7 komische Phobien, von denen du noch nie etwas gehört hast – genau richtig zu Halloween

Klar, die meisten von uns kennen Arachnophobie (Angst vor Spinnen) und Klaustrophobie (Angst vor beengten Räumen). Aber was ist mit den weniger bekannten, komischen Phobien? Zu Ehren von Halloween stellen wir dir ein paar nette kleine „Nischenphobien“ vor, samt ihrer wahrlich gruseligen Schreibweisen.
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ARTIKEL VON Claire Larkin
7 komische Phobien, von denen du noch nie etwas gehört hast – genau richtig zu Halloween

1. Chorophobie – Angst vor Tanzen

Klingt wie die nerdige Hauptfigur in einem herzerweichenden Teeniefilm: Wenn du Chorophobie hast, fürchtest du dich ziemlich stark vor dem Tanzen. Wie bei vielen anderen Phobien stammt auch dieser Begriff aus dem Griechischen, damit es noch beeindruckender klingt. In diesem Fall bedeutet choro so viel wie „tanzen“ – und phobia bedeutet übrigens immer „Angst“.

Leider ist die Prognose für alle, die unter Chorophobie leiden, ziemlich düster. Trotz Versuchen verschiedener Gruppierungen das Tanzen zu verbannen, ist diese menschliche Praxis bis heute extrem beliebt. Hüte dich am besten vor Firmenfeiern, Spielplätzen, öffentlichen Bereichen (Achtung: Flashmob-Alarm!) und vor allem dem Internet.

2. Hippopotomonstrosesquippedaliophobie – Angst vor langen Wörtern

Ach ja, die klassische Hippopotomonstrosesquipedaliophobie. Was wäre diese Liste bloß ohne sie? Interessanterweise hieß diese merkwürdige Phobie ursprünglich Sesquipedalophobie, aus dem Lateinischen sesqui, das „anderthalb“ bedeutet, und pedal aus dem lateinischen pedis für „Fuß“. In der römischen Lyrik wurden damit Wörter bezeichnet, die „anderthalb Fuß lang“ waren – hatten sie nicht einen tollen Sinn für Humor, die alten Römer?

Leider dachte wohl irgendein Scherzkeks, dass diese Bezeichnung für die Angst vor langen Wörtern zu kurz ist. Die Komponente monstrum, die „Monster“ oder „monströs“ bedeutet, kam dazu, ebenso die falsch geschriebene Version hippopotamus, um allen Hippopotomonstrosesquipedaliophobikerinnen und -phobikern so richtig Angst einzujagen.

3. Xanthophobie – Angst vor der Farbe Gelb

Genau wie ihre Leidensgefährten mit Chorophobie haben es Xanthophobikerinnen und -phobiker im Alltag nicht so leicht. Sie müssen Emojis, Taxis, Haftnotizen, Zitronen und die Sonne vermeiden, um nur ein paar ziemlich wichtige Dinge zu nennen. Noch schlimmer: Selbst das Wort „gelb“ lässt vielen unter Xanthophobie Leidenden die Nackenhaare hochstehen. Zum Glück ist die Etymologie des Begriffs ziemlich einfach, denn das altgriechische xanthos bedeutet nichts anderes als „gelb“.

4. Metrophobie – Angst vor Gedichten

Auf den ersten Blick hast du wahrscheinlich gedacht, dass Metrophobie die Angst vor U-Bahnen bezeichnet, was durchaus Sinn ergeben würde, schließlich gibt es da unten ziemlich viel Angsteinflößendes. Aber tatsächlich ist es die Angst vor Gedichten.

Eine schnelle Recherche zeigt, dass diese Angst überraschenderweise gar nicht so selten vorkommt. Wenn du deinem Lieblingsmetrophobiker dieses Jahr zu Halloween also einen richtigen Schreck einjagen möchtest, empfehlen wir, ein paar Haikus an deine Wohnungstür zu hängen. Wenn du es noch krasser willst, könntest du ein paar Gedichtbände von Goethe, Heine, Schiller oder Gottfried Benn aufgeschlagen herumliegen lassen.

5. Hexakosioihexekontahexaphobie – Angst vor der Zahl 666

Dieses schreckliche Wort passt hervorragend zu seinem teuflischen Hintergrund. Wer sich mit dem Christentum auskennt, weiß vielleicht, dass der Begriff Hexakosioihexekontahexaphobie in der Offenbarung des Johannes (auch Apokalypse genannt) seinen Ursprung hat, in dem das Ende der Welt prophezeit wird. Im ursprünglichen Kontext gilt die Zahl 666 als „Malzeichen des Tieres“ (klingt ganz schön bedrohlich), heute aber wird sie vor allem mit dem Antichristen oder gar dem Teufel selbst in Verbindung gebracht.

Wenn du wissen willst, was es mit der geradezu gottlosen Schreibweise auf sich hat, können wir so viel verraten – sie besteht aus folgenden altgriechischen Wörtern:

hexakosioi („sechshundert“) + hexekonta („sechzig“) + hex („sechs“) +‎ phobia = Hexakosioihexekontahexaphobie

6. Alektorophobie – Angst vor Hühnern

Vielleicht geht dir Folgendes durch den Kopf: „Ich kann mir wirklich kein weniger angsteinflößendes Tier vorstellen als ein Huhn“. Aber hier ein paar Fakten: Wusstest du, dass auf unserem Planeten 2017 knapp 23 Milliarden Hühner lebten? Damit sind sie die am häufigsten vorkommende Vogelart. Es gibt fast dreimal mehr Hühner auf der Erde als Menschen. Und wusstest du, dass Hühner durch Beobachten lernen und einfache Rechenaufgaben lösen können? Oder dass es Belege dafür gibt, dass Hühner ursprünglich zum Kämpfen und nicht zum Verzehr domestiziert wurden? Also weniger harmlos, als man denkt …

7. Arachibutyrophobie – Angst vor Erdnussbutter, die am Gaumen festklebt

Selbstverständlich haben wir die realistischste Phobie für den Schluss aufbewahrt. Laien könnten den Begriff aufgrund der ähnlichen Schreibweise leicht mit Arachnophobie verwechseln. Aber die Arachibutyrophobie ist weit mehr als die Angst vor achtbeinigen Krabbeltierchen. Wenn einem Erdnussbutter am Gaumen klebt, sieht man schnell aus wie ein Hund, der versucht, etwas zu fressen. Und das, obwohl man ein Mensch ist. Es könnte aber auch bedeuten, dass du Probleme mit der Textur von Essen hast. Oder – Worst-Case-Szenario – du allergisch auf Erdnüsse reagierst.

Hier noch schnell die Erklärung zur Wortherkunft: Arachis ist der lateinische Name für die Pflanzengattung, zu der die Erdnuss gehört. Und butyrum ist Lateinisch für „Butter“.

Vor einem musst du dich jedenfalls nicht fürchten – vor neuen Sprachen! Lege noch heute los!
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