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7 witzige Ausdrücke aus dem 1950er Jahre Slang

Der Slang deiner Eltern und Großeltern wird sich immer etwas altmodisch anhören, aber er ist deshalb nicht weniger interessant.
7 witzige Ausdrücke aus dem 1950er Jahre Slang

Natürlich ist es eine unangefochtene Tatsache, dass jede neue Teenie-Generation ihren eigenen Slang entwickelt. Und ebenso unangefochten empfindet jede Generation den Slang der vorangehenden Generationen als abgedroschen, kitschig und sogar ein bisschen peinlich. Bestimmte Wörter sind einfach Modeerscheinungen, und die Verwendung von Wörtern wie groovy („cool, toll”) lässt dich wie einen echten alten turkey (was das bedeutet erfährst du in Beispiel Nr. 6) aussehen. Aus diesem Grund sind viele der 1950er Jahre Ausdrücke aus der Mode gekommen. 

Die 1950er sind das Jahrzehnt der Silent Generation, also derjenigen, die vor dem oder während des Zweiten Weltkriegs geboren wurden, als die USA auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren und gleichzeitig in den Kalten Krieg eintraten. Aus heutiger Sicht waren die Fünfzigerjahre eine recht zugeknöpfte Zeit, in der noch alle an traditionelle Familienwerte und den „American Way of Life“ glaubten. Dieses Bild ist jedoch recht einseitig, da es sich hauptsächlich auf Menschen der weißen Mittelklasse bezieht.

Sieht man sich den 1950er Jahre Slang an, der damals populär wurde, ergibt sich ein viel interessanteres Bild. Deshalb bleiben wir gleich in jenem Jahrzehnt und zeigen dir ein paar der angesagtesten Ausdrücke des 50s Slangs.

1950er Jahre Slang: 1. Ankle Biter

Wortwörtlich: Knöchel-Beißer
Bedeutung: ein Kind, vor allem eines, das nicht brav ist

Wenn man sich alte Serien wie zum Beispiel „Leave It to Beaver” ansieht, könnte man denken, alle Kinder in den 1950er Jahren seien wohlerzogen gewesen. Doch wie in jedem Zeitalter waren auch damals die Kinder einfach kleine Dreikäsehochs, weshalb man ihnen den Namen Ankle biters verpasste, da sie klein waren und die Knöchel in ihrer Reichweite lagen – perfekt, um dort hineinzubeißen. (Manchmal nannte man sie damals im selben Atemzug auch Curtain Climbers, also „Vorhangkletterer”.)

Dieser Ausdruck geht zurück auf die 50er Jahre eines anderen Jahrhunderts: die 1850er nämlich. Er floss allerdings erst Mitte des 20. Jahrhunderts in das US-Amerikanische ein. Auch heute wird er noch genutzt, wenn auch eher im Zusammenhang mit der Börse für eine bestimmte Art von Aktien.

2. Cruisin’ For A Bruisin’

Wortwörtlich: für blaue Flecken herumfahren
Bedeutung: auf der Suche nach Ärger

Es erscheint vielleicht nicht besonders einschüchternd, jemanden mit einem Ausdruck zu bedrohen, der sich reimt, aber man steckt damit ganz sprichwörtlich einen Schlag ein. Mit diesem 1950er Jahre Ausdruck lässt man jemanden wissen, dass er eine Abreibung verpasst bekommt, wenn er etwas Bestimmtes nicht sofort sein lässt – höchstwahrscheinlich durch die Fäuste des Sprechenden. 

Es ist unklar, woher dieser Ausdruck stammt. Seine früheste Verwendung findet sich in einem Zeitungsartikel von 1945 über ein Footballspiel der US-Army, in dem der Autor behauptet, dass das Navy-Team höchstwahrscheinlich „nach Ärger sucht“. Der Ausdruck wurde jedoch vermutlich auch schon zuvor benutzt und stammt ursprünglich aus dem afroamerikanischen Englisch. Erst in den 1950er Jahren erlangte er jedoch breite Bekanntschaft. 

3. Daddy-O

Wortwörtlich: Papa-O
Bedeutung: damit spricht man eine andere Person an

Gibt es einen Ausdruck aus den 1950er Jahren, der schlechter gealtert ist als Daddy-O? Der Ausdruck reicht bis mindestens 1949 zurück und wurde ursprünglich von Jazzmusizierenden genutzt, die damit auf der Bühne ihre spezielle Verbundenheit untereinander ausdrückten. Wie das oft so ist, verbreitete sich der (großteils von afroamerikanischen Menschen genutzte) Slang ziemlich schnell, da er für die Verkörperung von Coolness steht.

Diese Begrüßung hielt sich jedoch nicht allzu lange. Wenn man in den 1960ern jemanden mit „Hey, Daddy-O“ begrüßte, war es ziemlich wahrscheinlich, dass man für einen Polizisten gehalten wurde. So schnell hatte dieser 50s Slang also auch schon wieder ausgedient!

