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So macht man Neujahrsvorsätze in aller Welt

Ob Trauben essen oder Asche trinken – rund um die Welt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich auf das neue Jahr einzustimmen.
So macht man Neujahrsvorsätze in aller Welt

Etwa jede dritte Person in Deutschland fasst jährlich Neujahrsvorsätze, um sich in irgendeiner Weise zu verbessern. Sport, Ernährung, sparsameres Leben oder mehr Zeit mit befreundeten Personen und Familienmitgliedern zu verbringen, steht meist ganz oben auf der Liste der Ideen zur Selbstoptimierung fürs neue Jahr.

Solche Vorsätze existieren rund um den Globus. Wir haben daher einen Blick auf einige Traditionen zum Neujahr in aller Welt geworfen – wie genau Menschen anderswo das neue Jahr einläuten, ist nämlich ganz verschieden. Doch fast überall auf der Welt wird der Jahreswechsel genutzt, um über die Vergangenheit nachzudenken und sich auf die Zukunft vorzubereiten.

Ursprung im antiken Babylon

Die Tradition, Neujahrsvorsätze zu fassen, reicht über 4000 Jahre zurück. Forschende fanden heraus, dass die ersten Menschen, die Vorsätze fassten, auch die ersten waren, die überhaupt ein „neues Jahr“ feierten: die Menschen im alten Babylon. Während eines 12-tägigen Festes zu Beginn der Aussaat Mitte März machten die Babylonier ihren Gottheiten bestimmte Versprechen (oft ging es dabei auch um die Rückgabe von Gegenständen an ihre rechtmäßigen Besitzer:innen).

Später legten dann die Römer den Jahresanfang auf den 1. Januar. Ursprünglich hatten die Römer den 1. März als Jahresbeginn bestimmt (ähnlich wie die Babylonier), aber um circa 46 v. Chr. wurde er um einige Monate nach hinten verschoben und fand nun im Januar statt. Das lag unter anderem daran, dass der Monat nach dem römischen Gott Janus benannt ist, einem Gott mit zwei Gesichtern, der auf das vergangene Jahr zurück- und auf das neue vorausschaute. Deshalb war es passend, dass die Römer am Neujahrstag Janus versprachen, sich im neuen Jahr gut zu benehmen.

Obwohl der Neujahrstag eigentlich kein christlicher Feiertag ist, hinderte das die Christen im 18. Jahrhundert nicht daran, ihn mit Gottesdiensten zu feiern. Einige Kirchen hielten am Silvesterabend oder am Neujahrstag Gottesdienste ab, um den Gemeindemitgliedern die Möglichkeit zu geben, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich vorzunehmen, im neuen Jahr eine bessere Person zu werden.

Die oben genannten Traditionen sind alle religiös – ein Aspekt, der bei Neujahrsvorsätzen jedoch inzwischen größtenteils weggefallen ist. Heute fassen die meisten Menschen ihre Vorsätze für sich selbst. Das bedeutet natürlich gleichzeitig, dass nur man selbst für deren Einhaltung verantwortlich ist.

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Eine kleine Reise durch das Neujahr in aller Welt

2013 führte Google Zeitgeist eine Umfrage durch, um Menschen nach ihren Neujahrsvorsätzen zu befragen. Menschen aus der ganzen Welt nahmen daran teil. Dabei zeigte sich deutlich, dass es die Tradition der Vorsätze nicht in jedem Land gibt: Nordamerika und Europa sind viel stärker vertreten als Afrika oder Asien. Und in den Ländern, in denen es diesen Brauch gibt, werden sie auf sehr unterschiedliche Art und Weise umgesetzt. Von Traditionen, bei denen Sekt getrunken wird, bis hin zur Definition des Wortes selbst gibt es keinen klaren Konsens darüber, was einen „Vorsatz“ eigentlich ausmacht. Hier stellen wir dir ein paar Beispiele vor, wie Neujahrsvorsätze rund um die Welt aussehen.

Neujahrsvorsätze in den USA

Neujahrsvorsätze sind ein fester Bestandteil der US-amerikanischen Kultur. Damit einher geht eine weitere große US-amerikanische Tradition: sie wieder aufzugeben. Weniger als 10 Prozent der Vorsätze werden eingehalten, obwohl fast die Hälfte der US-Amerikaner:innen welche fassen.

Den guten Vorhaben sind dabei keine Grenzen gesetzt. Doch gibt es einige, die in den USA, wie auch in Europa, besonders beliebt sind: gesünder essen, mehr Sport treiben, mehr lesen, mehr Zeit mit der Familie verbringen und etwas Neues lernen. Fast alle Vorsätze haben eines gemeinsam: Sie dienen der Selbstverbesserung und der persönlichen Weiterentwicklung.

