So beeinflussen die Werte von Babbel hinsichtlich Inklusion und Repräsentation deine Lernerfahrung

Wir von Babbel glauben: Vielfalt macht uns stärker. In diesem Artikel erklären wir, wie sich unsere inklusive Einstellung in den Babbel-Inhalten widerspiegelt.
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ARTIKEL VON Elin Asklöv
So beeinflussen die Werte von Babbel hinsichtlich Inklusion und Repräsentation deine Lernerfahrung

Einer der Grundwerte von Babbel ist, dass Vielfalt uns stärker macht. Wir glauben, dass eine neue Sprache zu lernen auch beinhaltet, eine neue Kultur in all ihren Facetten zu entdecken. Aber wie schlägt sich eine inklusive Einstellung in einer Sprachlern-App nieder? Elin, Projektmanagerin für skandinavische Sprachen bei Babbel, setzt sich mit diesem Thema auseinander und trägt einige Einblicke der Sprachlernexpertinnen und -experten von Babbel zusammen. Sie hinterfragen Maskulinität als Norm, lehren genderneutrale Pronomen und konzipieren Kurse, in denen verschiedene Sprachvarietäten vertreten sind.

Die männliche Norm hinterfragen: grammatisches Geschlecht und Sprachenlernen

Ein essenzieller Aspekt der Babbel-Methode ist, dass wir unsere Kurse lokalisieren, sodass sie auf jede Sprachkombination optimal zugeschnitten sind. Spanisch mit der Ausgangssprache Italienisch zu lernen funktioniert anders als mit der Ausgangssprache Englisch: Wir passen Erklärungen an die jeweilige Sprachkombination an, wählen für die Grammatiklektionen unterschiedliche Beispiele zur Verdeutlichung und lassen je nach Kombination bestimmte Übungen raus oder fügen welche hinzu. Wenn Sprechende von Französisch – eine Sprache mit grammatischem Geschlecht, in der alle Nomen entweder maskulin oder feminin sind – eine Sprache ohne grammatisches Geschlecht lernen, wie etwa Englisch, erfordert dies besondere Aufmerksamkeit.

Der Mediopunkt für inklusive Französischkurse

Beim Lernen von Wörtern ohne grammatisches Geschlecht, zum Beispiel bei den englischen Begriffen teacher („Lehrer“), boss („Chef“) oder auch blue („blau“), wird als Übersetzung ins Französische, also einer Sprache mit grammatischem Geschlecht, meist automatisch die maskuline Form angezeigt:  enseignant, patron und bleu. Das Französischteam von Babbel hat versucht, sich dieser Denkweise entgegenzustellen. Ein Nomen wie a teacher („ein Lehrer, eine Lehrerin“) wird für französischsprachige Lernende des Englischen nun als un·e enseignant·e übersetzt – indem der sogenannte Mediopunkt (oder Mittelpunkt) verwendet wird. Während französischsprachige Lernende meist wissen, was Mediopunkte sind, stellen diese Hilfsmittel immer noch einen informellen Ansatz zur Darstellung von Geschlecht in Sprachen dar. In gewissen Kreisen, wie feministischen Zeitschriften und bestimmten Social-Media-Communitys, werden sie dagegen häufig verwendet. Dennoch sind sie nicht offiziell von der Académie française anerkannt, die eine wichtige, autoritäre Instanz der französischen Sprache ist. Die Verwendung von Mediopunkten in einem Sprachlernprodukt ist daher ein ziemlich starkes Statement für Vielfalt und Inklusion.

Caroline, Französischeditorin, sagt, ihr sei die Einführung der inklusiven Form sehr wichtig gewesen, weil Babbel sich dafür einsetzt, das Erfahrungen mit Vielfalt präsentiert werden und weil sie glaubt, dass die maskuline Form zum Standard zu erheben eben nicht „neutral“ ist.

„Aus einer pädagogischen Perspektive ist es zudem wichtig, den französischsprachigen Nutzenden aufzuzeigen, dass es in anderen Sprachen genderneutrale Wörter gibt“, sagt Caroline weiter. „Eine inklusive Schreibweise ist ein sehr einfaches visuelles Mittel, um dies verständlich zu machen.“

