10 Gründe, dieses Jahr die Kulturhauptstadt Matera 2019 zu bereisen

Geschichte, Kultur und Sonne pur: Matera im Süden Italiens wird gerne auch als Höhlenstadt bezeichnet. Wir zeigen dir, was es damit auf sich hat und warum die historische Stadt eine Reise wert ist – nicht nur für Geschichtsliebhaber.
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ARTIKEL VON Ingrid M.

Du reist gerne nach Italien? Schlenderst gemütlich durch schmale Gassen, genießt hier und da einen aperitivo und abends einen Teller pasta? Am liebsten tauchst du dabei in das Leben und die Kultur der Einheimischen ein und erlebst la dolce vita wie aus einer anderen Zeit? Dann ist die Kulturhauptstadt Matera genau das Richtige für dich! Matera? Das Besondere an dem hügeligen Bergdorf in der Region Basilikata: Bis in die 1960er Jahre hinein haben die Bewohner noch in Höhlen gewohnt. Spätestens seit diesem Jahr wird das antike Städtchen in Süditalien mit knapp 60.000 Einwohnern in aller Munde sein. Nicht umsonst ist Matera die Europäische Kulturhauptstadt 2019. Mit Babbel kannst du deine Urlaubssprache Italienisch lernen und zum ersten Mal unvergessliche Momente auf deiner Reise erleben. Ein Grund mehr, sich einmal die kulturellen Besonderheiten und historischen Schauplätze der Stadt genauer anzuschauen.

1. Die Höhlenstadt Sassi di Matera

Die Europäische Kulturhauptstadt Matera ist bekannt für ihre Höhlenwohnungen. Kaum zu glauben, aber wahr: Hier haben bis vor wenigen Jahrzehnten die Menschen zusammen mit ihrem Vieh noch in Höhlen gewohnt. Dazu wurden die Siedlungen, die sogenannten Sassi (italienisch für „Steine“), einfach in den Berg hineingemeißelt. Der lokale Tuffstein gilt als besonders geschmeidig, sodass es ein Leichtes war, ihn auszuhöhlen und Wohnungen daraus zu erschaffen. Mach dich bereit für eine faszinierende Reise in die Vergangenheit! Übrigens: Du kannst dir eine Ferienwohnung oder Hotel aussuchen, das in den Höhlenstrukturen erbaut wurde.

2. Eine der ältesten Städte der Welt

Vor mehr als 9000 Jahren gebaut, gilt Kulturhauptstadt Matera somit als eine der ältesten bewohnten Städte weltweit. Nur das antike Aleppo in Syrien ist ungefähr gleich alt. Mittlerweile zählt die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. In den Museen Casa Cava und Casa Grotta kannst du auch heute noch den Alltag in einer Höhlenwohnung nacherleben. Vom Mobiliar bis zur Kochausrüstung ist alles erhalten – spannende Fotomotive inklusive.

3. Die Felsenkirchen in Matera

Die Kirchen Materas wurden zwischen dem 13. und dem 19. Jahrhundert erbaut. Die größte ist der römische Dom aus dem Jahre 1268. Besonders wertvolle Sehenswürdigkeiten: die sogenannten Felsenkirchen wie die Santa Maria de Idris und San Giovanni. Wie der Name schon sagt, wurden auch sie in den Berg hineingebaut. Klein und eng beherbergen sie nichtsdestotrotz im Inneren einen wahren Schatz an historischen Kunstwerken. Bunte Wandmalereien lassen sich bis ins achte Jahrhundert zurückdatieren. Ein Anblick, den du nicht vergessen wirst.

