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Die hohe Kunst des Fluchens auf Spanisch – 7 kreative Beschimpfungen, die dir dabei helfen, die spanische Grammatik besser zu verstehen

Flüche und Schimpfwörter sind eine großartige Methode, um eine Fremdsprache besser zu verstehen. Wir haben dir hier sieben äußerst kreative spanische Beschimpfungen zusammengestellt, die dir sogar einen tieferen Einblick in die spanische Grammatik gewähren

Artikel von: Natali Lekka

Illustriert von Teresa Bellón

Die meisten Menschen – ich eingeschlossen – schauen als Erstes nach den beliebtesten Schimpfwörtern, wenn sie eine neue Sprache lernen. Aber wusstest du, dass du durch diese Ausdrücke auch noch deine Grammatikkenntnisse verbessern kannst?

Natürlich findest du so etwas in keinem Lehrbuch. Deswegen haben wir dir eine handliche Liste mit Beschimpfungen zusammengestellt, die dir einen Einblick in die mysteriösen Untiefen der spanischen Grammatik gewähren.

Kleine Vorwarnung: Ich übernehme keine Haftung für eventuelle, sagen wir mal, verzwickte Situationen, in denen du dich wiederfinden könntest, nachdem du diesen Artikel gelesen hast.

1. Vete a freír espárragos

Wörtlich: „Geh Spargel braten“

Das ist eine recht harmlose Art, um jemandem zu sagen, dass er oder sie sich verpissen soll. Einer Quelle zufolge lässt sich der Ursprung bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. In dieser Zeit wurde Spargel eher gekocht als gebraten. Ihn zu braten galt daher als ein sinnloser Zeitvertreib, mit dem sich jemand eine ganze Weile lang beschäftigen konnte. Du kannst die Wendung sogar variieren: Vete a freír churros – „Geh Churros braten“ – oder Vete a freír buñuelos – „Geh Donuts braten“.

Grammatiklektion: Jetzt kennst du den Imperativ von irse, nämlich: vete (im Gegensatz zum Deutschen ist dieses Verb im Spanischen reflexiv). Wenn du also jemandem sagen möchtest, dass er oder sie losgehen und etwas Bestimmtes tun soll, kannst du den Satz mit Vete a … beginnen.

2. Que te folle un pez

Wörtlich: „Ich hoffe, du wirst von einem Fisch gef****“

Wie absurd ist das denn bitte? Es bedeutet „F*** dich“ im bildlichsten Sinne, den man sich vorstellen kann.

Grammatiklektion: Jetzt weißt du, dass Sätze, die mit Que te … beginnen, einen Wunsch (oder hier: einen Fluch!) ausdrücken, auf den immer der Subjunktiv folgt.

3. Me cago en …

Wörtlich: „Ich scheiße auf …“

Dieser Quelle zufolge reicht der Ursprung dieses Ausdrucks bis in die Antike zurück. Offenbar war es dort üblich, seine Exkremente bei jemandem zu hinterlegen, um ihn zu entehren. Ein sehr gebräuchlicher Fluch in Spanien, der in so ziemlich jeder Situation Anwendung finden kann. Wenn etwas existiert, kannst du auch drauf scheißen: Me cago en … la leche/la mar serena/todo lo que se menea/en tus muertos … – „Ich scheiße auf die Milch/die ruhige See/alles, was sich bewegt/deine Verstorbenen …“ Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Grammatiklektion: Jetzt kennst du die reflexiven Verben!

4. ¿Eres tonto o …?

Wörtlich: „Bist du blöd oder …?“

Die Spanier sind erfindungsreiche Wortschöpfer und sie lieben es, sich die aberwitzigsten Szenarien einfallen zu lassen:

¿Eres tonto o tiras piedras a los aviones? – „Bist du blöd oder wirfst du mit Steinen nach Flugzeugen?“
¿Eres tonto o saltas muros de cristal para ver lo que hay detrás? – „Bist du blöd oder springst du über kristallene (= durchsichtige) Mauern, um zu sehen, was dahinter liegt?“

Grammatiklektion: Jetzt weißt du über Fragesätze Bescheid. Vergiss nicht das umgedrehte Fragezeichen am Anfang!