Die Konvention, bei französischem Vokabular Mediopunkte zu verwenden, wurde nun für Nomen (wie Berufe), Artikel, Pronomen und Adjektive eingeführt. „Wir verwenden Mediopunkte meistens dann, wenn wir neues Vokabular einführen. Das unterstreicht nochmals die Tatsache, dass ein Wort in der Lernsprache für beide Geschlechter verwendet werden kann. Wenn ein Wort hingegen nicht zum ersten Mal auftaucht, übersetzen wir es entweder mit der maskulinen oder femininen Form, wobei wir darauf achten, dass es insgesamt ausgeglichen ist. Wir verwenden auch eine inklusive Schreibweise, wenn wir die Nutzenden ansprechen, also zum Beispiel Vous êtes prêt·e? („Bist du bereit?“)“, erklärt Caroline. „Natürlich ist inklusives Schreiben viel einfacher als inklusives Sprechen – ein solcher Satz würde sich gesprochen ganz anders anhören.“

Genderneutrale Pronomen in den Schwedischkursen von Babbel

Auf die Frage, ob inklusive Sprache auch schon auf Einsteigerniveau sinnvoll ist, hat das Schwedischteam von Babbel eine Antwort gefunden: Ja, absolut, wie die erfolgreiche Einbindung einer Lektion zum neuen schwedischen Pronomen hen gezeigt hat. Der Grund dafür ist ganz einfach: Das Wort hen, ein erfundenes, genderneutrales Pronomen, wurde jüngst immer populärer und verbreitete sich rasant, bis man es schließlich überall hören und lesen konnte – in Artikeln, im Radio und sogar auf offiziellen Websites zu Themen wie Krankheiten, Rente oder Steuerangelegenheiten. Somit würden alle Schwedischlernende relativ bald mit diesem Pronomen konfrontiert werden, das mittlerweile neben hon („sie“) und han („er“) existiert.  Wir müssen beim Erstellen der Kurse immer die Lernenden im Kopf behalten, indem wir uns fragen: „Was brauchen sie für die Kommunikation auf dem entsprechenden Niveau?“

Hen Pronomen im Schwedischen
Hen als genderneutrales Pronomen lernen – ganz einfach mit Babbel.

Auch wenn du vielleicht deine Zweifel daran hast, ob du hen oft benutzen wirst, ist es dennoch wichtig, es zumindest in deinem passiven Vokabular zu haben. Und früher oder später triffst du bestimmt Leute, die mit hen angesprochen werden wollen – in diesem Fall wirst du das Wort sicher auch aktiv anwenden. Für uns als Schwedischteam war es jedenfalls ein Selbstläufer, eine Lektion zu diesem Thema zu konzipieren, und es scheint, als würden unsere Nutzenden uns darin bestätigen.

Den Facettenreichtum der Kultur einer Sprache abbilden

Auch in Sprachen wie Englisch oder den skandinavischen Sprachen, in denen Nomen kein grammatikalisches Geschlecht haben, ist eine bewusst inklusive Einstellung notwendig.

„Sprache ist nicht alles – unser Denken ist immer auf irgendeine Art voreingenommen, und weil die Babbel-Kurse auch nur von Menschen geschrieben werden, müssen wir uns ständig selbst – und andere – hinterfragen“, sagt Vitor, Projektmanager für Portugiesisch und Dänisch. „Deshalb ist es so wichtig, in einem vielfältigen Team zu arbeiten: Jede Person hat eine andere Perspektive und das führt dazu, dass unser Endprodukt sowohl ansprechend als auch respektvoll gegenüber unseren Lernenden ist, die genauso vielfältig sind.“

Wir wollen eine Sprache und die dazugehörige Kultur so zeigen, wie sie wirklich ist, in all ihren Facetten. Das tun wir beispielsweise durch den Einsatz von Bildern, die verschiedene Ethnien, Begabungen und Erscheinungsformen darstellen. Auch in unseren Sprachbeispielen spiegelt sich die sprachliche Vielfalt einer Sprache wider: Unsere Kurse beinhalten ab einem bestimmten Sprachniveau verschiedene Dialekte, Akzente und soziolinguistische Varietäten wie zum Beispiel Umgangssprache. In unseren Dialogen tauchen immer wieder verschiedene Namen auf, die sich beispielsweise in unseren Deutschkursen nicht auf Günther und Elfriede (als kleine Anspielung auf zwei deutschsprachige Nobelpreisgewinner*innen) beschränken, sondern auch Namen wie Emre und Oksana einschließen. Ebenso ist es ein Leichtes, ein gleichgeschlechtliches Paar oder eine weibliche (oder auch nicht-binäre) Firmenchefin in die Dialoge einzubauen. Wir überprüfen durchgängig die Lektionen der anderen Editoren und schauen neben Progression, Lernziel und Gesamtqualität auch darauf, wie die Repräsentation der Sprechenden und Inklusion mit einfließen und geben dementsprechend Feedback. Auf diese Weise erreichen wir eine Lernerfahrung, zu der hoffentlich viele Menschen einen Zugang finden.

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