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14 Traditionen zum Valentinstag weltweit, die du wahrscheinlich nicht kennst

Schwarze Nudeln, anzügliche Löffel und Schweinegeschenke. Wo können wir uns anmelden?
Artikel Von Steph Koyfman

Das Fest der Liebe war nicht immer der kommerzielle Feiertag, den wir heute feiern – und bedeutet auch nicht überall dasselbe. Klassische Valentinstagstraditionen wie Rosen, Karten, Pralinen und überhöhte Preise für ein Festmenü? Manche Länder wissen es besser (oder eben anders). Lerne 14 Fakten zum Valentinstag weltweit, die du bisher nicht kanntest.

Wo liegen die Ursprünge?

Im alten Rom feierte man Mitte Februar die Lupercalien, bei dem Männer Tiere opferten und Frauen mit deren Fellen auspeitschten, um die Fruchtbarkeit zu fördern. Romantisch! Einige Quellen besagen auch, dass die Namen der Frauen in einem Krug gesammelt wurden und die Männer einen der Namen ziehen konnten. Dann zogen sie mit der jeweiligen Frau für den Rest des Festes, oder wenn es gut lief auch länger, zusammen.

Die Ursprünge des „Valentinstags” in seiner jetzigen Form sind unklar, aber einige Quellen behaupten, dass auch diese Wege nach Rom führen. Kaiser Claudius II. ließ am 14. Februar – allerdings nicht im selben Jahr – zwei Männer hinrichten, die beide den Namen Valentin trugen. Der römischen Legende zufolge heilte einer dieser Männer, Valentinus (oder der Heilige Valentin), die Tochter seines Kerkermeisters von ihrer Blindheit und hinterließ ihr einen Brief mit der Unterschrift „Von deinem Valentin”.

Die katholische Kirche gedachte dieses Martyriums, indem sie den Valentinstag einführte, der wahrscheinlich mit dem Galatinstag (einem Fest der Frauenliebe) und den Lupercalien sowie einer allgemeinen Bewegung zur Beseitigung heidnischer Traditionen zusammenfiel.

Kurz gesagt: Zahmere Aspekte wie Liebe und Fruchtbarkeit wurden beibehalten, Nacktheit, Gewalt und Alkoholgenuss abgeschafft.

Die älteste Valentinstagskarte wurde bereits 1400 versendet, im 19. Jahrhundert wurden Schwarz-Weiß-Bilder von Arbeitenden in einer Fabrik gemalt, später wurden die Karten auch mit echter Spitze und Bändern versehen. Erst 1913 begann Hallmark damit, Valentinstagskarten anzubieten.

Aber dazwischen blieb genügend Zeit für andere Länder, ihre eigenen Traditionen und Bräuche zu entwickeln, um den Valentinstag weltweit zu begehen. Hier sind ein paar kurze Fakten, die du bei jeglichem Smalltalk im Februar anwenden kannst.

So sieht der Valentinstag weltweit aus

1. In Japan sind es die Frauen, die den Männern am 14. Februar Pralinen schenken

Es gibt spezielle Arten von preiswerter Giri choco oder „Pflichtschokolade”, die Frauen ihren platonischen Freunden schenken, damit sie wissen, was Sache ist. Für romantische Partner gibt es wiederum andere, bessere Schokolade – Honmei choko („Favoriten-Schokolade”). Am 14. März, dem „Weißen Tag”, legen die Männer dann noch einen drauf und überhäufen die Frauen mit Schokolade, die circa dem dreifachen Wert des Geschenks der Frau entspricht, genannt Gyaku choko („Gegenschokolade”).

2. Schwarze Nudeln zu essen ist in Südkorea ein angemessener Weg, um seine Einsamkeit zu betrauern

In Südkorea feiert man ähnlich wie in Japan den 14. Februar, am 14. März den „Weißen Tag” und noch zusätzlich am 14. April, dem „Schwarzen Tag”. Dieser ist eine köstliche Mitleidsparty für Singles, die ihre Gefühle lieber kulinarisch verdauen. Unverheiratete Menschen tragen an diesem Tag Schwarz und essen ein schwarzes Nudelgericht namens Jajangmyeon.

3. In Wales sind Löffel ein Zeichen der Liebe

Und zwar nicht nur im Sinne des Schlafens in der Löffelchenstellung. Die Waliser:innen feiern den Valentinstag am 25. Januar zu Ehren des Heiligen Dwynwen, des walisischen Schutzpatrons der Liebenden. Es ist seit langem (und nicht nur einmal im Jahr) Tradition, dass Männer als Zeichen ihrer Zuneigung kunstvolle Löffel für Frauen schnitzen.

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Waslisischer Liebeslöffel zum Thema Valentinstag weltweit.
Ein walisischer Liebeslöffel.

4. An manchen Orten ist der Valentinstag verboten

Die russische Stadt Belgorod zum Beispiel hat den Feiertag abgeschafft, weil er kommerziellen Zwecken dient und „jungen Menschen nicht hilft, geistige und moralische Werte zu entwickeln”. Auch einige nationalistische Hindu-Gruppen protestieren gegen die Traditionen und Feierlichkeiten zum Valentinstag sowie gegen den Einfluss der westlichen Kultur in Indien.

