Sprich Sprachen, wie du es schon immer wolltest

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Internationale Botschafter empfehlen die besten Bücher und Filme für deine Reisevorbereitung

Botschafter verschiedener Länder geben Empfehlungen für Bücher, die du lesen und sehen solltest, bevor du ihr Land besuchst.

Artikel von: Sandra Halter
Illustriert von Elena Lombardi

Es ist hauptsächlich das Erleben in einer neuen Kultur, was Reisen in andere Länder so bereichernd macht – aber wusstest du, dass du bereits in eine Kultur eintauchen kannst, bevor du überhaupt ins Flugzeug gestiegen bist? Wir haben in Washington D.C. Botschafter aus aller Welt gefragt, welches Buch und welchen Film sie Leuten, die zum ersten Mal ihr Heimatland bereisen, empfehlen würden. Die Vorschläge reichen von sehr populären bis hin zu relativ unbekannten Werken, aber alle bieten sie einen guten Ausgangspunkt für Reisende, die sich ein besonders bereicherndes Reiseerlebnis wünschen.

Aus diesen exklusiven Tipps haben wir einen digitalen Reiseführer zusammengestellt, den wir kontinuierlich mit Beiträgen weiterer Botschafter erweitern möchten. Diese Liste kann sowohl als Hilfsmittel für Leser dienen, die etwas über andere Länder erfahren möchten, als auch als kultureller Leitfaden für Reisende.

Klingt gut? Dann lies hier die Empfehlungen für die jeweiligen Länder (in alphabetischer Reihenfolge). Manche Tipps werden zudem um einen persönlichen Kommentar des Botschafters ergänzt. Hinweis: H.E. steht für His/Her Excellency („Seine/Ihre Exzellenz“), der offizielle Titel für Botschafter in den USA.

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

Aserbaidschan

H.E. Elin Suleymanov empfiehlt:

Ali und Nino erzählt die Liebesgeschichte eines muslimischen aserbaidschanischen Jungen und einer georgischen Christin in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, in den Jahren von 1918 bis 1920.

Bhutan

Botschafter und Ständiger Vertreter H.E. Kunzang C. Namgyel empfiehlt:

Treasures of the Thunder Dragon: A Portrait of Bhutan ist eine Mischung aus persönlichen Memoiren, Geschichtsschreibung, Folklore und Reisebericht und zeichnet ein Porträt des im Himalaya gelegenen Königreichs.

Von Reisenden und Magiern handelt von Dondup (Tsewang Dandup), einem bhutanischen Beamten, der von der amerikanischen Kultur begeistert ist. Sein Leben in einem kleinen Dorf langweilt ihn und er träumt von einer Reise in die USA.

Chile

H.E. Juan Gabriel Valdés empfiehlt:

Das Geisterhaus stellt die jüngste chilenische Vergangenheit aus der Sicht eines Grundbesitzers und seiner Tochter dar, vermischt mit realen sozialen und politischen Fragen der 1970er Jahre.“

No! ist ein herausragender politischer Film von Pablo Larraín. Er beruht auf realen Ereignissen aus dem Jahr 1988 und schildert, wie die Chilenen gegen ein nationales Referendum des damaligen Diktators Augusto Pinochet stimmten.“

Dänemark

H.E. Lars Gert Lose empfiehlt:

Fräulein Smillas Gespür für Schnee ist ein Kriminalroman, der in Kopenhagen spielt, und Themen wie dänische vs. grönländische Kultur und die damit verbundene Frage nach Sprache und Identität anschneidet.“

Die Königin und der Leibarzt ist ein Historienfilm, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Eine junge Königin (Caroline Mathilde) ist mit einem geistesgestörten König (Christian VII. von Dänemark) verheiratet und verliebt sich in dessen Leibarzt (Johan Friedrich Struensee). Zusammen stoßen sie eine Revolution an, die Dänemark maßgeblich verändert.“

Deutschland

H.E. Peter Wittig empfiehlt:

„In Tschick geht es um zwei 14-jährige Jungs, beide sozial ausgegrenzt, der eine aus gutbürgerlichen Verhältnissen, der andere ein russischer Aussiedler, die sich ein Auto „ausleihen“, einen Road Trip unternehmen und eine ungewöhnliche Freundschaft entwickeln.“

Good Bye, Lenin! ist DER Film über den Fall der Mauer. Er ist nah an den Fakten und trotzdem witzig (auf deutsche Art!).“

Estland

H.E. Eerik Marmei empfiehlt:

„In Der Mann, der mit Schlangen sprach erforscht ein beliebter zeitgenössischer Autor die Alternativweltgeschichte.“

