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Höflichkeit auf Englisch – (wie) geht das eigentlich?

Du kannst Englisch schon ganz gut … aber meisterst du auch Höflichkeit auf Englisch? Worum es beim Small Talk nicht gehen sollte und wie du höflich diskutierst, eine Einladung ablehnst oder um etwas bittest, erfährst du hier.
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Höflichkeit auf Englisch – (wie) geht das eigentlich?

Selbst wenn dein Englisch schon auf einem sehr guten Level ist, gibt es bestimmte Sachen, die besonders schwer zu meistern sind. Höflichkeit ist eine davon. Denn im Gegensatz zu einem grammatischen Fehler oder einer falsch gewählten Vokabel wird dich wahrscheinlich niemand darauf aufmerksam machen, falls du dich unhöflich verhältst – das wäre schließlich unhöflich! Du hast also vielleicht bereits einige Fauxpas begangen und bist dir dessen nicht einmal bewusst. Wir wollen dich vor diesen Fettnäpfchen bewahren und schauen uns darum an, wie man im englischsprachigen Raum höflich ist. Natürlich können nicht alle englischsprachigen Länder über einen Kamm geschoren werden und es wird immer kulturelle sowie persönliche Unterschiede geben – eine Universitätsprofessorin in Cambridge hat sicherlich eine andere Vorstellung von Höflichkeit als ein Surflehrer an der Gold Coast in Australien oder ein kanadischer Polizist. Die folgenden Tipps sollten dich aber in den meisten englischsprachigen Ländern weiterbringen.

Gibt es eine formelle Anrede auf Englisch?

Weil der englischen Sprache die formelle Unterscheidung von du und Sie fehlt, nehmen Deutsche oft fälschlicherweise an, dass es auf Englisch keine Höflichkeitsformen gibt. Tatsächlich wird die höfliche Anrede aber mit Titeln kompensiert. Das heißt, dass du bei Antworten nicht einfach Yes, sondern stattdessen Yes, Sir/Yes, Madam oder Yes, Professor sagst, wenn du zum Beispiel mit Polizisten, Geschäftsführern in traditionellen Unternehmen oder Universitätsprofessoren sprichst.

Weniger ist mehr? Nicht in diesen Fällen …

Wie beantwortest du höflich eine Frage auf Englisch?

Wo wir gerade dabei sind, unsere einsilbigen Antworten aufzustocken: Das solltest du dir zur Gewohnheit machen, denn Einsilbigkeit kann auf Englisch schnell schroff rüberkommen. Eine vollständige Antwort hervorzubringen, ist allerdings spontan manchmal gar nicht so einfach, weil in Deutschland ein einfaches Ja völlig ausreicht. Eine gute Strategie für eine höfliche englische Antwort ist, die Frage zu wiederholen:

  • Did you prepare the report?
  • Yes, I did.
  • Would you like a cookie?
  • Yes, I would like a cookie, thank you!
  • Have you read my email?
  • No, I haven’t read your email yet, my apologies.

Wie kannst du jemanden höflich um etwas bitten?

Wortkargheit kommt auch bei Bitten und Aufforderungen nicht sehr gut an – je mehr Wörter du benutzt, umso mehr Respekt zeigst du. Außerdem wird eine direkte Aufforderung meist als sehr unhöflich aufgefasst und sollte stattdessen in eine Bitte umformuliert werden:

  • Unhöflich: Pass me the salt.
  • Etwas besser: Please pass me the salt.
  • Normal: Could you please pass me the salt?
  • Formell: Could I ask you to please pass me the salt?
  • Übertrieben: I’m terribly sorry to trouble you, but could I ask you to please pass me the salt?

No ist ein no-go!