Neujahr in aller Welt: Kolumbien

Direkt übersetzt lautet das Wort „Vorsätze“ auf Spanisch resoluciones. Aber wenn die Uhr Mitternacht schlägt, werden keine resoluciones, sondern deseos („Wünsche“) ausgesprochen. Eine Tradition in Kolumbien besagt, dass man in der Silvesternacht um 12 Uhr bei jedem Glockenschlag eine Weintraube essen und sich dabei etwas wünschen sollte. Das bedeutet zwölf Trauben und zwölf Wünsche (oder sieben Wünsche, je nach Tradition). Dieser Brauch stammt wahrscheinlich aus Spanien, auch wenn er mit der Zeit etwas abgewandelt worden ist.

Dabei werden die Wünsche jedoch ganz anders verstanden als unsere typischen Vorsätze. Du würdest dir beispielsweise nicht „wünschen“, gesünder zu essen, sondern dir stattdessen viel Gesundheit für das neue Jahr erhoffen. Es gibt in Kolumbien auch andere Neujahrstraditionen, die für bestimmte Wünsche verwendet werden.

Wer sich zum Beispiel Wohlstand und Reichtum für das neue Jahr wünscht, füllt sich an Silvester die Hosentaschen voller Linsen. Wer sich nach einer Reise sehnt, geht um Mitternacht mit seinem Koffer einmal um den Block. Manche Menschen schreiben ihre Wünsche auch auf ein Stück Papier und tragen es das ganze Jahr über bei sich. Am 31. Dezember verbrennen sie ihren Wunsch dann und überlegen sich einen neuen.

Neujahrsvorsätze in Italien

Die italienischen Neujahrsvorsätze ähneln jenen in Deutschland. Man fasst buoni propositi, also „gute Vorsätze“. Das kann alles Mögliche sein, zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben.

Doch es gibt auch noch andere Neujahrstraditionen in Italien. So bringt es etwa Glück, bestimmte Dinge zu essen: fettes Schweinefleisch soll für ein dickes Portemonnaie sorgen und auch der Verzehr von Augenbohnen bringt Glück. Italien gehört ebenfalls zu den Ländern, in dem man glaubt, dass das Tragen bestimmter Unterwäsche Glück im neuen Jahr bringt. Die bevorzugte Unterwäschefarbe in Italien ist rot, aber das ist von Land zu Land verschieden (also nimm am besten ein paar verschiedene Optionen mit).

➡️ Entdecke weitere Silvesterbräuche und Neujahrstraditionen aus anderen Ländern.

Neujahrsvorsätze in China

Zwar findet das chinesische Neujahrsfest nicht am 1. Januar statt, aber die Idee ist im Grunde dieselbe. Die zweiwöchigen Feierlichkeiten richten sich nach dem Mondkalender. Sie beginnen am ersten Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar und enden mit dem traditionellen Laternenfest. Es ist ein riesiges Fest, an dem Millionen von Menschen zu ihren Familien reisen.

Hinsichtlich der Neujahrsvorsätze unterscheiden sie sich jedoch stark von denen in den USA und Europa. Anstatt sich Ziele für das kommende Jahr zu setzen, bemüht man sich in China eher darum, sich Glück und Wohlstand zu sichern. Dafür gibt es während der Feierlichkeiten verschiedene Bräuche: die Farbe Rot, ein „Festessen des Wiedersehens”, die Zahl acht und vieles mehr werden verwendet, um für ein glückliches neues Jahr zu sorgen.

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Neujahrsvorsätze in Russland

Neujahr ist in Russland der wichtigste Feiertag des ganzen Jahres. Als die Bolschewiki an die Macht kamen und die säkulare UdSSR errichteten, wurde die Religionsausübung entschieden unterdrückt und bekämpft. Das bedeutete, dass religiöse Feiertage so gut wie verschwanden. Um die große Lücke an Weihnachten zu füllen, begann man in Russland stattdessen das neue Jahr zu feiern. So stellt man nun traditionell einen nowogodnjaja jolka, einen „Neujahrsbaum“, auf, der mit Lichtern und einem Stern an der Spitze geschmückt wird.

Obwohl dabei viele Silvestertraditionen einfach von Weihnachten übernommen wurden, gibt es auch spezielle Neujahrsbräuche. Wie in Kolumbien und in vielen anderen Ländern geht es auch in Russland weniger um Vorsätze als um Wünsche. Diese werden auf ein Stück Papier geschrieben, das anschließend verbrannt wird. Die Asche des Papiers wird dann in ein Glas Sekt gegeben und traditionell um Mitternacht getrunken.

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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.

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