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Keine Angst vor der britischen Küche: 7 typisch englische Speisen auf einen Blick

Die englische Küche ist berühmt berüchtigt. Wir stellen 7 typisch britische Speisen vor – und bringen dein englisches Essensvokabular auf Vordermann.
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ARTIKEL VON Babbel
Keine Angst vor der britischen Küche: 7 typisch englische Speisen auf einen Blick

Fettig, deftig, schwer verdaulich – und zu all dem weitgehend geschmacksneutral, das soll die britische Küche sein. Alles nur Klischees? Die Küche Englands bewegt sich wie alle anderen Nationalküchen zwischen Tradition und Moderne. Zur kulinarischen Verführung (und Erheiterung) stellen wir dir hier deshalb ein paar Klassiker vor.

Speise Nummer 1: Die Überraschung im Teig: von pies und mince pies

Wenn du beim englischen Restaurantbesuch ein pie als Hauptspeise aufgeführt siehst, handelt es sich dabei nicht um eine extragroße Käsekuchen-Variante. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Teiggebäck um eine herzhafte pasteten-ähnliche Spezialität, deren Füllung (fast) keine Grenzen gesetzt sind:

  • stilton pie (mit Blauschimmelkäse)
  • steak and ale pie (Rindfleisch in Bier geschmort)
  • shepherd pie (mit Lamm), aber auch
  • fisherman’s pie (mit Lachs, Schellfisch oder Dorsch)

Das süße Pendant sind die mince pies. Das schmackhaftes Gebäck gilt als traditionelle englische Weihnachtsnascherei. Als ob es damit nicht schon genug hätte, soll es auch noch das Lieblingsgericht des Weihnachtsmannes sein. Der bevorzugt es offenbar fruchtig, denn das Gebäck ist mit einer adventlich gewürzten Fruchtmischung aus Rosinen, Kirschen, Aprikosen und kandierten Früchten, nebst gehackten Nüssen gefüllt. Typisch ist ein warmes Aroma von Zimt und Muskatnuss mit einem Hauch Brandy oder Rum. Traditionell wird das Teiggebäck für den Glanz mit Rindernierentalg eingepinselt: Lecker!

Willst du nicht nur Englisch essen, sondern auch sprechen?

Speise Nummer 2: Ein echter Sonntagsbraten, dieser sunday roast

Sonntags am frühen Nachmittag gibt’s bei den Briten traditionellerweise den sunday roast, vergleichbar mit dem guten alten deutschen Sonntagsbraten. Klassischerweise gehört der Hauptakt dabei dem gebratenen Huhn (oder Rind, Schwein, Lamm, je nach Saison auch Ente, Gans oder Truthahn). Geschmort und gebraten kommt die Leckerei auf den Tisch, umringt von gekochtem oder geschmorten Gemüse in den Farben rot, gelb, weiß, also so etwas wie Erbsen, Steckrüben, Weißkohl und Pastinaken. Dabei ist übrigens der mash, als Kartoffelstampf, aber auch mushy peas, das Erbsenpüree. Wenn – was sehr wahrscheinlich ist – neben deinem Fleisch ein Backwerk in Pastetenform liegt, scheinbar in Fett ausgelassen, dann handelt es sich dabei um den berühmten Yorkshire pudding, dessen Namen unmöglich ins Deutsche zu übersetzen ist, jedenfalls in England gerne zu Fleischgerichten gereicht wird. Der Yorkshire pudding wird oft im selben Ofen wie das Fleisch gebacken, und zwar so, dass der Bratensaft in den Pudding tropft – Aromawerkstatt auf Britisch!

Speise Nummer 3: Haggis, „gefüllter Schafmagen“

Nichts für schwache Nerven! Schottland nennt nicht nur einen merkwürdigen Dialekt, sondern exotische Speisen sein Eigen. Dieses typisch schottische Gericht setzt sich aus folgenden Einzelbestandteilen zusammen: dem Magen eines Schafes, auch paunch genannt, sowie (als Füllung) Herz, Leber, Lunge, etwas Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl. Ursprünglich innerhalb der bäuerlichen Schlachtresteverwertung entstanden, isst man das Gericht auch in Zeiten der Konservierungsstoffe noch immer, zusammen mit Kartoffelspeisen, den sogenannten neeps and tatties, oder auch Kohlrüben, den leckeren swedes.

