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Englischer Slang, der die 2000er Jahre prägte

Die 2000er Jahre sind noch gar nicht so lange her, aber einige dieser Ausdrücke klingen bereits wie aus längst vergangenen Zeiten.
Englischer Slang, der die 2000er Jahre prägte

Die Jahrtausendwende ist noch gar nicht so lange her. Wir können daher erst jetzt so richtig versuchen, sie zu begreifen. Doch die 2000er Jahre scheinen besonders schwierig zu fassen zu sein. Man ist sich nicht einmal einig, wie man sie überhaupt nennen soll. Die Zweitausender? Die Nullerjahre? Die Nuller? Während wir noch über die genaue Bezeichnung debattieren, gibt es eine weitere sprachliche Möglichkeit, auf diese Ära zurückzublicken: den Slang der 2000er Jahre.

Der Slang eines Jahrzehnts spiegelt die wichtigsten gesellschaftlichen Trends wider, insbesondere unter Jugendlichen (denn vor allem junge Menschen erfinden gerne neue Wörter und Ausdrücke). Die 2000er Jahre waren die Zeit, in der die Millennials inmitten von Kriegen im Nahen Osten, einer schweren Rezession, dem ersten Schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten und den Anfängen der sozialen Medien erwachsen geworden sind. 

2000er Jahre Slang: ein Best-Of

1. Bling Bling

Bedeutung: Schmuck, Juwelen oder teure Accessoires

Der Ausdruck Bling oder Bling Bling hat seinen Ursprung in der Rap-Musik und wurde von Kunst- & Musikschaffenden verwendet, die ihren Reichtum mit teurem Schmuck, Autos und anderen Dingen zur Schau stellen wollten (Geldstapel waren in diesem Zusammenhang besonders beliebt). Das Wort ist eine Art Lautmalerei. Glänzende Gegenstände machen zwar eigentlich kein Geräusch, aber der Ausdruck Bling soll das „Funkeln” lautmalerisch beschreiben (man denke an die Werbung für zahnaufhellende Mittel). Das erste Mal tauchte das Wort in einem Rap-Song auf, und zwar in Dana Danes Song „Nightmares” aus dem Jahr 1987, wobei es sich hier allerdings auf den Klang einer Glocke bezog.

Der Ausdruck Bling Bling wurde 1999 in dem Song „Bling Bling” eingeführt, an dem Künstler des Rap-Labels Cash Money Records aus New Orleans beteiligt waren. In der Entstehungsgeschichte von „Bling Bling“, die in der Musikzeitschrift The Fader erschienen ist, führen viele der befragten Kunstschaffenden den Begriff auf B.G. zurück – den Hauptrapper des Songs. In den folgenden Jahren hat Lil Wayne, der auch auf der Single zu hören ist, behauptet, den Begriff geprägt zu haben.

Die Erfindung des Begriffs Bling Bling für sich zu beanspruchen, ist aber vielleicht nur eine andere Art, seinen Bling zur Schau zu stellen. Unabhängig davon, wer ihn erfunden hat, wurde der Ausdruck zur Jahrtausendwende zum Renner und prägte den Rap der frühen Nullerjahre maßgeblich. Doch wie viele Slang-Ausdrücke, die von Schwarzen Amerikaner:innen erfunden wurden, fand der Begriff Einzug in die Mainstream-Kultur und ist nach seinem Höhepunkt im Jahr 2007 weitgehend aus dem Gebrauch verschwunden.

2. Chillax

Bedeutung: gleichzeitig chillen und relaxen

Chillax ist ein Portmanteau aus „chill“ und „relax“. Wenn man bedenkt, dass diese beiden Wörter so ziemlich das Gleiche bedeuten, handelt es sich dabei aber um eine etwas merkwürdige sprachliche Schöpfung. Die Doppelung soll wahrscheinlich nur verstärken, wie entspannt und gelassen eine Person ist. In den frühen 2000er Jahren wurde der Ausdruck mit Leuten in Verbindung gebracht, die Marihuana rauchen und nicht hart arbeiten.

Das erste Mal tauchte dieser Satz (angeblich) in einem Film auf, und zwar in dem Horrorfilm „Final Destination 2” aus dem Jahr 2003. Wahrscheinlich hat der Film dazu beigetragen, dass das Wort in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, doch das erste Mal wurde chillaxing bereits Mitte der 1990er Jahre erwähnt. Im Jahr 1996 taucht das Wort chillax beispielsweise in den Lyrics von „Vital Nerve“ auf, einem Song des Hip-Hop-Trios Company Flow. Es ist schwer zu sagen, woher der Begriff stammt. Doch obwohl der Ausdruck mit dem Slang der 2000er Jahre in Verbindung gebracht wird, hat seine Verwendung seither stetig zugenommen.

