Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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10 super praktische spanische Redewendungen

Manchmal reicht das Wissen aus Büchern nicht aus. Um ECHTES Spanisch zu sprechen, benutzt du am besten bestimmte Redensarten, die dir sonst nur in Bars oder auf der Straße begegnen – oder

Artikel von: Cristina Gusano

Illustriert von Teresa Bellón

Spanisch ist zwar nicht die einfachste Sprache, aber mit der richtigen Lernmethode und einer guten Portion an Gesprächen mit Muttersprachlern wirst du es schnell so sprechen, wie du es schon immer wolltest: Mit ein bisschen salero („Charme, Elan“) wirst du ganz schnell die beliebtesten und nützlichsten spanischen Redensarten in deine Sprachpraxis einbinden können. Wir haben die wichtigsten für dich zusammengetragen – damit fühlst du dich gleich wie ein echter Spanier (oder eine Spanierin, natürlich). Aber Vorsicht, ehe du dich’s versiehst, fängst du an, doppelt so laut wie sonst zu sprechen und alle Bekannten, die du triffst, mit überschwänglichen Küsschen zu begrüßen!

1. Ojalá

Bedeutung: „hoffentlich, wenn doch nur“

Der Urspung von ojalá lässt sich bis ins Arabische zurückverfolgen: In sha’a Allah heißt wörtlich „So Gott will“. Das ist einzigartig, denn nicht viele Sprachen haben ein einziges Wort, das das Gefühl von Ach, wenn heute doch nur die Sonne scheinen würde! einfängt. Die Spanier und Spanierinnen sind nonkonformistische Tagträumer, also mach dich bereit: Dieses Wort wird dir ziemlich oft begegnen.

Spanische Redewendung: Somos uña y carne.

2. Somos uña y carne.

Bedeutung: „Wir sind wie Pech und Schwefel.“ (also: „Wir sind sehr gut befreundet.“)

Wörtlich übersetzt: „Wir sind wie (Finger-)Nagel und Fleisch.“

„Luisa und Pili sind uña y carne, immer sieht man sie zusammen.“ Dieser Ausdruck erklärt sich fast von allein: Es geht um beste Freunde, die alles zusammen machen. Also quasi spanische BFFs.

3. ¿Me lo dices o me lo cuentas?

Bedeutung: „Wem sagst du das?“

Wörtlich übersetzt: „Sagst du mir das oder erzählst du mir das?“

– „Ich wünschte, heute wäre schon Freitag.“ – „¡¿Me lo dices o me lo cuentas?!

Dies wird in der Regel gesagt, wenn etwas für alle offensichtlich ist. Die Frage wird immer rhetorisch gestellt, da die Bedeutungen der Verben decir und contar fast gleich sind.

4. ¡Déjame en paz!

Bedeutung: „Lass mich in Frieden!“

Für nicht ganz so nette Situationen ist es immer gut, eine nicht ganz so nette Antwort in petto zu haben. Wenn jemand aufdringlich ist oder dich sehr, sehr nervt, dann ist das der Satz, den du ihm entgegenschleudern kannst. Vergiss aber nicht, dass er wirklich nicht sehr höflich ist!

Spanische Redewendung: Hacer una bomba de humo

5. Hacer una bomba de humo

Bedeutung: „gehen, ohne sich zu verabschieden“

Wörtlich übersetzt: „eine Rauchbombe machen“

Warst du jemals auf einer dieser Partys, die so überfüllt sind, dass du beim Gehen am liebsten NIEMANDEM Tschüss sagen würdest? Ich muss leider zugeben, dass das in Spanien die gängige Praxis ist. Wie ein Magier quasi: ein bisschen Rauch, Puff! und schon bin ich weg. Wir sind nämlich gern in großen Gruppen unterwegs. Demenentsprechend aufwändig wäre es, sich jedes Mal von allen einzeln zu verabschieden — was immer noch Small Talk und die zwei obligatorischen Küsschen einschließt. Daher wird es weithin problemlos akzeptiert, einfach ohne große Erklärungen abzuhauen. Am nächsten Tag sollte man sich zwar entschuldigen, aber … naja, du weißt schon: mañana, mañana

6. ¿Estudias o trabajas?

Wörtlich übersetzt: „Studierst du oder arbeitest du?“

Das klingt heutzutage schon fast altmodisch, aber genau das macht diese Redensart irgendwie cool. Sie war die häufigste und – seien wir ehrlich – klischeehafteste Anmache unserer Elterngeneration. Einfach, praktisch und ziemlich einfallslos – langweilig halt. Wenn du den Satz aber heute zu jemandem sagst, findet er oder sie dein altmodisches Spanisch wahrscheinlich eher niedlich und charmant.

Spanische Redewendung: Tener salero

7. Tener salero

Bedeutung: „Feuer haben, charmant sein“

Wörtlich übersetzt: „einen Salzstreuer haben“

Wie bereits erwähnt, ist es in Spanien ziemlich wichtig, salero zu haben, besonders wenn du in Andalusien bist. Saleroso/a zu sein ist fast genauso wichtig, wie höflich oder freundlich zu sein, denn es bedeutet, dass du charmant und lebhaft bist. Was will man mehr?

8. Nos tomamos la penúltima y nos vamos.

Wörtlich übersetzt: „Wir trinken den Vorletzten und dann gehen wir.“

Dieser Ausdruck gehört zu meinen Favoriten. Ein holder Wunsch, der leider so gut wie nie in Erfüllung geht. Der Vorsatz an sich ist schon eher vage: dir vorzunehmen, dass du das Getränk vor dem nun aber wirklich letzten trinkst, nach dem du dann endlich mal gehst. Eine nette Art zu sagen, dass du Spaß hast und dass das hier heute Abend sehr wahrscheinlich nicht dein letztes Bier sein wird.

9. Hacer algo en cero coma

Bedeutung: „etwas im Nullkommanichts erledigen“

Das ist mal wieder typisch: Im Deutschen gibt es in dieser Redewendung quasi die Stelle nach dem Komma, im Spanischen wurde der Satz wohl so schnell ausgedacht, dass selbst dafür keine Zeit mehr blieb. Wortwörtlich heißt er nämlich: „etwas in null Komma erledigen.“ Er passt auch nicht so ganz zur spanischen Mentalität, da wir doch eher gemütlich drauf sind. Betrachte es eher als Absichtserklärung, wenn jemand zu dir sagt: „Lass uns noch schnell dieses Excel-Tabelle en cero coma erledigen, dann gehen wir mittagessen.“

10. Hacer la 13-14

Bedeutung: „jemanden veräppeln“

Wörtlich übersetzt: „die 13-14 machen“

Das ist im Prinzip unser Ausdruck für einen Streich. Genauso kannst du ihn aber verwenden, um auszudrücken, dass du veräppelt wurdest. Er ist eher unten jüngeren Leuten verbreitet, ich denke aber, dass eigentlich jeder dich versteht, wenn du sagst: „Meine Freunde meinten, die Bar hier sei cool, aber als ich ankam, war sie so gut wie leer und die Musik war furchtbar. ¡Me hicieron la 13-14!

Die Redewendung stammt aus dem Umfeld der Automechaniker. Dort wurden neue Lehrlinge als Initiationsritus nach dem 13er bis 14er Schraubenschlüssel gefragt, wohl wissend, dass das Größensystem so funktioniert: 12-13, 14-15, 16-17 … Also hat der arme Lehrling stets nach einem Schraubenschlüssel gesucht, den es gar nicht gibt.

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