So lernst du mit Filmen eine Sprache

Netflix und chillen? Eher ‘Netflix und … deine Vokabeln drillen.’ Eine neue Sprache lernen mit Filmen und Serien ist nämlich durchaus eine gute Idee – wir verraten dir, worauf du achten musst.
Artikel Von Steph Koyfman
12/05/2020
So lernst du mit Filmen eine Sprache

Es ist schon eine sehr verlockende Vorstellung, eine Fremdsprache komplett passiv oder ausschließlich mithilfe von fremdsprachigen Filmen oder Serien lernen zu können. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Aber es ist auch keinesfalls so, dass der Weg zum flüssigen Sprechen trocken und mühsam ist.

Realistisch betrachtet ist Sprachenlernen weder öde noch bedeutet es immer nur Spiel und Spaß. Der Ansatz, den wir von Babbel empfehlen, besteht aus einer ausgeglichenen Mischung aus Sprachlektionen, praktischer Anwendung im Alltag und dem unterstützenden Einsatz von Medien wie Büchern, Podcasts und Filmen. Dabei dienen Filme nicht nur zur Unterhaltung. Sie vermitteln dir auch kulturelles Wissen, dass dein Sprachverständnis bereichert. Außerdem hörst du in Filmen aus anderen Ländern eine sehr natürliche Sprache mit authentischem Vokabular und Slang, und du lernst, bestimmte Wörter und Ausdrücke mit der dazugehörigen Körpersprache zu assoziieren.

Sprache lernen mit Filmen – geht das?
Es gibt also durchaus gute Neuigkeiten für alle Filmliebhaber unter euch: Auch auf der Couch könnt ihr produktiv sein und etwas lernen. Allerdings können fremdsprachige Filme nur dann ein effektives Lernmittel für dich sein, wenn du richtig an die Sache rangehst. Wenn du wirklich etwas dabei lernen willst, kannst du nicht einfach nur auf ‚Play‘ drücken und dann vor dich hindümpeln. Nimm dir stattdessen unsere Tipps zu Herzen und beobachte dabei, wie deine Sprachkenntnisse sich merklich verbessern. 

1. Finde einen geeigneten Film (und mach dich dazu schlau)

Um eine Sprache mit Filmen zu lernen bzw zu verbessern, ist die Auswahl des richtigen Films beinahe genauso wichtig wie die Art und Weise, wie du ihn anschaust. Nur weil ein Film dich anspricht, heißt das noch lange nicht, dass er auch dazu geeignet ist, dich in deinem Sprachlernprozess zu unterstützen. Natürlich solltest du einen Film wählen, den du auch gerne anschaust, damit du motiviert bleibst. Aber wenn du noch am Anfang deiner Sprachlernreise bist, ist es vielleicht besser, mit einem Film anzufangen, dessen Handlung du schon kennst. Oder du verschaffst dir davor eine Übersicht über Handlung und Figuren, damit du beim Schauen nicht total den Faden verlierst.

Berücksichtige außerdem den Schwierigkeitsgrad der Dialoge. Wenn dir Kinderfilme nicht so liegen (diese haben meist ein einfacheres Vokabular), ist vielleicht eine leichte Komödie oder eine Romantikkomödie eine bessere Wahl als ein aufregender und komplexer Psychothriller, der schon per se schwer zu verstehen ist.

2. Sprache lernen mit Filmen: Untertitel sind deine Freunde

Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob man fremdsprachige Filme mit Untertiteln oder synchronisiert schauen sollte. Man nennt das auch die Sub-vs-Dub-Debatte, und wir stehen ganz klar auf der Seite der Subs, der Untertitel. Synchronisierte Filme schmälern nicht nur die Authentizität der Originalfilme, sondern gehen in Hinblick auf das Sprachenlernen natürlich auch am Sinn der Sache vorbei. Untertitel sind wie Stützräder, die dir helfen, in einer neuen Sprache deine Balance zu halten, auch wenn sie dich nur zeitweise unterstützen sollen.

An dieser Stelle sei auch hervorgehoben, wie wichtig Wiederholung beim Lernen mit fremdsprachigen Filmen ist. Einen Film nur einmal anzuschauen, liefert dir wahrscheinlich nicht das gewünschte Ergebnis. Versuche stattdessen, den Film nochmal ohne Untertitel anzusehen, wenn du dich bereit dazu fühlst. Oder du gehst auf‘s Ganze und schaust den Film erst ohne Untertitel, und testest in einem weiteren Durchlauf mit Untertiteln, wie gut du die Dinge beim ersten Mal verstanden hast. Und dann schaue dir den Film nach einiger Zeit noch ein drittes Mal an, und zwar ohne Untertitel. Dazu suchst du dir am besten einen Film aus, von dem du weißt, dass du ihn wirklich mehrmals anschauen kannst.

3. Schaue (und verdaue) häppchenweise

Du bist nicht im Kino und musst nicht den ganzen Film vom Anfang bis Ende an einem Stück durchschauen. Tatsächlich ist es für dein Gehirn besser, wenn du ihn „häppchenweise“ verdaust. Denn um einen Lerneffekt zu erzielen, musst du einen Film sehr viel bewusster und konzentrierter anschauen als zu Unterhaltungszwecken. Versuche deshalb, den Film in 20- oder 30-minütige Abschnitte aufzuteilen. So kannst du das Gesehene besser verarbeiten (und Stellen nochmal anschauen, die du beim ersten Mal nicht verstanden hast).

4. Mach dir Notizen

Wenn wir aktives Zuhören sagen, dann meinen wir aktives Zuhören! Dinge aufzuschreiben hilft dir, sie dir besser zu merken. Außerdem trainierst du dein Hörverstehen noch intensiver, wenn du aufschreibst, was du hörst. Es muss nicht perfekt, geschweige denn richtig geschrieben sein. Fange einfach damit an, alles so aufzuschreiben, wie du es hörst. Dann kannst du die Stelle nochmal mit Untertiteln anschauen und überprüfen, wie du dich geschlagen hast. Deinen ersten Mitschrieb mit der korrekten Version zu vergleichen, kann dir dabei helfen, Probleme in deinem Hörverstehen zu identifizieren. Außerdem lernst du durch Ausprobieren, wie die Sprache in der Praxis ausgesprochen wird.

Als zusätzlichen Bonus kannst du dir die neuen Vokabeln aufschreiben, die dir während des Films begegnen. Medien eignen sich nämlich hervorragend, um eher unbekannte Wörter oder umgangssprachliche Ausdrücke zu entdecken, die du sonst nicht gelernt hättest.

5. Leg mal eine Pause ein

All diese Tipps hören sich ganz schön anstrengend an? Gut möglich, schließlich soll das hier auch keine Entspannungsübung sein. Trotzdem bedeutet das nicht, dass du dich bis an den Rand der mentalen Erschöpfung treiben solltest. Wenn dein Gehirn müde wird, erlaube dir auch, den Film einfach nur zu genießen und in die Handlung einzutauchen. Auf diese Weise machst du dich schon mal mit dem Inhalt vertraut und bist besser vorbereitet, wenn du dich das nächste Mal mit dem nächsten Filmabschnitt auseinandersetzt.

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