15 altmodische Beleidigungen, die ein Comeback verdienen

Egal ob du Hipster bist, gerne schreibst oder Schimpfwörter liebst – diese altmodischen Beleidigungen bieten dir jede Menge Inspiration.
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Um zu verstehen, warum manche Schimpfwörter heutzutage altmodisch oder sogar lächerlich klingen, müssen wir uns erst einmal anschauen, wie Schimpfwörter überhaupt entstehen. Der Auswahlprozess ist relativ einfach: Was immer in einer Kultur Tabu ist, ob Religion, Fäkalien, Sexualität, Inzest oder Tod, wird zur Quelle für Schimpfwörter. Aber wie schon Bob Dylan sagte: The times, they are changin’. Weil sich Tabus ändern, ändern sich auch Schimpfwörter: Was einst modern war, ist heute bereits ein altmodisches Schimpfwort. So sind heute in unserer vergleichbar säkularen Gesellschaft Schimpfwörter mit Gottesbezug nicht mehr ganz so schlimm, wie sie es einmal waren.

Ein anderer Faktor, der zum Veralten von Fluchwörtern beiträgt, ist der Abnutzungseffekt. An den Klang einiger Schimpfwörter haben wir uns längst gewöhnt, während unser Ohr neuartige Beleidigungen noch nicht auf die gleiche Art ausblenden kann.

Genug der Theorie? Okay, dann geh sicher, dass kleine Kinder, deine Eltern, deine Großeltern, deine Vorgesetzten und zartbesaitete Lesende deinen Bildschirm nicht sehen können.

Was sind die besten altmodischen Schimpfwörter?

Ekelpaket

Jemand, den man so bezeichnet, ist nicht einfach nur ein ekliger Mensch. Das Ekel kommt gleich als ganzes Paket, sorgfältig verpackt und frankiert.

Gewitterziege

Dieser Ausdruck für eine böse, zänkische Frau malt einfach ein so schönes Bild im Kopf …

Halunke

Dieses Wort wurde im 16. Jahrhundert vom Tschechischen holomek übernommen und bedeutet wortwörtlich „Bartloser“. Im übertragenen Sinne stand es zunächst für einen armen Jungen vornehmer Herkunft, der bei einem Adligen als Diener arbeite, wandelte sich aber später nur abwertend zu „Bettler“, „Gauner“, „Diener“, „Knecht“. Im Deutschen hatte das Wort zunächst ebenfalls die Bedeutung von „Bettler“, wurde dann aber wie im Slawischen zu „schlechter Kerl“, „Lump“ verallgemeinert.

Hanswurst

Wer heute jemandem die Beleidigung Hanswurst an den Kopf wirft, denkt dabei wohl kaum an den ursprünglichen Hans Wurst, eine derb-komische Gestalt der deutschsprachigen Stegreifkomödie seit dem 16. Jahrhundert. Die bäuerliche Figur trat in Stücken des Jahrmarkt­theaters und der Wanderbühnen auf. Selbst Luther und Goethe schrieben über ihn – wenn du dieses Wort benutzt, bist du also in gebildeter Gesellschaft.

Hohlkopf, Holzkopf, Strohkopf

Egal ob im Kopf nun Stroh, Holz oder gar nichts drin ist, nachgedacht wird hier auf jeden Fall nicht viel.

Lackaffe

Egal wie geschniegelt und gebügelt ein Affe daherkommt … es bleibt eben doch ein Affe.

Lump

Lump ist, genauso wie es klingt, eine Rückbildung von Lumpen, also so’n richtig altes, ekliges, heruntergekommenes Stück Stoff. Diese Beleidigung ist seit dem 17. Jahrhundert belegt – also ein echter Vintage.

Scheusal

Dieser Ausdruck stammt von dem spätmittelhochdeutschen schiusel und bedeutet „Schreckbild“ oder „Vogelscheuche“ – es meint einen abstoßend hässlichen Menschen und/oder eine widerliche Person, deren Handeln einen mit Abscheu erfüllt.

Schlawiner

Dieses Wort für eine Person, die – in positiv oder negativ bewerteter Weise – mit ihrem Verhalten Grenzen überschreitet, ist seit dem 19. Jahrhundert belegt. Das Wort wurde aus dem Namen Slowene (Slawonier) gebildet, da die slowenischen Hausierer als besonders gerissene Geschäftemacher galten.

Schuft

Dieses Schimpfwort wurde im 17. Jahrhundert aus dem Niederdeutschen ins Hochdeutsche übernommen. Es ist möglicherweise aus dem niederdeutschen schufut („Uhu“) entstanden, weil der Uhu als hässlich galt. Der Begriff war zunächst für verarmte, heruntergekommene Edelleute bestimmt, die Verwendung weitete sich später allgemein für gemeine, heruntergekommene oder niederträchtige Menschen aus.

Schurke

Die Herkunft dieses Schimpfwortes ist unklar. Es kommt vielleicht von dem althochdeutschen fiur-scurgo, welches „Feuerschürer“ bedeutet und eine Bezeichnung für Teufel ist. Das Wort ist seit dem 15. Jahrhundert belegt.

Taugenichts oder Tunichtgut

Wenn man jemandem dieses Schimpfwort an den Kopf wirft, sagt man damit kompakt und elegant: Nix kannste.

Tölpel

Dieser Begriff wurde im 16. Jahrhundert von Luther in die Gemeinsprache eingeführt.

Vettel

Dieses Schimpfwort für eine ungepflegte, schlampige und ältere Frau entstand im 15. Jahrhundert aus dem spätmittelhochdeutschen vetel, einem in studentischen Kreisen mit der Bedeutung „liederliches Frauenzimmer“ verwendeten Begriff. Vetel wiederum kommt von dem lateinischen vetus und bedeutet „alt“.

Wechselbalg

Ein Wechselbalg ist nach früherem Volksglauben ein hässliches, missgestaltetes Kind oder uneheliches Kind, das von bösen Geistern oder Zwergen untergeschoben wurde.

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