macht es zu einem perfekten Gehilfen, wenn du mitten im Gespräch eine Denkpause einlegen möchtest.

Beispiel: So, where do you want to eat?

  • well — Ein weiteres sehr flexibles englisches Füllwort ist well. In der Regel steht es am Anfang eines Satzes, kann aber auch zwischen Satzteilen vorkommen. Zum Beispiel, wenn du deine Gedanken sortieren möchtest, bevor du zu einem neuen Thema übergehst.

Beispiel: Well, what’s our next move?

  • you know — Im Vergleich zu den ersten hier aufgelisteten englischen Füllwörtern ist you know etwas präziser. Wenn man einen Satz mit you know – also „du weißt“ – beginnt, heißt das nicht zwangsläufig, dass der:die Zuhörende auch tatsächlich weiß, worum es geht. Zur Veranschaulichung: Du kannst sagen: You know, I saw Sam the other day, auch wenn dein:e Gesprächspartner:in diese Tatsache erst in dem Moment erfährt, in dem du sie sagst. Grundsätzlich kann you know als Füllwort am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Satzes stehen. Im zuletzt genannten Fall ist es allerdings meistens eine Frage, um sicher zu gehen, dass der:die Gesprächspartner:in verstanden hat, was gerade gesagt wurde.

Beispiel: You know, it’s not every day you see something like that.

  • I mean — Dieses englische Füllwort ist gewissermaßen als Gegenteil von you know zu verstehen. Es kann ebenfalls am Satzanfang oder in der Mitte stehen, aber nur selten am Satzende.

Beispiel: I mean, there’s nothing like hot coffee on a cold day.

  • just — Als englisches Füllwort wird just oft an den Satzanfang gesetzt. Du kannst es vor allem dann verwenden, wenn du darum bemüht bist, ein komplexes Thema auf seine einfachsten Bestandteile zu reduzieren. Du könntest zum Beispiel einen langen Vortrag übers Autofahren mit diesen Worten beenden: Just…make sure to be safe. Auch dient dieses englische Füllwort der Betonung und gibt dir einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, was genau du gleich sagen wirst.

Beispiel: The problem is, just, you have no idea what you’re doing. Just, no idea at all.

  • alright — Das englische Wort alright hat zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten – am Satzanfang eingesetzte, ist es auch ein Füllwort. In einem Gespräch kannst du es einsetzen, um deinem Gegenüber zu versichern, dass du ihn:sie verstanden hast. Außerdem gibt dir auch dieses englische Füllwort einen kurzen Moment Zeit zum Nachdenken, bevor du das Gespräch fortführst oder mit einem ganz neuen Thema beginnst.

Beispiel: Alright, I’m glad we have our next moves planned out.

  • yeah — Dieses Beispiel für englische Füllwörter funktioniert ähnlich wie alright und zeigt an, dass sich beide Gesprächspartner:innen einig sind. Du kannst es mit einer beliebigen Anzahl an Kombinationen erweitern, dazu gehören unter anderem no yeah, yeah no oder yeah yeah yeah.

Beispiel: Yeah, I see what you mean.

  • but, and und andere Konjunktionen — Zwar sind Konjunktionen und Füllwörter nicht dasselbe, in Gesprächen kann es aber durchaus Überschneidungen geben. Sagst du and, or oder but am Ende eines Satzes, lässt du deine:n Gesprächspartner:in wissen, dass du deinen Satz noch nicht beendet hast.

BeispielI love you, and I want to be with you, but I’m not sure this is working out.

  • actually, basically und andere Wörter mit -ly — Während Adverbien den Satzinhalt beeinflussen können, gibt es auch einige, die die Funktion von Füllwörtern übernehmen – insbesondere, wenn sie am Satzanfang stehen. Basically, literally und actually sind sehr gute Beispiele, weil sie nicht wirklich etwas zum Inhalt des Satzes beitragen. Man sagt zum Beispiel selten etwas, das man „eigentlich“ – also actually – nicht meint. Es wäre somit nicht notwendig, den Satz mit dem Wort zu beginnen. Außer: Man nutz es als Füllwort, um den leeren Raum zu füllen, bevor man zu dem kommt, was man sagen möchte.

