Die 15 schauerlichsten Traditionen zum Día de Muertos

In diesem Artikel erklären wir euch den Ursprung dieser tausend Jahre alten mexikanischen Tradition, die voller symbolischer Elemente steckt.
Día des Muertos

Die Tradition des Día de Muertos (oder auch Día de los Muertos, obwohl wir in Mexiko den Artikel los niemals verwenden würden) reicht bis in die Zeit vor der Eroberung Amerikas durch die Spanier zurück. Im Grunde genommen ist der Día de Muertos das Ergebnis einer Verschmelzung von prähispanischen Traditionen zur Verehrung des Kreislaufs von Leben und Tod mit dem katholischen Glauben.

In den präkolumbischen Kulturen existierten viele Riten, die sich auf den Tod beziehen. Mit der Ankunft der Spanier in Amerika nahmen diese Feierlichkeiten neue Formen an, die bis in die heutige Zeit beibehalten wurden und die sich auch im Ausland und bei Touristen großer Popularität erfreuen. Der Día de Muertos wird am 2. November gefeiert, wegen seines religiösen Aspekts ist er auch als Día de los Fieles Difuntos (Allerseelen) bekannt.

Es geht bei diesem Fest vornehmlich darum, im Alltag einmal innezuhalten, um das Leben wertzuschätzen. Das gelingt uns besonders gut im Hinblick auf den Tod, der uns die Vergänglichkeit unserer Existenz vor Augen hält. Außerdem ist Día de Muertos dazu da, um sich an geliebte Menschen zu erinnern und zu feiern, dass ihr Wesen und ihr Vermächtnis immer noch bei uns sind, auch wenn sie nicht mehr auf der Erde leben. Viele glauben, dass an diesem Tag die Geister der Verstorbenen zum Altar oder zur Opfergabe kommen, an der Fotos oder persönliche Gegenstände von ihnen aufgestellt wurden, um nochmals bei den Menschen zu sein, die sie bei ihrem Tod zurückgelassen haben.

Finde heraus, welche 15 Dinge niemals bei diesem schauerlichen Fest – dem wortwörtlichen Tag der Toten – fehlen dürfen: 

1. Der Altar – altar

Der Altar oder die Opfergabe (ofrenda) ist die zentrale Kultstätte, um die herum die Feierlichkeiten stattfinden. Diese Installation kann dabei viele verschiedene Formen annehmen, obwohl verschiedene Regeln zum ordnungsgemäßen Aufbau existieren. Normalerweise besteht der Altar aus mehreren Ebenen: entweder aus zwei, um die irdische und die himmlische Welt zu symbolisieren; oder aus drei, um Himmel, Erde und Unterwelt abzubilden; oder – als dritte Option – aus sieben Ebenen, um die sieben Stufen darzustellen, die die Seele durchlaufen muss, um in den Himmel zu kommen. Nach der aztekischen Kultur hatten diese Stufen etwas damit zu tun, wie die Person gestorben war, nach der christlichen Vorstellung hingen sie mit den Todsünden zusammen. Der Altar wird jeweils mit verschiedenen Objekten dekoriert, die alle jeweils eine spezielle symbolische Bedeutung haben.

2. Die Totenschädel – calaveras

Menschliche Schädelknochen sind Elemente der prähispanischen Welt. Sie finden sich vor allem in den Opfergaben der Azteken, die ihren Göttern opferten, um ihr Leben zu bewahren. Sie bauten sogar ganze Mauern aus Totenschädeln, sogenannte tzompantlis. Aus diesem Grund finden sich die Totenschädel auch auf den Altären für die Toten. Ursprünglich waren sie aus Zucker, jedoch gibt es mittlerweile auch Totenschädel aus Schokolade oder Amaranth. Außerdem gibt es die calaveritas literarias („literarische Schädelchen“), Texte in Reimform, die in Form einer Grabinschrift das Leben einer Person feiern, die noch lebt. Sie verdeutlichen in besonderem Maße den spielerischen und ambivalenten Geist dieser Feierlichkeit.

3. Der Kopal – copal

Das Harz des Kopals, eines Tropenbaums, wird zur Feier des Día de Muertos wie eine Art Weihrauch am Altar angezündet. Allgemein sind Gerüche ein wichtiger Bestandteil der Opfergabe für die Toten: Man nimmt nämlich an, dass Seelen nicht die gleichen Sinne besitzen wie lebende Menschen und nicht durch die gleiche Reize geleitet werden können; Gerüche und Aromen hält man deshalb für ein geeignetes Mittel, um sie anzulocken. Das Kopalharz wird außerdem verwendet, um die Seele zu reinigen.

4. Die Kreuze – cruz

Für gewöhnlich stellt man auf den Altären auch Symbole auf, die auf das Kreuz verweisen. Das Kreuz stammt aus dem Kontext der Evangelisierung und ist der christliche Beitrag zu diesem prähispanischen Totenfest. Das Kreuz wird entweder über dem Altar befestigt, zu den Fotos der Verstorbenen gestellt oder zu Füßen der Opfergabe aus Salz geformt.

