Winterbräuche in Schweden und Russland

Babbel hat gerade zwei neue Kurse zum Thema Winterbräuche veröffentlicht: Winterfeste und Feiern in Russland.
Artikel Von Babbel
18/12/2014
Winterbräuche in Schweden und Russland

Babbel hat gerade zwei neue Kurse zum Thema Winterbräuche veröffentlicht: Winterfeste und Feiern in Russland. In den Kursen kannst du herausfinden, wie die Schweden zu mys stehen, wer ‘Lucia’ ist, wie Russen das neue Jahr feiern und noch Vieles mehr. Aber weshalb finden eigentlich so viele dieser Feiern und Feste im Winter statt?
Stell dir vor, du stehst auf und gehst im Stockdunkeln zur Arbeit. Kurz vor der Mittagspause geht die Sonne auf, nur um dann schon wenig später wieder unterzugehen – deine Pause ist gerade erst vorbei. Du gehst also nach der Arbeit im Dunkeln nach Hause,wachst vierzehn Stunden später wieder auf – und es ist immer noch dunkel. Das mag nicht besonders ansprechend klingen, aber so sieht der Winter in großen Teilen Nordeuropas aus. Feiern und kleine Rituale sind da eine gute Hilfe, um mit dem „langen Fünfuhrtee der Seele“ zurecht zu kommen.
Schauen wir uns etwa die Schweden an. Sie zünden Kerzen an und versammeln sich zu Hause, um ein bisschen mys zu erleben – was soviel bedeutet wie es sich gemütlich zu machen. Mys – das ist heutzutage wohl so etwas wie ein Schlüsselwort für die schwedische Kultur.
Alles ist mys und alle möglichen Wörter können daraus konstruiert werden: myskväll (gemütlicher Abend), höstmys (die Herbstgemütlichkeit), vintermys (die Wintergemütlichkeit), mystofflor (gemütliche Pantoffeln) oder – das berühmteste unter den mys-Wörtern – fredagsmys (die Freitagsgemütlichkeit). Das ist, wenn du mit der ganzen Familie vor dem Fernseher sitzt und Tacos isst. Oder vielleicht auch Kebabpizza, eine schwedische Fusion aus Kebab und Pizza, mit Eisbergsalat und Joghurtsauce obendrauf.
Alles in mys zu verwandeln, hilft den Schweden durch den Winter. Und Mitte Dezember, wenn die Nächte dem julianischen Kalender zufolge am längsten sind, bringt Lucia Licht ins Dunkel. Jeder Kindergarten, jedes Altersheim und jede Kirche wird von einer singenden Luciaprozession besucht, bestehend aus Lucia selbst, mit leuchtenden Kerzen im Haar, ihren weiblichen, tärnor genannten Begleiterinnen und den männlichen stjärngossar (Sternsinger), die riesige Papierkegel auf ihren Köpfen tragen.
Es ist schwer zu sagen, woher der Luciabrauch stammt, aber Teile davon gehen bis ins Mittelalter oder sogar bis in die vorchristliche Zeit zurück. Damals sollen dunkle Mächte ihr Unwesen getrieben haben, um Menschen zu quälen – insbesondere die Hexe Lussi, die mit ihren Lakaien durch den Himmel ritt und auf all jene Jagd machte, die leichtsinnig genug waren, sich draußen aufzuhalten. Später verschmolz diese Legende mit der katholischen Feier zu Ehren der Heiligen Lucia von Syrakus. Heute stellen die Luciafeste eine Mischung aus verschiedenen Traditionen dar, drehen sich dabei aber alle um ein zentrales Thema: Licht in die dunkelste Jahreszeit zu bringen.
Das wichtigste Jahresfest in Russland ist das Neujahrsfest, Novy God (Новый Год). Da auf Silvester (am 31. Dezember) fast direkt Weihnachten (am 7. Januar) folgt, haben die Russen etwa zehn Tage Urlaub mit jeder Menge Champagner, Kaviar und – mit ein bisschen Glück – Geschenken. Die Geschenke werden vom russischen Pendant zum Weihnachtsmann gebracht, dem дед Мороз (Ded Moroz, Väterchen Frost), der in Begleitung seiner Enkelin Снегурочка (Snegurochka, dem Schneemädchen oder Schneeflöckchen) Neujahrsfeste, Schulen und Kindergärten besucht.
Russische Bräuche haben meist religiöse, heidnische oder kommunistische Ursprünge und werden mit großem Enthusiasmus gefeiert, fast wie eine Art Protest gegen die alltägliche Mühsal. Der Alltag in Russland kann mitunter sehr hart sein, sei es im Kampf gegen das Wetter, soziale Ungerechtigkeit oder Bürokratie. Je schlimmer das Problem, desto härter und wilder feiern die Menschen – schließlich weiß niemand, was morgen kommt!
Während die einen an besinnlichen Gemütlichkeitszeremonien mit Glühwein teilnehmen, lassen andere den Wodka fließen, bis der Tag anbricht. Und du? Wie wirst du mit der Dunkelheit des Winters fertig? Hast du einen nordeuropäischen Lieblingsbrauch? Erzähl uns davon in deinem Kommentar!
Übersetzung aus dem Englischen von Inga Opitz

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