Der ultimative Leitfaden für Begrüßungen rund um den Globus

Wie begrüßt man sich in anderen Teilen der Welt? In diesem Leitfaden erklären wir dir, wie du länderspezifisch angemessen grüßt und was du je nach Land sagen solltest.
Artikel Von Ed M. Wood
05/01/2020
Der ultimative Leitfaden für Begrüßungen rund um den Globus

Hallo! Na, wie geht’s? Danke, passt… Jetzt war ja am Wochenende doch ganz schön, deswegen bin ich doch noch laufen gegangen und danach haben wir im Garten gegrillt. Ah, okay, cool… Zaragoza ist in die 2. Liga abgestiegen, ziemlich dramatisch! Ich weiß… Und die Lage in Griechenland sieht ja auch ganz schön kritisch aus… Ja, oder? Na gut, okay, wir reden dann bald mal wieder, mach’s gut! Mach’s gut, bis dann!

Begrüßungen und Small Talk gehören einfach zusammen. Small Talk ist ein Neologismus, der jene kleine, triviale Konversation bezeichnet, die oft gehalten wird, wenn sich zwei Personen flüchtig begegnen. Viele Leute behaupten, dass diese Gespräche im Endeffekt nur dazu dienen, um unangenehme Redepausen zu vermeiden – da Redepausen vorprogrammiert sind, wenn du eine neue Sprache lernst, kannst du Small Talk also mehr als gebrauchen! Schauen wir uns an, wie es gemacht wird:

In Deutschland zeugt Körperkontakt nicht gerade von guter Erziehung. Jüngere Leute umarmen sich zwar häufiger, aber generell gibt man sich die Hand. In einigen Fällen reicht sogar schon ein Nicken mit dem Kopf aus. Bekannterweise hängt die Begrüßung auch von der Region ab, in der man sich befindet. Im Norden sagt man eher „Moin“, während die Leute in Süddeutschland häufig „Servus“ benutzen. Mit einem „Hallo“ oder „Guten Tag“ aus einer angemessenen Entfernung ist man aber immer auf der sicheren Seite.

In Österreich begrüßt man sich mit „Serwas” oder „Zerwas”. Die Österreicher betreiben nicht viel Small Talk, aber sie sind sehr auf Titel bedacht. Wenn du dich also an einen Professor wendest, achte stets darauf, seinem akademischen Grad auch genug Anerkennung zu zollen. Frauen begrüßen sich mit Küsschen rechts, Küsschen links, Männer normalerweise auch. Ansonsten ist auch ein kräftiger Händedruck immer angemessen.

Auch in Brasilien küsst man sich, obwohl sich die Brasilianer über die genaue Anzahl der Küsschen uneinig sind. Zur Begrüßung gehört ein „Oi“ und „E aí“ und das berühmte „Tudo bem?“. Hinsichtlich des Small Talks dominiert eindeutig das Thema Fußball.

Die Bulgaren küssen sich zuerst links, dann rechts. Sie haben zudem die Besonderheit, verschiedene Sprachen zu benutzen. Um sich zu verabschieden, benutzen sie das italienische „Ciao“ und um sich zu bedanken das französische „Merci“. Wenn du also mal in Bulgarien in ein Café gehst, könntest du beim Gehen sagen „Ciao, merci!“.

panien begrüßen sich die Mädels mit zwei Küsschen

In Spanien begrüßen sich die Mädels mit zwei Küsschen. Dabei ziehen sie oft die Person, die gerade geküsst wird, noch ein Stückchen an sich heran. Ihnen die Hand entgegenzustrecken kommt meistens gar nicht gut an – sie haben ja schließlich keine ansteckende Krankheit! Die Hand gibt man vielleicht seinem Chef am ersten Arbeitstag, wenn überhaupt. Small Talk ist so wichtig wie das täglich Brot und die Lieblingsthemen sind hierbei das Wetter und Fußball, so wie im Rest der Welt auch.

In den USA begrüßt man sich so, wie man es immer in amerikanischen Filmen sieht: mit gezückten Waffen – nein, das ist natürlich nur ein Witz! Eigentlich sagt man sich mit einer herzlichen Umarmung Hallo. Es gibt auch noch andere informelle Begrüßungen, wie etwa ein high five oder auch ein vertrauter Händedruck. Die Begrüßungsformeln lauten tatsächlich genau so, wie wir es aus dem Film kennen: „What’s up?“ oder „How are you?“. In Sachen Small Talk geht wirklich alles!

