Herzlichen Glückwunsch zum Babbel-Stipendium!

Kristina aus Kirgistan hat sich erfolgreich um ein Babbel-Stipendium beworben. Hier erzählt sie, wie sie sich für nachhaltigen Tourismus in ihrem Heimatland einsetzt und was es für sie bedeutet, Grenzen zu überwinden.
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ARTIKEL VON Sarah Waldmann
Herzlichen Glückwunsch zum Babbel-Stipendium!

Wir von Babbel wollen Menschen dabei unterstützen, Neues zu lernen und dadurch Grenzen zu überwinden. Gerade Hochschulen als Orte des inklusiven und ganzheitlichen Lernens liegen uns besonders am Herzen. Deshalb haben wir ein Babbel-Stipendium augeschrieben, um das sich Studierende aller Hochschulen in Deutschland bis zum 1. Mai bewerben konnten. Nun hat unsere interne Auswahlkommission aus Sprachlernexpert*innen entschieden: Das Stipendium in Höhe von 2.000 €, ein Gutschein über 250 € für Babbel Travel sowie ein kostenloser Zugang zu den Babbel-Kursen gehen an die 23-jährige Kristina, die uns mit ihrem Essay über Grenzerfahrungen überzeugen konnte. Hier verrät uns die aus Kirgistan stammende Studentin, wofür sie kämpft, wie ihr Sprachkenntnisse neue Möglichkeiten eröffnet haben und warum es sich lohnt, über die eigenen Grenzen hinauszugehen.

Herzlichen Glückwunsch zum Babbel-Stipendium, Kristina! Erzähl uns doch ein bisschen was von dir.

Ich heiße Kristina Nediuk, ich bin 23 Jahre alt und komme aus Zentralasien – aus Kirgistan, um genau zu sein. Seit Herbst 2019 studiere ich Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden. Hier in Dresden habe ich zuvor auch meine Hochschulreife erlangt und in diesem Rahmen ein C1-Niveau im Deutschen erreicht. Apropos Sprachenlernen: Neben Deutsch spreche ich auch sehr gut Englisch, habe Türkischkenntnisse und lerne jetzt an der Uni zusätzlich noch Spanisch. Meine Muttersprache ist aber Russisch, was neben Kirgisisch die offizielle Sprache Kirgistans ist.

Seit mittlerweile fünf Jahren bin ich in der Tourismusbranche tätig. Diese Arbeit ist zugleich meine Leidenschaft, denn hier begegne ich Menschen aus der ganzen Welt und komme mit verschiedenen Kulturen und Sprachen in Kontakt. Das macht nicht nur Spaß, sondern ich lerne auch unglaublich viel über das Leben in anderen Teilen unseres Planeten. Auf diese Weise habe ich übrigens auch von den Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland erfahren. 

Neben Sprachen und Studium begeistere ich mich außerdem für Fotografie, internationale Küche, Wandern und Inlineskating.

Wie hast du vom Babbel-Stipendium erfahren?

Eigentlich eher durch Zufall: Ich habe nach einem passenden Stipendium für mich gesucht und bin so im Internet auf das Babbel-Stipendium gestoßen. Als ich die Beschreibung durchlas, war ich zunächst enttäuscht, weil ich nicht an einer Tourismus- oder Sprachfakultät studiere. Ich habe es aber trotzdem versucht und bin jetzt natürlich umso glücklicher, dass es tatsächlich geklappt hat! Von Babbel habe ich lustigerweise das erste Mal von einem spanischen Touristen gehört, der zum Bergsteigen in Kirgistan war und dort die Babbel-App nutzte, um für seine Reise Russisch zu lernen.

Du kämpfst dafür, den nachhaltigen Tourismus in deinem Heimatland Kirgistan zu etablieren. Wieso liegt dir dieses Thema so am Herzen?

Kirgistan hat eine atemberaubende Natur. Man kann das ganze Land durchqueren und dabei hinter jeder Kurve eine neue Landschaft bestaunen. Die sauberen Flüsse, die gigantischen Gletscher des Tianshan- und Pamirgebirges, der glasklare Issykköl-See – das alles erscheint mir unglaublich wertvoll und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir diese Schönheit für die kommenden Generationen erhalten. Der aktuelle Tourismus in Kirgistan führt jedoch zur Verschmutzung der Umwelt und zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen. Außerdem bringt die große und unkontrollierbare Flut von Touristen eine regelrechte Zerstörung von unberührten Landschaften und alten Sehenswürdigkeiten mit sich. Eines der Hauptziele von nachhaltigem Tourismus ist der Schutz der Natur und der lokalen Kultur. Gleichzeitig ist Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche auch wirtschaftlich sinnvoll, weil auch die einheimische Bevölkerung von einem nicht-invasiven und ökologischen Tourismus profitiert – und nicht nicht nur Akteure aus dem Ausland. Durch Nachhaltigkeit können wir sicherstellen, dass unsere Welt und ihre Schönheit noch lange exisitieren.

Das Thema des Essays lautete Grenzen überwinden. Warum ist es deiner Meinung nach wichtig, über sich hinauszuwachsen und Herausforderungen mit einer positiven Einstellung zu begegnen?

