Aus Deutschland auswandern: Eine Checkliste, die du beachten musst

Die Checkliste für Auswanderer: Wo musst du dich abmelden, was musst du kündigen und welche Dinge musst du beachten?
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Aus Deutschland auswandern: Eine Checkliste, die du beachten musst

Auszuwandern ist ein riesiger Schritt, der gut organisiert sein will – am besten mit einer Checkliste! Oft denken wir nur darüber nach, was wir im Zielland zu erledigen haben: Wir kümmern uns um das Visum, suchen eine Wohnung, gehen auf Jobsuche und lernen die neue Sprache. Vielen Auswanderern fällt dabei erst später ein, dass es auch in Deutschland eine Menge zu erledigen gibt.

Da du als Auswanderer sowieso schon viel zu viel zu tun hast, haben wir dir als Hilfe eine Checkliste mit den Dingen erstellt, die du vor der Abreise erledigen solltest. Wir gehen nicht davon aus, dass du Kinder oder eine eigene Firma hast. Ansonsten kommt leider noch mehr Arbeit auf dich zu, als wir es hier festhalten.

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Die Checkliste für Auswanderer

Deine Abmeldung aus Deutschland

  • Melde dich bei deinem zuständigen Bürgeramt ab (Stichwort: Abmeldung einer Wohnung). Die Abmeldung kann frühestens sieben Tage vor Auszug vorgenommen werden und muss bis 14 Tage nach Auszug passieren. Das ist besonders deshalb ärgerlich, weil du höchstwahrscheinlich bei außerordentlichen Kündigungen deiner Verträge die Abmeldebestätigung als Nachweis erbringen musst.

Die Wohnungsaufgabe und alles, was damit zu tun hat

  • Kündige deine Mietwohnung und/oder finde einen Nachmieter.
  • Als Eigentümer solltest du dich informieren, ob du deine Wohnung verkaufen oder vermieten willst. Beachte, dass im Falle eines Verkaufs eventuell Steuern anfallen (Stichwörter: Spekulationssteuer und Eigennutzung). Wenn du dich für Vermietung entscheidest, musst du beachten, dass du weiterhin in Deutschland Einkünfte hast und damit auch in Deutschland steuerpflichtig bist.
  • Vorsicht: Alle Wohnungsangelegenheiten zu klären kann auch steuerrechtlich wichtig sein, besonders, wenn du in der Mitte des Kalenderjahres umziehst, da in vielen Ländern die Steuern entsprechend dem Wohnsitz anfallen. Falls du in Deutschland noch eine Wohnung hast, in die du theoretisch jederzeit zurückkehren könntest, wird dir in Deutschland eventuell ein ständiger Wohnsitz unterstellt.
  • Kündige alle Versicherungen, die mit deiner Wohnung zu tun haben, zum Beispiel die Hausratversicherung.
  • Kündige den Strom für deine Wohnung. Gib eventuell vor Auszug deinen Zählerstand an.
  • Kündige Internet- und Telefonanschlüsse. Nach § 46 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) steht dir hier ein Sonderkündigungsrecht zu, da dein Anbieter an deinem neuen Wohnort seine Leistung nicht in gewohnter Qualität und im gleichen Umfang anbieten kann. Bedauerlicherweise gilt die Kündigung nicht ab Umzug, sondern hat eine Frist von drei Monaten, beginnend mit dem Auszugsdatum. Das heißt, dass du leider drei Monate lang für keinerlei Leistung blechen musst, wenn dein Anbieter nicht kulant ist. Sieht der Vertrag eine kürzere Kündigungsfrist vor, hat diese Regelung Vorrang. Die meisten Anbieter verlangen zum Nachweis über den Umzug die Abmeldebescheinigung aus Deutschland.
  • Melde den Rundfunkbeitrag ab. Das kannst du sogar bequem online erledigen. Auch hier wird als Nachweis die Abmeldebescheinigung verlangt.
  • Richte gegebenenfalls einen Nachsendeauftrag bei der Post ein.

Andere langfristige Verträge, Versicherungen und Abos

  • Kündige deinen Handyvertrag. Auch hier steht dir ein Sonderkündigungsrecht zu.
  • Hast du irgendwelche anderen langfristigen Verträge wie die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, ein Fahrkarten- oder Zeitschriftenabonnement, sammelst du irgendwo Treuepunkte und bekommst Post dafür oder hast du ein digitales Abonnement, das dir im Ausland nichts bringt?
  • Melde dich von der Krankenversicherung ab. Auch hier wird normalerweise als Nachweis die Abmeldebescheinigung verlangt.
  • Welche anderen Versicherungen hast du: Haftpflichtversicherung, Lebensversicherung, Kfz-Versicherung, Rechtsschutzversicherung?

Das Bankkonto

  • Veranlasse die Schließung deines Bankkontos. Denke daran, dass du eventuell nach deinem Umzug noch drei Monate lang Internet-, Telefon- oder Handykosten bezahlen musst oder noch weitere Zahlungen von deinem Konto ausstehen könnten.

Steuern

  • Steht noch eine Steuerklärung aus?
  • Informiere dich bei einem Steuerberater deines Vertrauens, wo du zukünftig Steuern zahlen musst. Stichwörter sind hier Doppelbesteuerungsabkommen, Niedrigsteuerländer und gewöhnlicher Aufenthalt/Wohnsitz. Beachte auch, dass du in Deutschland steuerpflichtig bist, wenn du hier noch Einkommen hast, zum Beispiel, wenn du in Deutschland eine Wohnung vermietest.

Vollmachten

  • Wenn du in Deutschland noch jemanden hast, kann es sinnvoll sein, dieser Person Vollmachten auszustellen, damit sie oder er in deiner Abwesenheit Dinge für dich regeln kann.

Zum Arzt gehen – auch, wenn nichts wehtut

  • Arztbesuche in einem neuen Land können nicht nur stressig, sondern auch teuer werden. Es kann sich lohnen, verschreibungspflichtige Medikamente noch einmal aufzustocken, Impfungen aufzufrischen, einen allgemeinen Gesundheits-Check-Up zu machen oder, genauso wichtig wie unangenehm, den Zahnarzt aufzusuchen – denn in vielen Ländern schließt die Krankenversicherung Zahnarztkosten aus.

Den Job kündigen

  • Wahrscheinlich ist es überflüssig, aber wir sagen es trotzdem: Deinen Job musst du bei Umzug eventuell auch kündigen – teilweise gibt es hier lange Fristen.

Die Ankunft planen

  • Plane deine Ausreise sowie die Ankunft im neuen Land mit genügend zeitlichem Puffer. Gehe sicher, dass du auch an den Weg nach dem Flughafen, Bahnhof oder Parkplatz denkst: Du wirst dich mit Einheimischen verständigen müssen, um zu deinem Wohnplatz zu kommen. Am besten lädst du dir im Voraus einen Sprachkurs herunter, der so aufgebaut ist, dass du ein passendes Themenfeld auswählen kannst, wie beispielsweise Reisen oder Übernachten.

Und zu guter Letzt … den Mut nicht verlieren

  • Wir verstehen dich. Bürokratie nervt. Beim Abarbeiten dieser Liste und generell bei der Planung deines Umzugs wirst du wahrscheinlich viele Frustmomente haben und an der Menschlichkeit einiger Sachbearbeitenden oder Kundendienstmitarbeitenden zweifeln. Also halte dir immer dein Ziel vor Augen: Ein neues Leben in einem neuen Land voller neuer Abenteuer. Der Umzug wird es wert sein. Also viel Erfolg!

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