Speise Nummer 4: Indische Curries

Der Spruch ist alt, aber gilt noch immer: Die besten indischen Restaurants außerhalb Indiens gibt es in London. Nachdem in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Menschen aus Bangladesch vor Unruhen und Naturkatastrophen ins (post)koloniale Mutterland flohen, fanden sie in indischen Restaurants der Diaspora gute Chancen zum Geldverdienen. Die indische Minderheit in England brachte die vielgerühmten indischen Curries mit sich – farbenfrohe Gewürze, knackiges Gemüse und langsam vor sich hin brodelndes Fleisch oder Rahmkäse. Das bekannteste und beliebtes Gericht im ganzen Land ist nicht umsonst Chicken Tikka Masala (kurz auch CTM), ein recht mildes Gericht aus Huhn, Reis, einer Mischung aus Gewürzen, wie Kumin, Garam Masala, und einer Tomatensoße. Das CTM ist so beliebt, dass es zum neuen Nationalgericht gekrönt wird.

Du möchtest mehr über englisches Essen erfahren? Lies hier den von unserem Kooperationspartner Spotlight verfassten englischen Artikel zu britischen Snacks in Deutschland. Dafür benötigst du mittlere Englisch-Kenntnisse.

Speise Nummer 5: Die kleinen aber feinen scones

Nachmittags um vier zum cream tea eingeladen? Gratulation! Dann erwartet dich ein typisch britisches Teevergnügen. Neben einer Tasse starkem Schwarztee mit einem Schuss Milch werden dir luftig-leichte, lauwarme, krustenlose, süße Mini-Brötchen gereicht, die du – als ob das nicht schon lecker genug wäre – mit clotted cream („Streichrahm“, eine Art dicker Rahm aus Kuhmilch, der an Mascarpone erinnert) und Erdbeermarmelade bestreichen darfst.

Speise Nummer 6: Die Kartoffelpuffer mit dem eigenwilligen Namen hash brown

Diesen Klassiker findest du auf der Speisekarte eines jeden einfachen Restaurants. Man will ja nicht immer wissen, was in Restaurantküchen so alles passiert, bei den hash browns (wortwörtlich: hash ist „Gehacktes“ und brown ist „braun“). Man nehme Butter, Öl, Kartoffel und – das war’s! Die geschälte Kartoffel ratscht man einmal komplett durch die Reibe (Vorsicht, Finger!), drückt die Masse mit einem Tuch so trocken wie es geht, füllt sie in eine Pfanne mit viel, viel, viel Öl und Butter (das ist der Teil, den man nicht wirklich wissen will). Bei mittlerer Hitze kommt der Deckel drauf und nach sieben Minuten und einem Wenden rutscht ein goldbraun gebratenes englisches Rösti auf deinen Teller. Typischerweise landen neben deinen hash browns zwei sunny side up Spiegeleier und knusprig gebackener Bacon.

Speise Nummer 7: Fry-up und Full Breakfast

Das britische Frühstück, the full English, full monty oder auch fry-up. Nenn es, wie du willst, fest steht: Ein echtes englisches Frühstück ist ein Himmelreich! Hier sind die Basisbestandteile: sausage and bacon („Würstchen und Speck“) – eine herrliche Kombination aus zwei Mal Schwein. Einmal schön fettig triefend in der Wurst, einmal gebraten als knusprige Speckscheibe. Direkt daneben, die gefürchtete Zutat eines jeden britischen Frühstücks: beans („Bohnen“)! Gerne direkt aus der Heinz-Dose verwendet bringen sie den unverkennbaren süßen Tomaten- und Säuregeschmack auf deinen Teller. Unverzichtbar als frischfruchtiger Ausgleich sind gleich daneben die Tomaten angerichtet. Ob gekocht oder scheibenweise im Fett des Specks gebraten, ein bisschen Pfeffer drüber und gut ist. Vollkornbrot? Von wegen! Fried bread („geröstetes Brot“) steht auf dem Plan. Für den perfekten Knusprigkeitsgrad der Brotscheiben benötigt es in der Pfanne: Butter, Schweinefett oder ausgelassenes Fett vom Speck – was davon ist egal, Hauptsache: nicht zu wenig – und dann ist da noch das Cholesterin, kurz: das Ei. Meistens bekommst du zwei davon, mit obligatorischem flüssigen Eigelb, das sich wunderbar mit dem übrigen Frühstück zu aufregenden Farbnuancen vermengt. Tee oder Kaffee daneben, ein Fläschchen Essig, braune HP-Soße (eine britische Würzsauce, die aus den Schoten des Tamarindenbaums hergestellt wird) und Ketchup. Kaum ein anderes Gericht kann so schön unsere Liste beenden und den Tag beginnen lassen!

Du interessierst dich nicht nur für britisches, sondern auch für amerikanisches Essen? Unser Content-Partner Spotlight empfiehlt diese authentischen Diners in Deutschland. Enjoy!

Na, schon Appetit bekommen? Stille deinen Hunger auf Englisch.

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