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Spaced Repetition: Mit dieser Lernmethode lernst du effektiv Sprachen

Dieses Konzept ist eigentlich ganz einfach – und noch dazu eines der wichtigsten, wenn es darum geht, Informationen im Gedächtnis zu behalten.
Spaced Repetition: Mit dieser Lernmethode lernst du effektiv Sprachen

Es gibt unzählige Tipps und Tricks, um dir das Lernen einer Sprache zu erleichtern. Und wer sucht nicht nach den besten Wegen und perfekten Abkürzungen, um schnell große Fortschritte zu machen? Doch unabhängig davon, wie schnell du lernst, gibt es keinen Ersatz für eine der ältesten Lernmethoden überhaupt: der Spaced Repetition (= dem Wiederholen in regelmäßigen Abständen).

Dieser Ausdruck klingt vielleicht weder im Englischen noch im Deutschen schön, doch das Konzept ist bei jeder Art des Lernens äußerst wichtig. Der „Wiederholungs”-Teil ist leicht – du musst etwas nur immer wieder wiederholen, bis du es ganz sicher kannst. Der entscheidendere Teil dabei ist der Teil mit dem „verteilten” Abstand.

Stell es dir so vor: Du kannst dir vielleicht eine ganze Nacht lang immer wieder etwas vorsagen. Aber du solltest nicht erwarten, es dadurch für immer in deinem Gedächtnis zu behalten. Der Weg dorthin sieht eher so aus: Du musst dir das, was du dir einprägen möchtest, über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder vergegenwärtigen.

Der wissenschaftliche Hintergrund der „Spaced Repetition“

Vielleicht hattest du, wie so viele von uns, einen Lehrer oder eine Lehrerin, der oder die dir davon abriet, dich in der Nacht vor einer Prüfung mit dem Lernstoff vollzustopfen. „Ach,” hast du gesagt, „das Vollstopfen kann ich aber richtig gut, und es wird schon gut gehen.“ Und es ging gut! Du hast eine gute Note bekommen. Nach dieser Erfahrung bist du natürlich überzeugt, dass es eine effektive Lernmethode ist, den gesamten Stoff an einem einzigen Abend zu lernen. Und für kurzfristige Ergebnisse funktioniert das auch. Aber eben nicht für langfristige.

Abgesehen davon ist es ein riesiger Unterschied, eine Sprache zu lernen, oder die wichtigsten Daten des Zweiten Weltkriegs auswendig zu lernen. Du kannst dir in der Nacht vor einer Reise noch die Informationen einpauken, aber ein echtes Gefühl für die Sprache zu entwickeln dauert einfach seine Zeit.

➡️ Vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt: Warum ist es so schwer, den Rhythmus einer anderen Sprache zu lernen?

Studien zur Spaced Repetition

Du musst all das aber nicht glauben, nur, weil wir das sagen. Auch jahrelange Forschungen belegen es, und im Jahr 1965 gab es hierzu die erste Studie im Journal of General Psychology namens „The Effect of Spaced Repetition on Meaningful Retention”. Obwohl diese Studie ganz bestimmte Parameter untersucht, ist die generelle Aussage folgende: Personen, die sich zwei Mal mit einem Text beschäftigten haben, haben sich die Informationen eher gemerkt als Personen, die ihn nur ein einziges Mal durchgelesen haben. 

Seitdem gab es dutzende Untersuchungen zu diesem Thema. Im Jahr 2019 untersuchte eine Studie die Nutzung von Flashcards beim Sprachenlernen. Die Forschenden fanden heraus, dass Studierende, die Flashcards nutzten, sich die Informationen im Allgemeinen länger merkten als jene, die keine Flashcards nutzten. Erneut wurde die Spaced Repetition also bestätigt.

Wenn sie aber so effektiv ist, warum nutzen wir sie dann nicht immer?

Einen Hinweis darauf gibt uns ein anderes Ergebnis aus derselben Studie. Trotz der guten Ergebnisse, die sich mit der Flashcard-Methode erzielen lassen, mögen die Studierenden diese Methode nämlich einfach nicht. Sie schnitten zwar bei Prüfungen besser ab und hatten auch das Gefühl, mehr gelernt zu haben, aber sie nutzten die Methode nur widerwillig zum tatsächlichen Lernen. Was uns wieder daran erinnert, dass das Sprachenlernen nicht immer nur Spaß macht, auch wenn es die Ergebnisse im Endeffekt wert sind.

➡️ Übrigens nutzen wir diese Methode auch bei Babbel.

So nutzt du die Spaced Repetition zum Sprachenlernen

Der offensichtlichste Ratschlag für das Sprachenlernen lautet: Lerne jeden Tag ein bisschen, über einen langen Zeitraum hinweg. Und das ist ein wirklich guter Plan! Aber lass uns etwas mehr ins Detail gehen.