Nullerjahre Slang: 3. I see what you did there

Wortwörtlich: „Ich sehe, was du da gerade gemacht hast.”
Bedeutung: „Ich verstehe, wie du das/was du meinst.”; umgangssprachlicher Ausdruck, mit dem man anerkennend oder sarkastisch zum Ausdruck bringt, dass man einen cleveren Witz oder eine geistreiche Bemerkung verstanden hat

Slang ist, wenn man es genau nimmt, eine Art Meme. Es ist ein Wort oder eine Redewendung, die an einem Ort zum ersten Mal auftaucht und sich dann, je nach Erfolg, weiter verbreitet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Meme-Kultur der 2000er Jahre Wörter und Ausdrücke hervorbrachte, die sowohl online als auch offline verwendet wurden. Und vor allem durch Memes wurde der Satz „I see what you did there” zu einer ironischen Art und Weise, jemandem mitzuteilen, dass man etwas bemerkt oder verstanden hat. Zur Jahrtausendwende wurde der Satz in Messageboards, Foren und Chatrooms verwendet.

Trotz der Assoziierung mit dem Internet wird die ursprüngliche Popularität des Satzes häufig der Hit-Sitcom „Friends” zugeschrieben. In einer Folge aus dem Jahr 1996 erklärt Joey (eine Figur, die gerne als leicht „dümmlich“ dargestellt wird), dass er einen seiner Sätze in der Seifenoper, in der er mitspielt, von „Wenn wir diese Frau nicht ins Krankenhaus bringen, wird sie sterben” in „Wenn diese Frau nicht ins Krankenhaus kommt, wird sie nicht überleben” umformuliert hat. Eine andere Figur, Phoebe, antwortet sarkastisch: „Oh, ok, I see what you did there.“ Und obwohl es sich um einen kleinen, einmaligen Scherz handelt, hat der Satz den Sprung ins Internet geschafft und lebt dort seither fröhlich vor sich hin. Früher war er sogar so weit verbreitet, dass man das Akronym ISWYDT verwenden konnte, ohne dass jemand auch nur mit der Wimper zuckte.

4. Noob

Bedeutung: jemand ohne Erfahrung; Anfänger:in

Es gibt viele internetbezogene Beispiele für Slang aus den Nullerjahren, die wir hätten auswählen können, aber Noob (oder n00b) ist eines der bekanntesten. Zwischen seiner Erfindung in den 1980er Jahren bis Ende der 1990er Jahre war das Internet eher ein Nischenphänomen. Nur Leute, die bereit waren, Zeit zu investieren, um zu lernen, wie man mit Computern umgeht, waren online unterwegs, und so entstanden und zerfielen verschiedene Subkulturen. Zur Jahrtausendwende änderte sich das jedoch, und gegen Ende des Jahrzehnts hatte fast jeder zumindest ein bisschen Erfahrung mit dem Internet. Das Wort n00b war, zumindest zu Beginn der 2000er Jahre, eine Möglichkeit, die alten Internet-Profis von den neuen, unerfahrenen Nutzenden zu unterscheiden.

Es ist allerdings etwas schwierig, den genauen Ursprung von Noob zu bestimmen. Es ist eine verkürzte Version von Newbie („Neuling”) , was wiederum aus dem US-Militärjargon stammen könnte, oder es könnte auch von dem australischen Slangbegriff Newie (ebenso ein Begriff für eine neue Person oder generell etwas Neues) abgeleitet sein. Auch eine Abkürzung für new blood oder new boy ist denkbar. Egal, woher der Ausdruck stammt, Noob wurde von einem Hackerkollektiv namens Cult of the Dead Cow geprägt, das einen Großteil der frühen Internet-Sprache erfunden hat – Leetspeak (oder 1337-Speak), von der du vielleicht schon einmal gehört hast. Leetspeak wurde zu einem wichtigen Merkmal der Gaming-Kultur, wobei schwer zu sagen ist, ob die Sprache Mitte der 2000er Jahre ernsthaft oder ironisch verwendet wurde. 