Nein zu sagen ist in vielen Kulturen unhöflich. Auch in der englischsprachigen Welt wird es möglichst vermieden. Sagen wir, du bist zu einer Party eingeladen. Wie kannst du dem Gastgeber höflich zu verstehen geben, dass du nicht kommen wirst? Du kannst dich von den folgenden Phrasen inspirieren lassen:

  • I’m sorry, but I don’t think I can make it.
  • Unfortunately, I won’t be able to make it.
  • I’m sorry, but I’m already busy that day. (Es ist egal, ob du wirklich schon was vor hast.)
  • I wish I could, but …

Höfliches Diskutieren – vermeide es, andere direkt zu korrigieren

Wir Deutsche sind leider international dafür bekannt, uns gerne mal als Oberlehrer aufzuspielen. Das ist nur leider sehr unhöflich. Natürlich kann man sich nicht immer einig sein und in einem Business-Kontext wird vielleicht sogar von dir erwartet, dass du Fakten geraderückst. Versuche, in diesen Situationen das Statement etwas abzuschwächen:

  • I think you might be mistaken.
  • Are you really sure it’s like that?
  • It might be a better idea to …
  • I agree with you about [XYZ], but …
  • What if we changed …

Wie hält man richtig Small Talk auf Englisch?

Im englischsprachigen Raum ist es etwas netter, nicht immer gleich auf den Punkt zu kommen. Wenigstes Hello, how are you? zu fragen, ist Standard. Beachte hierbei, dass sich How are you? zwar als Frage tarnt, aber schlicht zur Floskel dazugehört. Als Antwort wird ein knappes Fine, thank you. oder eine Gegenfrage erwartet, keine ausführliche Antwort auf das tatsächliche Befinden. Falls du ganz offensichtlich auf dem Zahnfleisch kriechst und eine Grippe hast, tut es I’m a little under the weather oder A little tired, but fine.

Themen wie Religion, Sex und Politik sind beim Small Talk nicht angebracht. Gut machen sich immer Wetter, Sport, Popkultur oder kleine Komplimente. (Vorsicht bei äußerlichen Komplimenten für das andere Geschlecht, sie können als Belästigung aufgefasst werden!)

Achte darauf, Leute nicht anzustarren

Eine Sache, die vielen Besuchern oder neuen Bewohnern in Deutschland auffällt, ist, dass die Deutschen, nun ja, sagen wir mal „ziemlich intensiven Blickkontakt halten“ oder „dich quer durch die S-Bahn mit Blicken durchbohren“. Überprüfe einfach mal, ob du vielleicht Leute etwas zu lange anschaust, besonders in öffentlichen Räumen.

Darf man auf Englisch fluchen?

Fluchen ist besonders in den USA weniger salonfähig als inzwischen in Deutschland – amerikanische Filme spiegeln das Land in dieser Hinsicht oft falsch wider. Für manche Leute gilt sogar ein Ausruf wie Oh my God! als unschicklich, da er schließlich gegen das zweite Gebot Gottes verstößt. Also: Achte auf deine Sprache und sprich im Zweifelsfall so, wie du dich auch vor deiner Omi ausdrücken würdest … vorausgesetzt, deine Omi flucht nicht.

Bonus: Im Zweifelsfall einfach um Entschuldigung bitten und drei magische Wörter lernen

Leider können wir dich nicht vor allen Fettnäpfchen im Ausland bewahren. Aber keine Angst. Fehler passieren! Eine sympathische Lösung ist auch, dich zu entschuldigen, falls du das Gefühl hast, einen Fauxpas begangen zu haben – erinnere deine Gesprächspartner daran, dass du einfach nicht so mit den Gepflogenheiten des Landes vertraut bist. So lösen sich Missverständnisse schnell in Wohlgefallen auf.
Mit den magischen Wörtern please, thank you und now geht außerdem immer alles glatter … naja, das letzte Wort sparst du dir vielleicht doch besser … zumindest, wenn du nicht gerade bei der Addams Family zu Gast bist 😉!

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Katrin Sperling
Katrin Sperling ist in Potsdam geboren und aufgewachsen und hat nach dem Abitur ein Jahr in Toronto, Kanada verbracht. Weil ihr Hogwarts-Brief zu ihrem 20. Geburtstag im Jahr 2011 immer noch nicht angekommen war, musste sie schließlich die Realität akzeptieren und studierte Englische und Deutsche Linguistik in Berlin. Zum Glück erwies sich die Linguistik als genauso magisch, weswegen Katrin sehr glücklich ist, jetzt für das Babbel Magazin über Sprachen zu schreiben.
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