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Tilde, ja oder nein? 10 Rechtschreibprobleme im Spanischen

Keine Sorge – korrekt schreiben ist machbar! Hier eine Liste der häufigsten Fehler im Spanischen für dich.
Artikel Von María Sicilia
Tilde, ja oder nein? 10 Rechtschreibprobleme im Spanischen

Nach unzähligen Spanischstunden in der Schule (vielleicht sogar an der Universität) und trotz der Autokorrekturfunktion des Smartphones machen viele von uns immer noch grundlegende Fehler – zum Beispiel, wenn es um die Tilde geht. Aber das ist kein Problem! Fehler sind immerhin da, um aus ihnen zu lernen.

Hier liste ich dir 10 häufige Rechtschreibprobleme auf und erkläre dir, wie diese Wörter richtig geschrieben werden. Und wenn du sie dir gemerkt hast… bist du ein echter Rechtschreib-Profi!

1. Die Vorsilbe „super-“

Eine der Vorsilben, die wir Millenials im Spanischen am meisten verwenden. Wenn wir etwas zum Gähnen langweilig finden, ist es superaburrido („superlangweilig”). Wenn wir etwas genial finden, ist es superbien („supergut”). Wenn wir sprachlos sind, ist etwas superfuerte („superkrass”). Oder vielleicht bist du ein superfan einer Serie. Diese Vorsilbe wird ohne Tilde, Bindestrich oder Leerstelle mit dem zu beschreibenden Wort verbunden. Nur, falls es sich um den Supermarkt (supermercado) handelt, schreibt man es mit Tilde: Voy al súper. („Ich gehe zum Supermarkt.”)

2. Solo

Solo schreibt man ohne Tilde, noch einfacher geht es also nicht! Der Real Academia Española, also DER Institution der spanischen Sprache, zufolge schreibt man das Wort bereits seit 2010 ohne Tilde. Ebenso werden die Demonstrativpronomen ese, este und aquel ohne Tilde geschrieben. Für die ganz Nostalgischen unter uns ist diese Veränderung nur schwer zu akzeptieren, aber die Empfehlung lautet ganz eindeutig, diese Worte nie mit Tilde zu schreiben.

3. Tú vs. tu

In einer Folge von Friends erklärt Ross es ganz gut: „Wenn mit Tilde geschrieben wird, ist es das Personalpronomen. Und ohne Tilde ein Possessivpronomen.“ Also bezieht sich mit Tilde auf die Person, mit der wir gerade sprechen, während tu ohne Tilde sich auf etwas bezieht, das dieser Person gehört oder ihr eigen ist. Ein Beispiel: ¿Tú vas en metro o en tu bici? („Fährst du mit der U-Bahn oder mit deinem Fahrrad?”)

Mit oder ohne Tilde: 4. Sí vs. si

Bezieht sich das Wörtchen si auf eine Konjunktion (Si fuera rica…, „Wenn ich reich wäre…”) oder auf den musikalischen Ton im Spanischen (im Deutschen das „h“), wird es ohne Tilde geschrieben. Handelt es sich hingegen um ein Personalpronomen (A sí misma, „sich selbst”) oder eine Bestätigung (Sí, claro, „Ja, klar”), wird es mit Tilde geschrieben.

Zum Beispiel:

  • ¿Vienes esta noche a la fiesta? („Kommst du heute Abend auf das Fest?”)
  • Sí, claro. („Ja, klar.”)
  • No te creo. („Das glaube ich dir nicht.”)
  • ¡Que sí voy! („Doch, ich komme sicher!”)

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Tilde, ja oder nein: 5. Ti

Im Gegensatz zum Personalpronomen schreibt man ti überhaupt NIE mit einer Tilde. Der Grund ist ganz einfach und logisch: Man kann dieses Personalpronomen weder mit einem Possessivpronomen verwechseln (wohingegen man mit dem Possessivpronomen mi verwechseln könnte) noch mit irgendeinem anderen Wort. Ti musst du also ganz einfach nie wieder mit Tilde schreiben!

