Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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Das Wandern ist des Deutschen Lust – Welche deutschen Wörter werden auch im Englischen verwendet?

„The hausfrau eats bratwurst and drinks schnapps at the weinfest“ – Ein typisch englischer Satz? Durchaus! Welche Wörter sich das Englische aus dem Deutschen geliehen hat, könnt ihr hier erfahren …

Artikel von: Sandro T. Köpke

Die deutsche Sprache hat sich viele Wörter aus dem Englischen geliehen – manche nennen das Phänomen Denglisch, eine Mischung aus Deutsch und Englisch. Diese Sprachvermengung mag von einigen Sprachpuristen verflucht werden, ist aber nicht mal ein rein deutsches Phänomen: Viele Sprachen üben Einfluss auf andere aus. Wie sieht es also umgekehrt aus? Wie sehr hat die deutsche Sprache Einzug ins Englische gehalten? Hier einige Wörter, von denen du bestimmt nicht wusstest, dass sie auch im Englischen benutzt werden.

Mensch, wer hätte das gedacht?

Hättest du gedacht, dass in der englischen Sprache, besonders im US-Amerikanischen, statt dem englischen Begriff human durchaus auch the mensch benutzt wird? Damit ist aber nicht irgendjemand, sondern eine herausragende Ausgabe unserer Spezies gemeint, vorbildhaft und außergewöhnlich freundlich: „He’s a real mensch!“ Für die Verbreitung des Wortes sind unter anderem das Jiddische oder berühmte Philosophen wie Friedrich Nietzsche und sein Übermensch (wir könnten ihn auch Superman nennen) verantwortlich. Dabei wanderte nicht nur der mensch ins Englische, sondern auch die deutsche Vorsilbe über, aus der dann das englische uber wurde. Eigentlich kann alles uber sein: uber-chic, uber-cool, uber-excited. Im Deutschen würde man wohl eher das Präfix super verwenden. Und wenn du gerade kein Taxi findest, kannst du natürlich auch ein Uber bestellen, was in diesem Fall groß geschrieben wird, da es ein Eigenname ist.

Typisch Deutsch? – Klischees und Konzepte

Und wer ist uber-clean und hat damit einen besonderen Titel verdient? Deutsche Hausfrauen und solche, die es werden wollen, scheinbar. Für eine besonders gründliche amerikanische housewife wird nämlich der Germanismus the hausfrau benutzt. Wie viel Klischee ist das denn? Aber wenn wir schon dabei sind, bleiben wir gleich bei Stereotypen und schauen uns weiter an, was the hausfrau in der Küche so zaubert, bevor sie ihre Kinder in den kindergarten (dazu kommen wir auch später) bringt und dann später mit den anderen Hausfrauen zum kaffeeklatsch geht – eine höchst beliebte Beschäftigung älterer wie junger Hausfrauen, aber auch arbeitsloser Drehbuchautoren auf der Suche nach einem leitmotif für das neue Drehbuch… oder soll es doch eher ein kunstlerroman werden? Und wo wir gerade von Kunst reden: The kunst ist es auch, zu der Lady Gaga in ihrem Hit Applause wird: „One second I’m a kunst / Then suddenly the kunst is me“.

Deutsche Feierkultur (und ihre Folgen)

Auch das deutsche fest ist sehr beliebt, zum Beispiel das weinfest, auf dem auch schnapps oder kirschwasser getrunken wird. Auf dem oktoberfest ist es dann eher ein schönes kühles hefeweizen, mit dem angestoßen wird. Prost! Am nächsten morgen haben wir dann einen ordentlichen Kater, oder, wie die Amerikaner ihn auch nennen: katzenjammer. Ebenfalls beliebt ist das bierfest, zu dem der US-Bürger auch gerne dirndl oder lederhosen trägt. Da jedoch nicht nur im Zelt gefeiert wird, kann es passieren, dass die ein oder andere Polle angeflogen kommt und eine der Hausfrauen niesen muss. „Gesundheit!“