Lotte und das Geheimnis der Mondsteine ist ein Kinderfilm. In Estland können Kinder den Lotte-Freizeitpark besuchen!“

Finnland

H.E. Kirsti Kauppi empfiehlt:

  • Buch: Die Mumins-Bücher (1945-1959), Tove Jansson
  • Film: Tale of a Forest (2012), Regie: Kim Saarniluoto und Ville Suhonen

„Die Mumins-Bücher wurden ursprünglich als Märchen für Kinder geschrieben. Ihr philosophischer Charakter ist jedoch universell und macht die Bücher zu einem Lesegenuss für Leute unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft. Die sorgenfreien und freundlichen Mumins sorgen für eine warmherzige Leseerfahrung. Sie sind zudem ein grundlegender Bestandteil der Kindheit eines jeden finnischen Kindes.“

Tale of a Forest ist ein atemberaubend schöner und unterhaltsamer Dokumentarfilm über die finnische Natur, ihre Bedeutung für das finnische Volk und über die mystischen Glaubensvorstellungen der alten Finnen.“

Griechenland

Die Griechische Botschaft in Washington, geleitet von H.E. Haris Lalacos, empfiehlt:

Freiheit oder Tod handelt von der Rebellion der Kreter gegen das Osmanische Reich im Jahre 1889.“

„Da 2017 das Jahr von Kazantzakis ist, möchten wir den ikonischen Film Alexis Sorbas vorschlagen, der auf dem gleichnamigen Buch von Nikos Kazantzakis basiert.“

Indien

H.E. Navtej Sarna empfiehlt:

Gandhi. Um Mitternacht die Freiheit beschreibt die Ereignisse rund um die Unabhängigkeit und Teilung Indiens in den Jahren 1947 und 1948. Die Erzählung beginnt mit dem Treffen von Lord Mountbatten von Burma als letzter Vizekönig von Britisch-Indien und endet mit dem Tod und der Beerdigung von Mahatma Gandhi.

Monsoon Wedding ist ein Drama, das romantische Verstrickungen während einer hinduistischen Punjabi-Hochzeit in Delhi schildert.

Irland

H.E. Anne Anderson empfiehlt:

Transatlantik erzählt die miteinander verknüpften Geschichten von Alcock und Brown, denen 1919 der erste Nonstopflug über den Atlantik gelang, von Frederick Douglass, der Irland in den Jahren 1845/46 besuchte und vom irischen Friedensprozess, der 1998 von Senator George Mitchel ausgehandelt wurde. Das Buch verschmilzt diese Geschichten mit fiktionalen Frauenerzählungen, die eine Zeitspanne von zwei Jahrhunderten umfassen.

Once ist ein modernes Musical über einen Straßenmusiker und eine tschechische Immigrantin, die eine ereignisreiche Woche in Dublin erleben: Die beiden schreiben, proben und nehmen Songs auf, die ihre Liebesgeschichte erzählen.

Island

H.E. Geir H. Haarde empfiehlt:

Sein eigener Herr erzählt die Geschichte des Schafzüchters Guðbjartur Jónsson, genannt Bjartur von Sumarhus, und seinem Kampf um Unabhängigkeit.

Sigur Rós: Heima ist ein Musik-Dokumentarfilm über die Rückkehr von Sigur Rós nach Island im Sommer 2006, wo die Band eine Reihe von kostenlosen, unangekündigten Konzerten für die isländische Bevölkerung gab.

Jamaika

H.E. Audrey Patrice Marks empfiehlt:

Selected Poems, geschrieben von der ikonischen Autorität der jamaikanischen Folklore, der ehrenwerten Dr. h. c. Louise Bennett Coverley – auch liebevoll ‚Miss Lou’ genannt –, fängt den jamaikanischen Dialekt auf eine humorvolle und überzeugende Art ein. Sie gibt dabei einzigartige Einblicke in die jamaikanische Kultur und zeigt, was es bedeutet, [Jamaikaner] zu sein.“

Cool Runnings – Dabei sein ist alles erzählt die wundervolle Geschichte von Mut, Ausdauer und Durchhaltevermögen der ersten jamaikanischen Bobmannschaft, die an den Olympischen Winterspielen 1988 im kanadischen Calgary teilnahm.“

Kanada

H.E. David MacNaughton empfiehlt:

„Anlässlich des 150. Geburtstag Kanadas schlagen wir das neu veröffentlichte Buch With Faith and Goodwill: 150 years of Canada-U.S. Friendship, herausgegeben von Arthur Milnes, vor. Es ist eine schöne Sammlung an Reden, Fotografien und Aufsätzen von Premierministern und Präsidenten, die unsere gemeinsame Geschichte erzählen – von Sir John A. Macdonald und Andrew Johnson bis Justin Trudeau und Donald Trump.“

„Hinsichtlich des Films empfehlen wir, in der Liste der „National Canadian Film Day’s Top 150“ zu schmökern, einer Auswahl an kanadischen Filmen, die so unterschiedlich sind wie das Land selbst.“

Kolumbien

H.E. Juan Carlos Pinzón empfiehlt:

Hundert Jahre Einsamkeit erzählt über mehrere Generationen hinweg die Geschichte der Familie Buendía, deren Patriarch, José Arcadio Buendía, die Stadt Macondo gründet.