6. Aún vs. aun

Aún schreibt man mit Tilde, wenn man es durch todavía, also „noch“, ersetzen kann, wohingegen man es ohne schreibt, wenn es die Bedeutung von „auch“, „bis“ oder „nicht einmal“, „wenigstens“ hat. Nur Mut, du hast noch Zeit, es richtig zu schreiben!

7. Si no vs. sino

Wann wird es zusammen und wann als zwei Worte geschrieben? Si no als zwei Worte drückt eine Bedingung aus: ¿Habrá música? Si no, no voy. („Wird dort Musik gespielt? Falls nicht, gehe ich nicht hin.”) 

Im Gegensatz dazu schreibt man sino („sondern“) als ein Wort, wenn ein positives einem negativen Konzept gegenübergestellt wird: No lo digo yo, sino la RAE. („Nicht ich sage das, sondern die RAE.”)

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8. Ay, hay, ahí

 Ay ist eine Interjektion, die Bestürzung, Schreck oder Schmerz ausdrückt: ¡Ay, qué daño! („Au, was für ein Schmerz!”)

Hay ist eine Form des Verbs hallarse („sich befinden, vorkommen”): ¡Hay un perro en la oficina! („Es ist ein Hund im Büro!”)

Ahí ist ein Adverb der Ortsanzeige: Está ahí mismo, a la vuelta de la esquina. („Es ist gleich dort, um die Ecke”).

9. Echo vs. hecho

Wenn dir Te hecho de menos („Ich vermisse dich”) beim Lesen nicht in der Seele wehtut, musst du jetzt gut aufpassen. Hecho ist das Partizip des Verbs hacer („tun, machen”): La cena está hecha. („Das Abendessen ist fertig”).

Im Gegensatz dazu ist echo die erste Person Singular des Verbs echar, in diesem Fall echar de menos, also vermissen. Wie du siehst, fällt nicht nur das „h“ weg, sondern der ganze Sinn des Satzes verändert sich.

10. Haber vs. a ver

Haber ist ein Verb, das, wie oben gesagt, „sich befinden“ oder „vorkommen“ bedeutet: Debe haber alguien. („Es muss jemanden geben.”) Wohingegen a ver die Kombination aus der Präposition a und dem Verb ver („untersuchen, beobachten”) ist: A ver quién hay. („Mal sehen, wer da ist”). Aus diesem Grund ist der Satz Haber si quedamos (Richtig wäre: A ver si quedamos – „Mal sehen, ob wir uns verabreden”) der Rechtschreibfehler Nummer eins.

Ich zeige dir einen Trick, damit du die beiden nicht verwechselst, versuch einfach, sie durch veamos („Schauen wir mal”) zu ersetzen: 

  • A ver quién hay. (Veamos quién hay 😉) („Schauen wir mal, wer da ist”). 
  • Debe haber alguien. (Veamos alguien 😧) („Schauen wir jemanden”).  

Ich hoffe, dass dieser Artikel dich nicht zurück in die Grundschule versetzt hat, sondern du Spaß beim Lesen hattest und deine Zweifel endgültig beseitigt wurden. Viel Spaß beim Vermeiden und (richtigen) Anwenden dieser Beispiele!

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María Sicilia
María hat sowohl als Übersetzerin als auch als Texterin gearbeitet. Sie hat Übersetzen und Dolmetschen in Spanien studiert, lebt aber seit 2008 in Deutschland. Derzeit arbeitet sie für Babbel und in ihrer Freizeit liest sie gerne … und schreibt über das, was sie liest.
María hat sowohl als Übersetzerin als auch als Texterin gearbeitet. Sie hat Übersetzen und Dolmetschen in Spanien studiert, lebt aber seit 2008 in Deutschland. Derzeit arbeitet sie für Babbel und in ihrer Freizeit liest sie gerne … und schreibt über das, was sie liest.

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