5. Das Festmahl – festín

Als festín bezeichnet man die Gesamtheit aller Speisen und Getränke, die speziell für den Altar beziehungsweise die Opfergabe vorbereitet werden. Dabei geht man davon aus, dass das festín nach der Nacht des Día de Muertos seinen charakteristischen Geschmack verliert, weil die Geister den Geschmack aus dem Essen saugen. Das Festmahl besteht üblicherweise aus den Lieblingsgerichten der Verstorbenen, derer man gedenkt. Meist sind es typisch mexikanische Gerichte wie Tamales (Maisteig mit verschiedenen Zutaten wie Fleisch und Käse), Mole (mexikanischen Saucen), süß eingelegter Kürbis sowie süßes Brot, das sogenannte pan de muerto (Totenbrot). Auch die Getränke entsprechen den Lieblingsgetränken der gehuldigten Verstorbenen. Dabei darf Wasser genauso wenig fehlen wie eine Flasche Tequila oder Mezcal. Die Speisen auf dem Altar sind ausschließlich für die Toten, der Rest dient jedoch zur Gaumenfreude der restlichen Familienmitglieder, die sich an diesem Tag um den Altar versammelt.

Mexiko Feiertag

 

 

6. Der Totenhund – izcuintli

Dieser Bestandteil findet sich nicht auf jedem Altar, aber in Haushalten mit Kindern ist er auf jeden Fall in Form eines Spielzeugs vertreten. Der Izcuintli ist neben dem Xoloitzcuintle und dem Tlalchich eine der drei Hunderassen, die schon vor der spanischen Eroberung existierten. Er wird als Begleiter der Geister auf dem Weg in das Reich der Toten angesehen.

7. Die Unterwelt – mictlán

In den prähispanischen Kulturen war der Mictlán der Ort, an den die Toten kamen, die weder im Krieg noch als Menschenopfer gestorben waren; er ist quasi eine Art Unterwelt. Die Opfergaben auf den Altären richten sich hauptsächlich an all diejenigen, die auf dem Weg in den Mictlán sind, wo sie Mictlantecuhtli, der Herr des Totenreichs, mit seiner Frau Mictecacíhuatl in Empfang nimmt.

8. Die Papiergirlanden – papel picado

Hierbei handelt es sich um eine Handarbeit, bei der auf Rechtecken aus Seidenpapier verschiedene Motive rund um den Tod ausgestanzt werden. Diese Papiergirlanden werden als Deko verwendet, es gibt sie in vielen verschiedenen Farben. Dabei hat jede Farbe eine eigene Bedeutung: lila steht für die katholische Religion, orange für die Farbe der Trauer, blau für das Wasser, grün für das Leben, rot für das Blut, weiß für Reinheit und schwarz für die Unterwelt.

9. Das Totenbrot – pan de muerto

In den prähispanischen Traditionen wurden Menschenherzen als Opfer dargebracht. Die Missionare setzten diesem blutigen Brauch ein Ende, indem sie die Herzen durch Weizenbrote ersetzten, die mit Anspielungen auf den Tod dekoriert waren. Das pan de muerto kann dabei süß oder herzhaft sein, letzteres ist oft mit Sesam bestreut. Es hat eine rundliche Form und wird mit kleinen Knochen aus Teig verziert, um so die Skelette der Verstorbenen nachzubilden.

10. Die Schlafmatte – petate

Ein petate ist eine Art Matte, die aus Palmenfasern gewebt wird und in Mexiko als Schlafmatte, Tischdecke oder Leichentuch verwendet wird. Im Kontext der Opfergabe symbolisiert der petate den Wunsch, dass die Seelen der Verstorbenen ruhen mögen. Außerdem dient er als Unterlage für das Festmahl.

11. Das Salz – sal

Das Salz kann entweder, wie oben bereits erwähnt, in Form eines Kreuzes auf den Altar oder einen kleinen Teller gestreut werden. Es ist unerlässlich für jede Opfergabe. Wie auch der Kopal soll das Salz den Geistern bei der Reinigung helfen.

12. Die Dalie – sempasúchil

Die Sempasúchil ist eine aus Mexiko stammende Dalienart mit einem orangefarbenen Farbton und einem intensiven Geruch. Sie dient als Dekoration für den Altar, wobei man sie entweder als Ganzes in Vasen oder Blumentöpfen aufstellt oder aus ihren Blütenblättern einen Weg legt, der mit seinem Duft, seiner Farbe und Form den Geistern den Weg zu ihrem Festmahl zeigt.

Mexiko Feiertag

13. Der Geruch – sahumerio

Sahumerio bezeichnet den aromatischen Geruch, der von einer Opfergabe ausgeht. Dieses Aroma entsteht durch das Verbrennen von Kopalharz oder einem anderen Räucherwerk und soll eine reinigende Wirkung haben.

14. Das Dorf Tzintzuntzan

Hinter dem Namen Tzintzuntzan verbirgt sich ein kleines Dorf im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Es ist weltweit dafür bekannt, dass es die spektakulärsten Día-de-Muertos-Feierlichkeiten in ganz Mexiko austrägt. Tzintzuntzan, am Ufer des Lago de Pátzcuro gelegen, hebt sich von den restlichen Siedlungen des Bundesstaates (die ebenfalls für ihren Día de Muertos bekannt sind) außerdem dadurch hervor, dass es seine eigene Altardekoration herstellt.

15. Die Kerzen und Lampen – velas e lâmpadas

Man stellt Kerzen und Lampen auf, um den Altar im Dunkeln zu erleuchten; die Kerzen repräsentieren den Glauben und die Hoffnung und spenden das Licht, das die Seelen benötigen, um nach Hause zu kommen und wieder an den Ort der Toten zurückzukehren. Die Lampen bestehen aus Kerzen in bunten Gläsern und sind sicherer als Kerzen ohne Schutz.

 

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