Deutsches im Kochtopf

Nun aber zum Essen, wobei wir uns bereits jetzt bei allen VegetarierInnen und VeganerInnen entschuldigen müssen: the bratwurst (oder ganz allgemein the wurst), the knackwurst, the frankfurter (heute eher als hot dog bekannt), the wiener (aber Vorsicht, damit ist nicht nur das Würstchen zum Essen gemeint, sondern auch in anderer Schreibweise – weenie – das männliche Geschlechtsteil), the leberwurst (auch liverwurst), the weisswurst, hamburger (früher auch als hamburg steak bekannt), eisbein und auch schnitzel kommen in englischsprachigen Ländern auf den Tisch. Nicht aus Fleisch ist meist the pretzel (deutsch: „Brezel“), die an fast jeder Ecke in New York City verkauft wird, manchmal auch mit sauerkraut. Wenn nur von the kraut die Rede ist, wird damit häufig eine deutsche Person bezeichnet.

Zum Schluss gibt’s dann noch etwas Süßes: muesli, lebkuchen oder the kinder egg (auch kinder surprise). Vieles davon könnt ihr im delicatessen, kurz: deli, einem Delikatessengeschäft, erwerben – abgesehen von der kinder surprise, die in den USA per Gesetz verboten ist …

Was ist ein kindergartner?

Schade, denn the kinder surprise hätte sicherlich so einige Kinderherzen im Kindergarten höher schlagen lassen. Das Wort Kindergarten (englisch the kindergarten) existiert bereits seit über 170 Jahren. Geprägt wurde es 1840 und kurze Zeit später nach England exportiert. Im selben Zug entstand auch das Wort Kindergärtner (englisch the kindergartner), was hierzulande lediglich den Erzieher meint, im englischen Sprachraum jedoch auch das Kind bezeichnet, das den Kindergarten besucht. Kinder gardener ist eine weitere Schreibweise im Englischen.

Deutsche Wanderlust

Deutsche Ess- und Feierkultur würden viele Angelsachsen wohl mit the gemutlichkeit assoziieren. Ein aktuelles Lebensgefühl nennt man im Englischen auch the zeitgeist, welcher auch in eine andere Richtung tendiert, nämlich die des Reisens. Ein weiterer Geist, dem ihr auf eurer Reise hoffentlich nicht begegnen werdet, wäre dann wohl the poltergeist. Packen wir nun the rucksack, steigen ins auto und fahren auf the autobahn – falls es uns ins hinterland verschlägt, darf auch the kletterschuh nicht fehlen. The wanderlust (oder auch the fernweh) hat uns also gepackt! Im Auto spüren wir the fahrvergnuegen – dieses Wort wurde in den Neunziger Jahren durch einen Fernsehspot von Volkswagen berühmt. Da es kaum jemand aussprechen konnte, wurde Fahrvergnügen zum Inbegriff für die schwere deutsche Sprache. Aber es sind durchaus nicht nur wir, die auf Wanderschaft gehen, sondern auch die Wörter selbst, wofür oft das englische the wanderwort gebraucht wird. Auch unsere geliebten Hunde nehmen wir mit auf die Reise: the dachshund (deutsch: „der Dackel“), the spitz, the schnauzer, the doberman oder the rottweiler.

War’s das schon?

Natürlich nicht! Die Liste könnte noch weiter geführt werden: Wörter wie the schmaltz, the schnorrer, the swindler (deutsch: „der Schwindler“), schadenfreude, kitsch, , weltschmerz oder (teenage) angst werden auch gerne von englischen Muttersprachlern genutzt.

Das Wandern der Wörter geht außerdem weiter: Erst im Jahr 2011 ist der Begriff the eiertanz als Bezeichnung für die zögerliche Haltung Deutschlands in der Eurokrise von der amerikanischen Presse in den englischen Sprachgebrauch überführt worden.

Viele der Wörter mögen im Englischen nicht ständig in Gebrauch sein, dennoch gibt es sie und sie machen deinen Einstieg ins Englischlernen möglicherweise ein wenig einfacher.

Nach diesem Blitzkurs (to blitz heißt im heutigen Englischen übrigens, dass etwas schnell erledigt wird) sind wir nun total kaputt und verabschieden uns.

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