5. Eres/Es más feo que …

Wörtlich: „Du bist/Er ist/Sie ist hässlicher als …“

Ein weiteres schönes Beispiel für einen Satzanfang, auf den praktisch alles folgen kann:

Es más feo que El Fary comiendo limones. – „Er ist hässlicher als El Fary, der eine Zitrone isst.“
Es más feo que el penal de Higuaín. – „Er ist hässlicher als der Elfmeter von Higuaín.“
Eres tan feo que haces llorar a las cebollas. – „Du bist so hässlich, dass du sogar die Zwiebeln zum Weinen bringst.“
Eres más feo que pegarle a un padre con un calcetín ‘sudao’. – „Du bist noch hässlicher als es ist, seinen Vater mit einer Schweißsocke zu schlagen.“

Grammatiklektion: Jetzt kannst du Vergleichssätze mit Es más … que oder es tan … que bilden.

6. Te voy a dar/pegar una hostia que …

Wörtlich: „Ich werd dir so eine Ohrfeige verpassen, dass …“

Hostia geht auf die „Hostie“ in der Kommunion zurück. Du kannst es als Ausruf für „Scheiße“ oder „heilige Scheiße“ verwenden. Immerhin ist Spanien katholisch. Und nicht vergessen: Wenn du jemandem so richtig eins auswischen willst, kannst du me cago en la hostia oder es más feo que la hostia sagen.

Die Variante aus der Überschrift wiederum ist ein weiteres großartiges Beispiel dafür, wie du deiner Kreativität freien Lauf lassen kannst:

Te voy a dar una hostia que te vas a morir de hambre en el aire. – „Ich werd dir so eine Ohrfeige verpassen, dass du in der Luft verhungerst.“
Te voy a dar una hostia que te dejaré la cara como un Picasso. – „Ich werd dir so eine Ohrfeige verpassen, dass dein Gesicht wie ein Picasso aussieht.“
Te voy a pegar una hostia que te van a salir los dientes de la boca como palomitas. – „Ich werd dir so eine Ohrfeige verpassen, dass deine Zähne aus dem Mund fallen wie Popcorn.“

Grammatiklektion: Jetzt kannst du Relativsätze mit que üben.

7. Pagafantas, bocachancla, lameculos, peinabombillas, tocapelotas und so weiter …

Grammatiklektion: Willkommen in der wunderbaren Welt der zusammengesetzten Substantive! Hierin sind nicht nur die Deutschen gut – auch im Spanischen sind die Möglichkeiten schier unendlich.

Pagafantas kommt vom Verb pagar („zahlen“) und der Fanta®. Es beschreibt einen Mann, der bereit ist, für alles zu zahlen, in der Hoffnung, dass er so bei einer Frau landen kann – was natürlich nie passiert. Bocachancla wiederum kombiniert die Wörter für „Mund“ – boca – und für Flip-Flop® – chancla. Damit beschreibst du jemanden mit einer großen Klappe – ein „Großmaul“. Das spanische Wort für „Arschkriecher“ setzt sich aus den Vokabeln für „lecken“ (lamer) und „Arsch“ (culo) zusammen: lameculos. Ein peinabombillas wiederum ist ein „Naivling“ oder „Einfaltspinsel“. Hier wird das Verb peinar – „kämmen“ – mit bombillas – „Glühbirnen“ – kombiniert. Jemand, der versucht, Glühbirnen zu kämmen, kann auch wirklich nicht sehr helle sein, oder (schlechter Witz, aber egal)? Und zu guter Letzt: die „Nervensäge“. Die spanische Übersetzung hierfür setzt sich zusammen aus tocar – „anfassen“ – und pelotas – „Hoden“. Ziemlich einfallsreich, oder?

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