1950er Jahre Slang: 4. Greaser

Wortwörtlich: jemand, der mit Schmiere oder Fett zu tun hat
Bedeutung: Angehörige der jugendlichen Subkultur, in der die Männer die Haare zurückgegelt trugen; heute auch Kfz-Mechaniker:in

Vor den Hippies gab es bereits die Greaser, eine andere jugendlichen Subkultur, die ebenfalls aus der Enttäuschung durch die US-amerikanische Führungsschicht und die Popkultur der Zeit geboren wurde. Sie waren Rebellen, entstammten für gewöhnlich der Arbeiterklasse und wurden mit sexueller Freizügigkeit in Verbindung gesetzt. Man nimmt an, dass sich diese Subkultur aus den Motorrad-Gangs der Nachkriegszeit entwickelte, was auch erklären würde, warum sie bevorzugt Lederjacken trugen. Die heutige Vorstellung der Greaser wurde durch die Popkultur von allen negativen Assoziationen befreit, vor allem durch Serien und Filme aus den 1970er Jahren, in denen die Fünfziger verklärt wurden, wie zum Beispiel das Musical „Grease“ und die Serienfigur Fonzie in „Happy Days“. 

Obwohl diese Jugendbewegung typisch für die 1950er Jahre ist, gibt es den Ausdruck Grease bereits länger, da Mitte des 19. Jahrhunderts Personen aus Mexiko und Lateinamerika abwertend damit bezeichnet wurden. Später wurde er sogar als Bezeichnung für italienische Einwanderer in die USA genutzt. Obwohl grease („Fett, Schmiere”) sich eindeutig auf die Frisur der Jugendlichen bezieht, ist es vermutlich kein Zufall, dass viele Greaser auch Amerikaner italienischen oder mexikanischen Ursprungs waren.

5. Passion Pit

Wortwörtlich: Leidenschafts-Grube
Bedeutung: Autokino

Mit den 1950ern verbindet man vor allem das Autokino, das damals auch auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit war. Man konnte dort mit seinem Date hinfahren, da man gleichzeitig etwas in der Öffentlichkeit unternehmen (also einen Film sehen) und doch seine Privatsphäre bewahren konnte. Wie man sich denken kann, wurden dort viele Zärtlichkeiten ausgetauscht – deshalb wurden diese Orte der Leidenschaft also passion pits genannt. 

Autokinos gibt es immer noch, doch haben Jugendliche heute viel mehr Freiheiten als damals und die Leidenschaft kocht dementsprechend auch nicht mehr so hoch. Passion Pit läuft dir heute eher als Name einer Indiepop-Band aus den USA über den Weg. Ob die Band wohl auch ihre Lieder nach 50s Slang benennt?

1950er Jahre Slang: 6. Turkey

Wortwörtlich: Truthahn
Bedeutung: Taugenichts oder Trottel 

Der Ausdruck Turkey hat eine lange und seltsame etymologische Geschichte. Dieser Vogel wurde nach einem anderen Vogel benannt, der nach einem Land benannt wurde, in dem er gar nicht natürlich vorkommt. Und all das passierte schon, bevor der Turkey überhaupt seine Slang-Bedeutung bekam.

Im Jahr 1927 nannte man einen Flop im Theater einen Turkey. Der Gedanke war vielleicht, dass Truthähne keine intelligenten Vögel sind, also nannte man gescheiterte Broadway-Produktionen auch so. Und von da an entwickelte sich die Bedeutung immer weiter – von allem, was als nutzlos erachtet wurde bis hin zur abwertenden Beschreibung von Menschen im Jahr 1951, die den 50s Slang benutzten. Jemandem „You turkey!“ zuzurufen war in den 1950ern auf jeden Fall Mode.

50s Slang: 7. ville

Wortwörtlich: -ort
Bedeutung: eine vielseitig einsetzbare Nachsilbe, mit der man ein Substantiv oder Adjektiv in einen fiktiven Ort verwandeln kann

Obwohl Wörter und Ausdrücke im Slang ganz oft genutzt werden, passiert dies mit Nachsilben doch eher selten. In den 1950ern wurde es in, die Nachsilbe -ville an andere Wörter anzuhängen, was einige schöne Ausdrücke ergibt.

  • Antsville — ein dicht besiedelter Ort, als ob dort Ameisen herumwuseln würden
  • Coolsville — ein cooler Ort (Überraschung!)
  • Deadsville — nein, kein Friedhof, nur ein Ort, der langweilig war oder wie ausgestorben war
  • Weirdsville — auch das ist ganz offensichtlich einfach ein seltsamer Ort

Obwohl das total aus der Mode gekommen ist, kannst du ganz einfach deine eigenen Orte damit kreieren. Vielleicht kannst du sogar modernen Slang dazumischen und versuchen, einen Trend auszulösen? Los geht’s!


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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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