(Das könnte dich auch interessieren: 7 englische Ausdrücke aus dem Slang der 80er Jahre)

5. Sketchy

Wortwörtlich: skizzenhaft
Bedeutung: nicht vertrauensvoll, unangenehm 

Das Adjektiv sketchy ist eine Ableitung des Substantivs sketch („Skizze”), also einer schnellen, einfachen Zeichnung. Ursprünglich bedeutete sketchy, dass etwas unvollständig war. Ein Plan, der sketchy war, enthielt nicht viele Details. Irgendwann in den späten 1990er Jahren begann der Begriff jedoch, etwas komplett anderes zu bedeuten, nämlich dass etwas seltsam oder nicht vertrauenswürdig war. Und in den 2000er Jahren hat sich dieses Wort fest im Jugendwortschatz etabliert und kann alle möglichen Menschen, Orte und Dinge beschreiben.

Warum hat dieses Wort plötzlich seine Bedeutung verändert? Das weiß niemand genau. Der Lexikograf Mark Liberman vermutet, dass es an der Ähnlichkeit mit Wörtern wie skeevy und scuzzy liegen könnte, die beide ähnliche Bedeutungen haben wie die neuere Form von sketchy. Wie es dazu kam, dass sich so viele Menschen dieser neuen Bedeutung zuwandten, ist ein weiteres Sprachrätsel, das wir wohl nie lösen werden. Und genau das macht Slang so faszinierend.

2000er Jahre Slang: 6. That‘s hot

Wortwörtlich: „Das ist heiß.”
Bedeutung: „Das ist gut/cool/sexy.”

Jede Generation erfindet eine neue Art und Weise, etwas als cool zu bezeichnen. Sonst würden wir Dinge immer noch als „Nonplusultra” oder „groovy” bezeichnen. Und obwohl „That’s hot” in die Kategorie Slang fällt, unterscheidet es sich von anderen Begriffen dahingehend, dass es von einer einzigen Person populär gemacht wurde: Paris Hilton. Als Erbin der Hilton Hotels & Resorts ist Paris Hilton eine der ersten Personen, die „dafür berühmt geworden sind, berühmt zu sein”.

Zusammen mit ihrer Freundin Nicole Richie startete sie 2003 die Fernsehsendung „The Simple Life“, in der die beiden Frauen bei einer Familie auf einem Bauernhof einzogen, um herauszufinden, wie weniger betuchte Menschen so leben. Die Show wurde zu einem Kultphänomen und machte Hiltons Phrase „That’s hot” in der ganzen Welt bekannt.

Seit die Show 2007 abgesetzt wurde, hat Hilton offen darüber gesprochen, dass die „dumme Blondine”, die sie in „The Simple Life” verkörperte, nicht ihr wahres Ich widerspiegelt. Sie nutzte die Erwartungshaltungen der Menschen an sie als reiche Hotelerbin aus, um einen Haufen Geld zu verdienen. Tatsächlich gehört Hilton der SatzThat’s hot” im wahrsten Sinne des Wortes, da sie Unternehmen, die ihn auf verschiedenen Produkten verwendet haben, erfolgreich verklagt hat. Die vielleicht größte Ironie ist jedoch, dass sie den Satz von ihrer Schwester Nicky Hilton Rothschild geklaut hat. In vielerlei Hinsicht ist „That’s hot” einer der typischsten Slangausdrücke der 2000er Jahre, die es gibt.

7. Wassup?

Bedeutung: „Wie geht es dir?”

Der Satz „What‘s up?” wird im Englischen seit mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet, um Menschen zu fragen, wie es ihnen geht. Es mag etwas seltsam erscheinen, den Satz als Slang der Jahrtausendwende aufzuführen, aber es gibt einen Grund, warum dieses Wort zu einem Symbol der 2000er Jahre wurde: ein Werbespot von Budweiser. 

Alles begann 1998 mit dem Kurzfilm „True” des Regisseurs Charles Stone III. In dem zweiminütigen Clip rufen sich Männer gegenseitig an und begrüßen sich mit einem langgezogenen „Wassuuuuuuuuuup?” Im darauf folgenden Jahr begann Budweiser ähnliche Werbespots auszustrahlen , nur dass hier die Budweiser-Flaschen an prominenter Stelle zu sehen waren. Die Werbekampagne, bei der die Werbespots hauptsächlich während Football-Spielen gezeigt wurden, erfreute sich großer Beliebtheit, und die Spots wurden bis 2002 ausgestrahlt.

Aber auch danach wurde er in Filmen und Sitcoms bis zum Gehtnichtmehr parodiert, von „Friends” bis zum Film „Ant-Man and the Wasp” aus dem Jahr 2018. Budweiser hat die Kampagne 2020 mit einem Werbespot, der sich auf den COVID-19-Lockdown bezieht, wiederbelebt. Es ist also unwahrscheinlich, dass „Wassup?” in absehbarer Zeit aus der Mode kommt.

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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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