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80er Slang: 7 englische Ausdrücke, die dieses Jahrzehnt formten

Wonach wird wirklich gesucht, wenn jemand “Where’s the beef?” sagt?
80er Slang: 7 englische Ausdrücke, die dieses Jahrzehnt formten

80er Slang hat viele unterschiedliche Einflüsse. Und manchmal versteht man eine Zeit erst dann, wenn sie bereits lange vorbei ist. Sogar 30 Jahre später ist es immer noch schwierig, die 1980er auf den Punkt zu bringen. Man kann so verschiedene Ereignisse wie die AIDS-Krise, die Präsidentschaft von Ronald Reagan, die Explosion der Challenger, all die Hair-Metal-Bands und den Fall der Mauer sowie den Beginn des Kampfs gegen die Drogen nicht mit einem einzigen Symbol ausdrücken (obwohl der Zauberwürfel schon nahe dran ist). Es gibt unzählige verschiedene Blickwinkel auf diesen Zeitraum, und wir suchen uns hier einen aus: den Slang der Achtziger.

Slang kann die unterschwelligen kulturellen Strömungen einer Zeit ausdrücken. Er wird meist von jungen Menschen genutzt – vor allem von Frauen und PoC – und in den Achtzigern war die Hochzeit der so genannten Generation X, einer Generation, die oft einfach übersehen wurde. Sehen wir uns also ein paar 80er Slang Ausdrücke etwas genauer an!

Englischer 80er Slang: 1. Gag me with a spoon!

Wortwörtlich: „Würg mich mit einem Löffel!”
Bedeutung: „Das ist ja ekelhaft!”

Eines der hervorstechendsten Sprachphänomene der 1980er war das so genannte Val-Speak, ein Soziolekt des Englischen, der von den Valley Girls gesprochen wurde. Die meisten von ihnen waren weiße junge Frauen aus der oberen Mittelschicht, die im San Fernando Valley in der Nähe von Los Angeles lebten. Den Stereotyp des Valley Girls gibt es bereits seit den 1970er Jahren, er verbreitete sich aber erst so richtig in den 80ern – und damit auch ihr 80er Slang.

Teile des Valley Speak wurden durch den Song „Valley Girl“ von Frank Zappa populär, in dem Zappas 14-jährige Tochter das Valley Girl spielte und Ausdrücke wie oh my god, totally und gag me with a spoon einstreute.

Über junge Frauen, die so sprachen, konnte man sich damit gut lustig machen. Doch obwohl bestimmte Leute damals mit den Augen rollten, trat Val-Speak seinen Siegeszug an. Natürlich klingen nicht alle Englischsprechenden wie echte Bewohnende Kaliforniens, aber viele Merkmale des Val-Speak, wie zum Beispiel die ausufernde Nutzung von like, das häufige Oh my god sowie die Marotte, am Ende eines Satzes die Stimme zu heben, werden heute noch überall auf der Welt genutzt.

Bestimmte Slang-Ausdrücke wie Gag me with a spoon werden nach einer Zeit natürlich out, aber das südkalifornische Val-Speak hat die Art und Weise, wie US-amerikanische Menschen sprechen, für immer verändert.

2. Gnarly

Wortwörtlich: knorrig, rau
Bedeutung: faszinierend, cool; oder: ekelhaft, abstoßend

Val-Speak ist jedoch nicht das einzige Sprachphänomen, das aus Kalifornien kommt. Der Surf-Slang schlug auch hohe Wellen. Obwohl die Surf-Kultur tatsächlich bereits in den 1960ern auf ihrem Höhepunkt war, erlangte diese Art zu sprechen erst später größte Beliebtheit.

Mit dem Wort gnarly wurden zum Beispiel in den 70ern Wellen beschrieben, die besonders schwer zu surfen waren, und Anfang der 80er wurde es dann auch von nicht-surfenden Teenagern genutzt.

Manchmal ist es schwierig, Val-Speak und Surf-Slang voneinander zu unterscheiden, da sie sich ziemlich vermischten. Begriffe wie far out, tubular und radical („großartig, genial”) wurden alle Teil einer Jugendsprache, in die der Slang der Achtziger stark einfloss.

80er Slang: 3. Eat my shorts!

Wortwörtlich: „Iss meine Shorts!”
Bedeutung: „Hau ab!“ oder „Lass mich in Ruhe!“

Die Beleidigungen von gestern hören sich heute meist eher lustig an, und Eat my shorts! ist dabei keine Ausnahme. Dass dieser Ausdruck schneller alterte, wurde durch die Simpsons noch beschleunigt, als der zehnjährige Bart Simpson ihn zu seinem Lieblingsausdruck machte.

Die Simpsons begannen 1987 als kurze animierte Einspielfilmchen in der Tracey Ullman Show und entwickelten sich dann ab 1989 zu einer eigenen Serie. Man vergisst leicht, dass sie ursprünglich als der Gegenkultur zugehörig und subversiv galt (im Vergleich zum Rest des Fernsehprogramms dieser Zeit).

Sowohl die Sendung als auch Eat my Shorts! kommen uns heute eher brav vor. Und obwohl es die Simpsons waren, durch die dieser Ausdruck richtig populär wurde, stammte er ursprünglich aus einem anderen Kultfilm dieser Zeit: dem Breakfast Club. Durch diesen Film wurde eine ganze Reihe von 80er Slang-Ausdrücken populär – von wastoid bis hin zu burner (beides beschreibt die exzessive Nutzung von Drogen).