Beispiel: Basically, there are two main possibilities here. Actually, there might be three. Technically, even four options if you think about it.

Englische Füllwörter, die eigentlich keine Wörter sind

Bis jetzt enthält unsere Liste der englischen Füllwörter alle englischen Begriffe, die einen doppelten Zweck als Füllwort erfüllen. Einige der am häufigsten eingesetzten englischen Füllwörter sind aber streng genommen gar keine richtigen Wörter. Es handelt sich dabei um einsilbige Laute, die in einem Gespräch gemacht werden, um Sprechpausen zu überbrücken. Diese englischen Füllwörter dehnen sich im Satz aus und sind vergleichbar mit Füllwörtern, die auch im Deutschen vorkommen, zum Beispiel: „äh“, „ähm“, „oh“.

  • um

Beispiel: So, um, what do you, um, think about that? Ähnlich wie das deutsche „ähm“.

  • uh

Beispiel: Uhhhhhhhh, what are you talking about? Ähnlich wie das deutsche „oooh“.

  • ehh

Beispiel: I want pizza and ehhhhh maybe a side salad. Ähnlich wie das deutsche „hmmm“.

  • oh

Beispiel: Ohhhhh, I see what you mean. Ähnlich wie das deutsche „oh, okay“.

Vielleicht erscheint es etwas albern, diese „Nicht-Wörter“ aufzuzählen, doch es lohnt sich vor allem deshalb, weil sich diese Formen von Füllwörtern von Sprache zu Sprache unterscheiden. Die am häufigsten genutzten spanischen Füllwörter zum Beispiel, klingen ganz anders als die englischen Füllwörter. Der beste Weg, Füllwörter zu lernen – egal ob „echte“ Wörter oder einsilbige Laute – ist es, Muttersprachler:innen beim Sprechen zuzuhören und genau darauf zu achten, wie Momente der Stille sprachlich gefüllt werden.

Wann englische Füllwörter eingesetzt werden sollten (und wann lieber nicht)

Füllwörter kommen fast ausschließlich in der gesprochenen Sprache vor. Geschrieben siehst du sie vermutlich nur dann, wenn das Gesprochene transkribiert wurde. Und es gibt einen ganz einfachen Grund, warum es keine Füllwörter in der geschriebenen Sprache gibt: Geschriebenes muss keine „Stille“ füllen. In der gesprochenen Sprache hingegen kommen Füllwörter zuhauf vor. Hast du schon mal deine eigene Audioaufnahme transkribiert? Wenn ja, warst du bestimmt erstaunt darüber, wie viele Füllwörter du verwendet hast, oder?

Wie wir gesehen haben, können Füllwörter viele Vorteile haben, trotzdem haben sie nicht überall den besten Ruf. Wenn Menschen beispielsweise zu viel „wie“ oder „ähm“ benutzen, wird kritisiert, dass sie zu zögerlich oder unsicher wirken. Insbesondere im beruflichen Kontext wird geraten, keine Füllwörter zu verwenden. Deshalb lernt man auch in Seminaren zum Thema „Sprechen vor Publikum“ unter anderem, wie man Füllwörter beim Sprechen vermeidet.

Das heißt jetzt aber auch nicht, dass Füllwörter etwas Schlechtes sind. Während sie in formellen, beruflichen oder öffentlichen Sprechsituationen verpönt sein mögen, sind sie in zwanglosen Gesprächen ein wichtiger Bestandteil. Lass dir also nicht einreden, Füllwörter seien „Fehler“. Tatsächlich sind sie ein nützliches Werkzeug, um Fehler zu vermeiden – vor allem wenn du gerade eine neue Sprache lernst und dich mit jemanden in dieser Sprache unterhalten möchtest. Wenn du das nächste Mal in einem Gespräch auf Englisch also nicht auf Anhieb weißt, was du sagen sollst, nutze so viele englische Füllwörter wie du willst.

Dich interessiert die englische Sprache? Dann empfehlen wir dir auch diese spannenden Artikel:

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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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