Mach in deinem Kalender Platz für eine neue Routine

Der Ratschlag, den wir am häufigsten geben, ist, das Sprachenlernen zu einer täglichen Gewohnheit werden zu lassen. Es ist okay, wenn du dir vornimmst, „Ich werde jeden Tag 20 Minuten lang lernen“, aber es ist noch besser, wenn du das präzisierst. Du kannst zum Beispiel jeden Morgen beim Frühstück lernen, oder während des Pendelns (sofern du nicht mit dem Auto fährst). Mit diesem konkreten Plan schaffst du das Lernen viel regelmäßiger, als wenn du versuchst, es immer nur irgendwo reinzuquetschen, wenn du gerade ein paar Minuten Zeit findest.

Behalte den Überblick über das bereits Gelernte

Um die Spaced Repetition richtig anzuwenden, musst du wissen, was du bereits gelernt hast. Je nachdem, wie du eine Sprache lernst, hast du einen anderen Überblick über das bereits Gelernte. Falls du zum Beispiel eine App wie Babbel nutzt, kannst du ganz genau nachvollziehen, welche Lektionen du bereits abgeschlossen hast. (Außerdem bietet die App eine Wiederhol-Funktion, die auf der Spaced Repetition basiert.) Nutzt du hingegen andere Methoden, dann stelle sicher, dass du den Überblick behältst. Du kannst dir Flashcards mit den neuen Vokabeln machen, die du lernst, oder ein Sprachlern-Tagebuch selbst erstellen. 

➡️ Du brauchst noch ein bisschen Starthilfe? Hier sind 7 effektive Methoden, wie du zu Hause eine Sprache lernst.

Gib dir selbst genügend Zeit zum Lernen

Stell dir vor, eine Reise nach England steht bevor. Natürlich könntest du einfach ein Englisch-Deutsch-Wörterbuch mit ins Flugzeug nehmen, um dir bis zur Landung wenigstens die Grundlagen zu erarbeiten. Daran ist nichts verkehrt, solange deine Erwartungen realistisch bleiben.

Wenn du die Sprache aber wirklich lernen willst, musst du dafür mehr Zeit einplanen („Spaced Repetition“ basiert auf dem Abstand, den du zwischen den Lerneinheiten einbaust). Betrachte das Sprachenlernen einfach wie jede andere Fähigkeit, die du erwerben willst. Du würdest schließlich auch nicht erst mit dem Klavierlernen beginnen, wenn du schon auf dem Weg zum Vorspielen bist, oder? Es ist verlockend, etwas in so wenig Zeit wie nur möglich lernen zu wollen, aber leider funktioniert dein Gehirn einfach nicht auf diese Weise.

Kehre immer wieder zu dem zurück, was du bereits zu wissen glaubst

Wenn du deinen Lernprozess selbst strukturierst, möchtest du wahrscheinlich immer neue Vokabeln und neue Dinge lernen. Es fühlt sich nämlich nach mehr Fortschritt an, wenn du immer mehr Wissen erwirbst. Bedenke aber, dass es bei der Spaced Repetition um Wiederholung geht. Wenn du also nicht ab und zu wiederholst, was du bereits gelernt hast, fängst du vielleicht an, es wieder zu vergessen. Es ist demotivierend, wenn du feststellst, dass du nicht mehr weißt, wie man beispielsweise die Uhrzeit in einer anderen Sprache ausdrückt, also stelle sicher, dass du die grundlegenden Themen regelmäßig wiederholst.

Spaced Repetition: Vergrößere die Abstände zwischen dem Lernen

Um noch etwas tiefer in die Methode der Spaced Repetition einzusteigen: Für das langfristige Lernen ist es entscheidend, dass du die Abstände zwischen den Wiederholungen eines Themas langsam erhöhst. So verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass du den Stoff zwischenzeitlich wieder vergisst. Zwischen der ersten und zweiten Wiederholung sollte der Abstand also geringer sein als zwischen der vierten und fünften. Einige Gedächtnis-Cracks haben sogar den idealen Zeitabstand für die Wiederholungen bestimmter Themen herausgefunden (die erste Wiederholung sollte nach einem Tag stattfinden, die zweite nach sieben Tagen, die dritte nach 16 Tagen, und so weiter). Bei deinem Sprachlern-Prozess musst du natürlich nicht so exakt sein … Trotzdem tut es irgendwie gut zu wissen, dass du nicht jede Woche wiederholen musst, wie man jemanden in deiner neuen Sprache begrüßt.

Bereit, diese Lernmethode zu testen?
Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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