4. Homeboy, homegirl, homebuddy, etc.

Wortwörtlich: Hausjunge/ -mädchen, /-freund
Bedeutung: jemand, der oder die am selben Ort aufgewachsen ist wie du

Der Homeboy geht auf die Achtzigerjahre zurück, allerdings bereits auf die 1880er. Die ursprüngliche Bedeutung war ein „Zuhause-bleibender Junge“, was so in etwa das junge männliche Gegenstück zur „Hausfrau“ war. In den 1940er Jahren war dieser Ausdruck Teil der afroamerikanischen Umgangssprache geworden und beileibe kein Kompliment – damit wurde abschätzend ein „Städter“ bezeichnet bzw. jemand, der „einfach gestrickt“ war.

Die moderne Bedeutung von Homeboy gibt es erst seit den 1970ern und 1980ern und bezeichnet einen „Kumpel“. In den 1980ern wurde der Begriff im Slang immer mehr genutzt und außerdem weiterentwickelt zu Homie, dem Homegirl und dem Homeslice. Nicht alle diese Varianten haben die Achtziger überlebt, aber Homie und Homeboy gibt es noch.

Englischer 80er Slang: 5. Veg out

Wortwörtlich: aus-vegetieren
Bedeutung: entspannen und nichts tun; rumhängen

Gibt es etwas Entspannenderes als „herumzuvegetieren”? Nach einem langen Arbeitstag klingt auf jeden Fall nichts verlockender, als einfach nur auf der Couch herumzulümmeln, Filme anzusehen und abzuhängen.

Leider gibt es keine spannende Geschichte zum Ursprung dieses Ausdrucks. Öffentlich tauchte er aber vermutlich in Pretty Woman, der romantischen Komödie mit Julia Roberts und Richard Gere aus 1990, zum ersten Mal auf. Dort sitzen sie „steif wie Brokkoli vor dem Fernseher“. Er wurde jedoch auch bereits zuvor genutzt und ist definitiv ein typischer Ausdruck der Achtzigerjahre.

6. Wannabe

Wortwörtlich: Möchte-Sein
Bedeutung: Möchtegern; jemand, der oder die gern jemand oder etwas anderes wäre (wants to be)

Der Ausdruck Wannabe („Möchtegern”) wird heute in verschiedenen Situationen genutzt. Man kann ein Wannabe-Künstler oder eine Möchtegern-Politikerin sein. Mit diesem Ausdruck unterscheidet man wirklich talentierte Menschen von den Posern, also jenen, die nur so tun, und er kann ziemlich unhöflich sein.

Das Wort Wannabe wurde ebenfalls zuerst im Surfer-Slang genutzt, was durchaus Sinn ergibt, denn damals schon gab es die coolen Surfer auf der einen und die Typen, die coole Surfer sein wollten, auf der anderen Seite. Dieser Ausdruck wurde zuerst in den späten 1970ern/frühen 1980ern bekannt.

80er Slang: Madonnabes

1984 hatte er sich so weit verselbständigt, dass ein bestimmter Typ mit diesem 80er Slang-Wort gemeint war: ein Madonna Wannabe (oder ganz kreativ Madonnabe). Denn Mitte der Achtziger war Madonna auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und stand für einen bestimmten Style, der unter anderem im Video zu ihrem Hit Like a Virgin zu sehen ist. Sehr viele Menschen kopierten diesen Style und wurden als Wannabes gehandelt.

Natürlich war ihr Look auch einfach zu kopieren, da man sich die Kleidungsstücke und Accessoires einfach im Second-Hand-Laden zusammensuchen konnte. Dieses Phänomen hielt jedoch nicht allzu lange an – Madonna veränderte nämlich Ende der Achtziger ihren Look wieder – aber die Bühne war nun frei für ganze Generationen von Wannabes, die so aussehen wollten wie ihr aktueller Lieblingsstar.

80er Slang: 7. Where’s the beef?

Wortwörtlich: „Wo ist das Fleisch?”
Bedeutung: „Die wichtigste Komponente fehlt.” – aus einem Werbespot für die US-amerikanische Fast-Food-Kette Wendy’s

Die Menschheit denkt gerne, dass sie nicht von der Werbung beeinflusst wird, doch jedes Jahrzehnt hat auch seine Werbespots, die den kulturellen Zeitgeist widerspiegeln. Bevor in den USA Got milk?, Whassup oder Just do it in waren, gab es bereits Where’s the beef?

Im Jahr 1984 gab es einen Werbespot, in dem drei ältere Damen an einem Tisch sitzen und Burger essen, die aus riesigen Buns („Brötchen”) und einem nur ganz kleinen Patty („Burgerlaibchen”) bestehen. Zwei der Damen sprechen darüber, wie wunderbar die Brötchen sind, woraus sich dann die Pointe des Spots ableitet, als die dritte Frau nämlich ausruft, Where’s the beef?

Das erscheint auf den ersten Blick nur wie ein Seitenhieb auf die Fast-Food-Konkurrenz in Bezug auf die Größe der jeweiligen Burger, aber dieser Spruch ist so richtig eingeschlagen. Die Menschen nutzten ihn plötzlich auch im Sport, im übertragenen Sinne für „Wo sind die muskelbepackten großen Spieler?“, und andere nutzten ihn für „Anscheinend fehlt die wichtigste Komponente. Wo ist diese?“

Und wie so oft zitierten die Schulkinder diesen Satz ebenfalls andauernd, einfach, weil sie die Werbung lustig fanden. Jeder Marketingmensch träumt davon, einen Ausspruch zu prägen, der so beliebt ist, dass er in die Alltagssprache eingeht, und mit Where’s the beef? bringt man immer noch alle zum Lachen, die in den Achtzigern aufgewachsen sind.

Probier es am besten selbst aus!


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Zeit für neue Wörter aus aus dem aktuellen Jahrzehnt?
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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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