Kolumbien: Wilde Magie ist ein Dokumentarfilm über die Wildnis Kolumbiens, das zu den artenreichsten Ländern der Welt zählt.

Malta

H.E. Pierre Clive Agius empfiehlt:

In the Name of the Father (And of the Son) ist eine Novelle, die 2011 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet wurde. Sie erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der das Tagebuch seines Vaters liest, welches dieser während seiner Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg schrieb. Das Lesen des Tagebuches lässt ihn schließlich die Beziehung zu seinem Vater in einem anderen Licht sehen.

Limestone Cowboy ist die menschliche Geschichte einer Malteser Familie, deren wahnhafter Vater davon überzeugt ist, Maltas nächster Premierminister werden zu können.“

Neuseeland

H.E. Tim Groser empfiehlt:

Whalerider ist eine mystische Geschichte der Maori-Kultur. Von ihrem Großvater zurückgewiesen entwickelt Kahu die Fähigkeit, mit Walen zu kommunizieren, indem sie sich auf die Tradition des alten Walreiters beruft, nach dem sie benannt wurde.

In Wo die wilden Menschen jagen wird eine nationale Großfahndung nach einem rebellischen Kind und seinem Pflegeonkel, die in der Wildnis des neuseeländischen Buschs untertauchen, ausgeschrieben.

Norwegen

H.E. Kåre R. Aas empfiehlt:

  • Buch: Die Harry Hole-Reihe (1997-2017), Jo Nesbø
  • Film: Kon-Tiki (2012), Regie: Joachim Rønning und Espen Sandberg

„Die Harry Hole -Reihe handelt vom ‚Anti-Helden’ Harry Hole, einem passionierten, aber desillusionierten Hauptkommissar.“

Kon-Tiki basiert auf der riskanten Forschungsreise des Entdeckers Thor Heyerdahl im Jahre 1947, mit der er beweisen wollte, dass Polynesien von Südamerika aus bevölkert worden sein könnte.“

Österreich

H.E. Wolfgang A. Waldner empfiehlt:

Der Trafikant spielt im Jahre 1937, unmittelbar vor der Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen. Protagonist ist der 17-jährige Franz, der nach Wien zieht, um eine Lehre in einem Tabakladen zu beginnen. Es sind die stille Weisheit und Ehrlichkeit des Buchs, die mich so sehr ansprechen.“

Der dritte Mann, ein britischer Schwarzweißfilm aus dem Jahr 1949, wirkt so frisch wie eh und je. Er wurde vollständig am Originalschauplatz gedreht, so sieht man die Stadt [Wien] in Ruinen liegend und in einen französischen, amerikanischen, britischen und russischen Sektor aufgeteilt, mit Spionen und verdächtigen Beamten an jeder Ecke. Die eingängige Filmmusik, die von Anton Karas auf einer Zither gespielt wird, sorgt für die perfekte musikalische Untermalung.“

Schweden

H.E. Björn Lyrvall empfiehlt:

Nordic Ways wurde im letzten Herbst veröffentlicht und ist ein Sammelband verschiedener Essays. Die Texte repräsentieren alle fünf nordischen Länder und beschreiben das Leben im Norden aus verschiedenen Perspektiven.“

Ein Mann namens Ove wurde sowohl in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ als auch für das „Beste Make-up und die Besten Frisuren“ für den Oscar nominiert.“

Slowenien

H.E. Božo Cerar empfiehlt:

Die Nacht, als ich sie sah, eine Liebesgeschichte in Kriegszeiten, ist ein Roman über das Leben – und mysteriöse Verschwinden – von Veronika Zarnik, einer jungen, gutbürgerlichen Frau aus Ljubljana, die in einen Wirbelwind turbulenter geschichtlicher Ereignisse gerät.

Das Tal des Friedens erzählt die Geschichte eines slowenischen Jungen und eines deutschen Mädchens, die aus einer belagerten slowenischen Stadt aufbrechen und sich auf die Reise in ein Tal machen, in dem es keinen Krieg gibt.

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