Um es mit einem Sprichwort zu sagen: Weil so der Stahl gehärtet wird. Herausforderungen prägen unseren Charakter und Willen. Aus jeder Schwierigkeit im Leben können wir etwas lernen. Herausforderungen bringen wertvolle Erfahrungen mit sich, die einem dann im Leben weiterhelfen. Wenn ich Grenzen überwinde, fühle ich mich so lebendig wie sonst nie, weil ich auf einmal sehe, zu was ich fähig bin. Mein eigenes Leben ist der beste Beweis dafür, wie weit man kommen kann, wenn man sich nur traut, die Komfortzone auch mal zu verlassen.

Kannst du uns ein Beispiel dafür nennen?

Als ich gerade einmal 18 Jahre alt war, nahm ich einen Ferienjob bei einem Tourismusunternehmen in meinem Heimatland an, um meine Sprachkenntnisse praktisch anzuwenden. Dieser Job hatte es jedoch in sich und lag bei Weitem außerhalb meiner Komfortzone: nämlich in 3.700 Metern Höhe auf dem Pik Lenin im Pamirgebirge. Als Ansprechpartnerin für mehr als 200 Touristen aus der ganzen Wet lebte ich drei Monate lang in einem kleinen Zelt. Nur zwei mal pro Woche gab es heißes Wasser zum Duschen. Das war eine harte Zeit – solch spartanische Bedingungen war ich bis dato nicht gewohnt. Zudem musste ich um den Respekt der älteren Kollegen kämpfen. Aber meine Neugier und meine Liebe für Sprachen haben mich motiviert – ein unvergessliches Abenteuer und wertvolle Erfahrungen waren der Lohn für die Mühen.

Allzu oft sind Grenzerfahrungen externer Natur – sprich, uns selbst bleibt nur die Möglichkeit, positiv mit Steinen umzugehen, die uns in den Weg gelegt werden. Wie kann das gelingen?

Ich denke, man muss Herausforderungen als eine Art Abenteuer betrachten, in deren Verlauf man tollen Menschen begegnet, unvergessliche Erlebnisse mitnimmt und die eigenen Fähigkeiten entdeckt. Ich bin dankbar für jeden (großen und kleinen) Stein auf meinem Weg, denn ohne diese Steine wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Und: Jeder Stein, der im Weg liegt, zwingt uns auch zu unerwartetem Glück – weil wir Umwege gehen müssen und Neues kennenlernen.

In deinem Essay beschreibst du Fremdsprachen als ein wichtiges Werkzeug zum Überwinden von Grenzen. Wie haben Sprachen deinen Weg beeinflusst und wie lernt man sie nachhaltig?

Sprachen haben meinen Horizont erweitert und mich mit Menschen zusammengebracht, die mein Leben bunter gemacht und mir in schwierigen Zeiten eine helfende Hand entgegengestreckt haben. Sie haben mir ermöglicht, andere Kulturen kennenzulernen und meinen Weg zu finden.

Ich habe schon mehrmals praktisch erfahren, wie Sprachen einem die Welt und neue Möglichkeiten eröffnen: Dank meiner Deutschkenntnisse hatte ich letzten Sommer das große Glück, ein deutsches Fernsehteam des MDR als Dolmetscherin für eine Reportage in Zentralasien zu begleiten. Das war eine besondere Erfahrung, bei der ich viel gelernt habe. 

„Ich habe gelernt und verstanden, dass Sprachen viele Türen öffnen und den eigenen Horizont erweitern können. Fremdsprachen sind die wichtigste Ausrüstung, wenn man die Komfortzone verlassen möchte. Nicht nur in den Bergen.”

Um eine Sprache nachhaltig zu lernen, sollte man versuchen, sie wirklich jeden Tag anzuwenden. Man kann zum Beispiel den Laptop oder das Handy auf die Lernsprache umstellen. Außerdem ist es hilfreich, sich Freunde zu suchen, mit denen man in der gelernten Sprache sprechen kann. Ganz wichtig ist es dabei, dass man keine Angst hat, Fehler zu machen.

Wie planst du, deinen Gewinn zu nutzen?

Der Gewinn ist gerade eine große Unterstützung für mich, und ich bin Babbel sehr dankbar dafür! Wegen der Corona-Pandemie finde ich wie viele andere Studenten schon seit Monaten keinen Nebenjob. Außerdem kann ich diesen Sommer nicht mehr als Reiseleiterin arbeiten. Das Babbel-Stipendium ermöglicht es mir, vorerst meinen Lebensunterhalt zu decken und meiner Familie ein Überraschungspaket nach Kirgistan zu schicken. Den Gutschein für Babbel Travel möchte ich für eine Sprachreise nach Spanien einlösen. Darauf freue ich mich schon sehr! Und als Vorbereitung werde ich vorher fleißig mit der Babbel-App üben, die ich jetzt ein Jahr lang nutzen kann.

Viel Spaß mit deinem Babbel-Stipendium, liebe Kristina!

Du möchtest dich ebenfalls der Herausforderung des Sprachenlernens stellen und Grenzen überwinden? Schau doch mal in unsere Babbel-App und lerne eine von 14 neuen Sprachen.

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Sarah Waldmann
Am Bodensee mit multidialektalem Hintergrund aufgewachsen, beherrscht Sarah mittlerweile mehr als nur Schwäbisch und rudimentäres Plattdeutsch: Nach Abi und Andenabenteuern zog sie nach Berlin und studierte dort Spanisch und Portugiesisch. Einige Auslandaufenthalte auf der Iberischen Halbinsel später forscht sie nun zu Spracherwerb und schreibt als freie Autorin über Sprachen, Gott und die Welt.
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