5. Deutsche tauschen Schweinchen aus

Keine echten natürlich, sondern nur kleine Andenken und Karikaturen. Schweine gelten in Deutschland als Glückssymbol und sind am Valentinstag genauso häufig zu sehen wie der cupid („Amor”) in den USA.

6. Der Valentinstag war in Frankreich früher gar nicht ohne

Früher gab es in Frankreich eine loterie d’amour, eine „Partnervermittlungslotterie”, bei der sich Männer und Frauen aus den Häusern auf der anderen Straßenseite gegenseitig anriefen und dann ein Paar bildeten. Die Männer hatten die Möglichkeit, ihre Verabredung gegen eine andere einzutauschen, wenn sie nicht zufrieden waren.

Die übrig gebliebenen Frauen hingegen trafen sich, verbrannten Bilder der Liebhaber, die sie verschmäht haben, und machten ihrem Ärger an einem Lagerfeuer Luft. Schließlich musste die französische Regierung diese Veranstaltung verbieten. Was die Traditionen rund um den Valentinstag weltweit angeht, könnte man sagen, dass diese wohl etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

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7. In Thailand bekommt man kalte Füße und Höhenangst

In der thailändischen Provinz Prachinburi nehmen thailändische Paare, die um den Valentinstag herum heiraten, oft an einer Zeremonie in den Bergen teil, bei der sie sich an Seilen abseilen und in schwindelerregende Höhen begeben. Die Vorstellung eines romantischen Valentinstags weltweit sieht eben überall anders aus!

8. Wie Romeo und Julia in Verona Briefe schreiben

In Verona, der Stadt der Liebe, findet um die Valentinstags-Zeit ein viertägiges Fest statt. Das romantische Angebot besteht nicht nur aus Märkten, herzförmigen Laternen und kulturellen Veranstaltungen, sondern auch dem aktiven Briefeschreiben – und zwar an Julia! Aus allen Einsendungen werden die drei schönsten gekürt.

9. Eine Abwandlung der Redewendung „Trage dein Herz auf der Zunge” ist an manchen Orten gang und gebe

In Südafrika trägt man das Herz zwar nicht auf der Zunge, jedoch aber auf dem Ärmel – zum Valentinstag pinnt man sich den Names des Liebhabers ans Hemd.

10. Die Dän:innen bevorzugen heimliche Verehrer:innen

In Dänemark schenkt man sich anonyme Karten oder „Scherzbriefe”, gaekkebrev genannt, auf gebastelten Papierschneeflocken. Sie enthalten in der Regel ein lustiges Gedicht, und wenn die Frau errät, von wem es stammt, erhält sie am Ostersonntag ein Osterei. Wenn sie es nicht errät, schuldet sie dem Absender ein Ei.

Dänischer Scherzbrief zum Thema Valentinstag weltweit.
Ein dänischer gaekkebrev. Von Nillerdk, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons.

11. Im alten England war der Valentinstag eine gute Gelegenheit, seine übersinnlichen Fähigkeiten zu testen

Früher bestand eine der englischen Valentinstagstraditionen darin, dass Frauen am Valentinsabend Lorbeerblätter auf ihre Kissen legten. Dadurch erhofften sie sich, dass ihre zukünftigen Ehemänner in ihren Träumen erscheinen.

12. In Manila kann man eine Massenhochzeit feiern

Der Valentinstag ist ein sehr beliebter Tag, um auf den Philippinen zu heiraten, aber zum Glück müssen sich die Paare nicht um einen Veranstaltungsort streiten. Stattdessen werden einfach Massenhochzeiten abgehalten, bei denen sich Paare auf öffentlichen Plätzen versammeln, um zu heiraten oder ihr Eheversprechen zu erneuern.

13. In Slowenien dreht sich der Valentinstag nicht um Blumen und Bienen, sondern um Vögel und Bienen

In Slowenien ist der Heilige Valentin, oder Zdravko, der Schutzpatron des Frühlings. Der 14. Februar gilt also als Tag, an dem die Pflanzen zu neuem Leben erwachen. Es geht es also nicht so sehr um die Romantik zwischen Menschen, sondern zwischen Vögeln und Bienen. Man glaubt, dass sich die Vögel an diesem Tag gegenseitig einen Heiratsantrag machen und ihre Paarungszeit beginnen. Zur Tradition gehört, barfuß durch die gefrorenen Felder zu laufen, um das Ganze zu beobachten.

14. Der Valentinstag hat auch auf anderen Kontinenten kommerzielle Auswirkungen

Ghana ist sehr versiert, was seine Valentinstagsbräuche angeht. Dort wurde der 14. Februar zum „Nationalen Schokoladentag” erklärt, um den Tourismus und die Kakaoprodukte zu fördern, die das Rückgrat der ghanaischen Wirtschaft bilden.

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