In Frankreich begrüßen sich die Menschen mit „Bonjour“ oder „Salut“ und küssen sich – je nach Region – ein, zwei, drei oder sogar vier Mal! Mit der höflicheren Form vous spricht man dabei vor allem ältere Menschen oder Fremde an, unter Freunden nennt man sich dagegen tu.

Holländer begrüßen Familienmitglieder und Freunde mit Küsschen, in anderen Fällen kann diese Begrüßung aber zu unangenehmen Situationen führen – verlass dich im Zweifelsfall also lieber auf den Händedruck! Verabschieden tut man sich in Holland mit „doei doei!“ oder „de mazzel!“.

In Italien ist ein „ciao“ immer richtig – egal ob abends oder tagsüber, zur Begrüßung oder zur Verabschiedung. Familienmitglieder und Freunde werden mit zwei Küsschen von rechts nach links begrüßt, und man unterscheidet zwischen formeller und informeller Begrüßung.

In Japan hingegen heißt das Prinzip: Bloß nicht berühren! Man verneigt sich leicht zur Begrüßung, aber ohne jeglichen Körperkontakt und ohne Worte! Für den Fall, dass man sich doch die Hand gibt, senkt man als Zeichen der Achtung den Blink. Der Small Talk kommt vor allem nach Feierabend zur Anwendung.

Ganz anders in der Dominikanischen Republik: Männer begrüßen sich hier mit Fauststoß, Frauen mit Küsschen auf die Wange. Manchmal umarmt man sich auch, aber natürlich mit dem für die Karibik typischen Rumgeflirte. Die Leute begrüßen sich mit „¿Qué dicen?“, worauf die Antwort „To ta bien.“ lautet. Zur Verabschiedung hört man oft ein „A po ta to!“, was soviel heißt wie „Man sieht sich!“.

Briten murmeln zur Begrüßung ein „How’s it going?“ oder etwas, was sich so anhört wie „Alright?“, während sie sich einen hastigen Kuss oder die Hand geben. Wenn du jemanden in Großbritannien mit zwei Küsschen begrüßt, dann werden sie dir sicher sagen, dass das „sehr kontinental“ sei und leise in sich hineinlachen. Mit einem Small Talk über das Wetter kann man auf jeden Fall nichts falsch machen.

Schweden: Hand oder Umarmung

Wenn dir in Schweden der Freund eines Freundes vorgestellt wird, dann gibt er dir wahrscheinlich die Hand oder umarmt dich kurz. Auch die Kombination Hand + Umarmung oder ein kumpelhaftes Auf-den-Rücken-Klopfen sind möglich. Dazu begrüßt man sich mit „Hej!“ oder einem langgezogenen „Heeeeeej!“ wenn man sich besonders darüber freut, jemanden wiederzusehen. Gesprächsthemen sind das Wetter, die Urlaubsplanung und – saisonabhängig – der Eurovision Song Contest.

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Ed M. Wood
Ed M. Wood kommt ursprünglich aus Wells, der kleinsten Stadt Englands, und lebt mittlerweile in Berlin. Er hat Psychologie an der Universität von Southampton studiert, bevor er als Lehrer und Übersetzer in Spanien, England und Deutschland arbeitete. Danach absolvierte er einen MA in Politikwissenschaft in Bath, Berlin und Madrid. Sprachen, Kulturen und Reisen gehören zu seinen Hauptinteressen und es waren diese drei Dinge, die ihn schließlich zum Babbel-Turm geführt haben, wo er bis heute residiert.
Ed M. Wood kommt ursprünglich aus Wells, der kleinsten Stadt Englands, und lebt mittlerweile in Berlin. Er hat Psychologie an der Universität von Southampton studiert, bevor er als Lehrer und Übersetzer in Spanien, England und Deutschland arbeitete. Danach absolvierte er einen MA in Politikwissenschaft in Bath, Berlin und Madrid. Sprachen, Kulturen und Reisen gehören zu seinen Hauptinteressen und es waren diese drei Dinge, die ihn schließlich zum Babbel-Turm geführt haben, wo er bis heute residiert.

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