Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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8 italienische Ausdrücke, die du nicht in der Schule lernst — Sprich die Sprache wie echte Italiener!

Auch wenn du Italienisch in der Schule gelernt hast, wette ich, dass du diese umgangssprachlichen Redewendungen ausschließlich auf den Straßen Italiens lernst … oder aus diesem Artikel. Das sind meine acht Lieblingsausdrücke auf Italienisch.

Artikel von: Giulia Depentor

Illustriert von Eleonora Antonioni

Als Italienerin, die in ihre Muttersprache verliebt ist, freue ich mich immer, wenn sich jemand für die Sprache von Dante Alighieri interessiert. Jedes Mal, wenn ein Freund von mir Italienisch lernen möchte, fange ich mit einigen grundlegendenden Tipps und der geheimnisvollen Grammatik an, die ich in der Schule gelernt habe. Weiter geht es dann mit der hohen Kunst, mit den Händen zu sprechen. Und schließlich — wenn mein Schüler endlich bereit dazu ist — kommen wir zu den heiligen ungeschriebenen Regeln: der Umgangssprache, die du in keinem Lehrbuch finden wirst.

Hier sind also meine Lieblingsausdrücke, die ich ständig benutze (Schimpfwörter nicht miteingeschlossen, denn das ist ein ganz eigenes Kapitel), plus ein paar Tipps, wie und wann du sie am besten benutzt — und wann lieber nicht.

Und nicht vergessen: Immer in einem schönen, melodischen Singsang sprechen und dazu die Hände benutzen (ja, manche Klischees sind eben doch wahr).

Italienische Redewendung: Ci fai o ci sei

Ci fai o ci sei?

Übersetzung: „Tust du nur so oder bist du tatsächlich so?“

Bedeutung: „Bist du verrückt oder was?“

Mit dieser Frage machst du klar, dass du deinem Gegenüber sein Verhalten nicht abkaufst. Deshalb fragst du: „Ist das dein Ernst oder tust du nur so?“

BONUS: dazugehörige Handbewegung:

Tipp mit deinem Zeigefinger leicht an deine Schläfe.

Italienische Redewendung: Non t'allargare

Non t’allargare

Übersetzung: „Erweitere dich nicht/Dehne dich nicht aus.“

Bedeutung: „Übertreib’s nicht/Komm mal runter.“

Mit diesem Satz zeigst du jemandem seine Grenzen auf. Wenn du zum Beispiel einem Kollegen ein Kompliment über dessen Arbeit machst und er dann anfängt zu prahlen, wie toll er doch sei und dass er bald befördert würde — gebiete dem gleich Einhalt, indem du sagst: „Das reicht, non t’allargare.

BONUS: dazugehörige Handbewegung:

Halte deine Hände auf Brusthöhe, die Handinnenflächen in Richtung deines Gegenübers. Bewege sie, als würdest du ihn oder sie wegschieben.

Parla come mangi

Übersetzung: „Sprich, wie du isst.“

Bedeutung: „Komm zum Punkt!“

Drückt sich jemand übertrieben kompliziert aus — mit vielen Metaphern und Übertreibungen, ohne zum Punkt zu kommen, oder mit zu vielen Adjektiven und Adverbien, um anzugeben —, kannst du ihm so sagen, dass er die unnötigen rhetorischen Ausschmückungen weglassen und endlich zum Punkt kommen soll.

Italienische Redewendung: Non esiste

Non esiste!

Übersetzung: „Das gibt’s nicht!“

Bedeutung: „Nie im Leben!“

Wenn jemand dich um etwas bittet, das inakzeptabel und schlichtweg unmöglich ist, brauchst du gar nicht erst lange nach einem handfesten Argument zu suchen. Sag ihr oder ihm einfach, dass das völlig undenkbar ist. Das gibt es einfach nicht, also musst du auch gar nicht erst drüber nachdenken!

„Ich soll am Wochenende arbeiten? Non esiste!

BONUS: dazugehörige Handbewegung:

Halte deine Hände in die Höhe, die Handinnenfläche deinem Gesprächspartner zugewandt. Bewege sie nun sehr bestimmt horizontal voneinander weg.

Non cercare di intortarmi

Non cercare di intortarmi

Übersetzung: „Versuche nicht, mich „einzutorten“.“

Bedeutung: „Verarsch mich nicht.“

Ich bin nicht ganz sicher, warum die Italiener hier Kuchen (torta) benutzen, um jemanden abzukanzeln. Weil wir Essen lieben und nicht wollen, dass jemand damit Unfug treibt? Wahrscheinlich. Auf jeden Fall ist dieser Satz alles anderes als süß.

„Hast du ihm das ernsthaft geglaubt? Ich glaube ti ha intortato („er hat dich eingetortet“)!“

Chissenefrega (Chi se ne frega)

Übersetzung: „wer sich selbst reibt“

Bedeutung: „Ist mir egal./Wen interessiert’s?“

Bei dieser Redensart ist Vorsicht geboten: Du kannst sie unter Freunden verwenden, denk aber dran, dass sie ziemlich umgangssprachlich und unhöflich ist. Sie drückt aus, dass dir etwas völlig am Allerwertesten vorbeigeht, also benutze sie mit Bedacht. Diese Redewendung ist höchstwahrscheinlich eine der am meistbenutzten in ganz Italien.

BONUS: dazugehörige Handbewegung:

Lege ein oder zwei Finger unter dein Kinn und wische mit ihnen nach vorn in Richtung deines Gesprächspartners, wobei du ganz leicht deine Haut berührst.

Italienische Redewendung: Dopo facciamo i conti

Dopo facciamo i conti

Übersetzung: „Wir kassieren später ab.“

Bedeutung: „Wir klären das später.“

Diesen Satz hört jedes italienische Kind mindestens einmal im Leben von seiner Mutter. Er gilt als freundliche Warnung für: „Glaub ja nicht, dass ich das vergessen werde. Wir klären das noch.“

„Räum dein Zimmer auf oder dopo facciamo i conti.“

Diesen Ausdruck kannst du aber auch freundlich meinen. Wenn dich zum Beispiel eine Freundin zum Essen einlädt, darauf besteht, zu bezahlen und sich dieses Hin und Her darüber einstellt, wer denn nun bezahlt, kann die „Gewinnerin“ sagen: dopo facciamo i conti. Das ist eine nette Art, um zu sagen, dass dieses Thema vorerst nicht mehr zur Debatte steht und ihr ein andermal über Geld sprechen könnt.

  • „Ich schulde dir noch 15 € vom letzten Mal!“
  • „Ah, dopo facciamo i conti, mach dir keine Gedanken!“

Magari!

Bedeutung: „Schön wär’s!“

Ein vielsagender Ausdruck, den du benutzt, wenn du hoffst oder dir wünschst, dass etwas eintritt. In einem vollständigen Satz gebraucht, kann er auch ein Synonym für „vielleicht“ sein. Stärker ist der Effekt aber als alleinstehender Ausruf. Ich finde ihn sehr poetisch, denn er kommt vom griechischen Wort μακάριος (makarios), was „gesegnet“ bedeutet.

  • „Oh, du hast ja ein neues Auto gekauft. Hast du im Lotto gewonnen?“
  • Magari!

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