4. Kulisse wie aus einem Mittelalter-Film

Wer Matera zum ersten Mal betritt, fühlt sich sofort wie in einer anderen Epoche. Eine Stadt an einem Berghang gebaut, von kleinen Gässchen, Plätzen und Kirchtürmen durchdrungen. Und das alles in einem sanften Beige-Ton. Könnte da nicht gleich Jesus um die Ecke kommen? Gerade bei Nacht zeigt sich Matera von seiner schönsten Seite: Das goldene Licht in den Gassen lässt das antike Bergdorf wie eine geheimnisvolle Kulisse erscheinen. Kein Wunder, dass Matera auch als „zweites Bethlehem“ bezeichnet wird – und bereits als beliebter Drehort für mehrere Hollywood-Filme diente: „Die Passion Christi“ von Mel Gibson bis hin zu „Das 1. Evangelium – Matthäus“ von Pier Paolo Pasolini.

5. MUSMA Skulpturenmuseum

 Kunstliebhaber werden in Matera vollends auf ihre Kosten kommen. Das Skulpturenmuseum MUSMA zeigt die Verwandlung Materas im Laufe der Jahrtausende: In einer der antiken Höhlen untergebracht, stellt das Museum zeitgenössische Skulpturen aus natürlichen Materialien wie Stein und Holz aus. Neben einer ständigen Ausstellung werden immer wieder moderne Künstler eingeladen – um eine Brücke zu schlagen: vom alten zum neuen Matera. Besonders in 2019 verspricht sich die Kulturhauptstadt eine neue Sichtbarkeit.

6. Rundwanderweg

Wie kannst du den Zauber Materas nun am besten erfahren? Zu Fuß natürlich! Es geht einfach nichts über einen gemütlichen Spaziergang durch die verschlungenen Gässchen. Um dabei an den schönsten Sehenswürdigkeiten wie dem Dom und den Felsenkirchen vorbeizukommen, eignet sich am besten der itinerario turistico: ein extra ausgeschilderter Weg entlang der vielen Häuschen und Hügel. So wirst du in all dem Wirrwarr der Straßen nicht verloren gehen – und dich stattdessen einfach treiben lassen.

7. Weltkulturerbe Parco della Murgia Materana

Für einen atemberaubenden Blick über die Kulturhauptstadt Matera lohnt sich ein Ausflug in den gegenüberliegenden Parco della Murgia Materana, eine Art Nationalpark auf einem Hochplateau. Allein der Fluss Gravina trennt die beiden Orte voneinander. Als Freilichtmuseum gilt das karge Gebiet von Murgia selbst als UNESCO-Weltkulturerbe: Auf einer riesigen Fläche von 8000 Hektar triffst du nicht nur auf verschiedene Pflanzen- und Tierarten, sondern kannst dich auch auf jahrtausendealte Spuren begeben. Die Grotta di Pipistrelli ist einer der ältesten Belege dafür, dass sich hier bereits zur Jungsteinzeit Menschen niedergelassen haben.

Essen in Matera

8. Köstliche Spezialitäten

Obwohl allgemein der Süden Italiens als cucina povera (italienisch für „Küche der Armen“) bezeichnet wird, kannst du hier allerlei Köstlichkeiten genießen: Die Kulturhauptstadt Matera ist vor allem für ihr Hartweizenmehl bekannt. Mit pane di Matera, dem daraus gemachten Brot, werden leckere Spezialitäten zubereitet:

  • cialledda calda: getoastetes Brot mit Ei, Knoblauch, Oliven und Lorbeerblättern
  • cialledda fredda: kalt serviert mit Tomaten und Knoblauch

Besonders beliebt ist das Ristorante Francesca für seine traditionelle Pasta mit Tomaten, Mozzarella und – wie soll es auch anders sein – knusprigen Brotkrumen. Dazu passt natürlich am besten ein Glas Wein: Mit einem Matera Rosso, einer lokalen Mischung aus Sangiovese und Primitivo, kannst du wunderbar einen langen Sightseeing-Tag ausklingen lassen. Salute!

9. Traditionelles Kunsthandwerk in Matera

Neben einer kulinarischen Entdeckungsreise darf auch das traditionelle Kunsthandwerk nicht fehlen: von handgemachten Kunstwerken aus natürlichen Materialien wie Tuffstein, Holz oder Ton bis hin zu sorgfältig gebauten Holzgegenständen und Möbeln. Oder wie wäre es mit einem kleinen Mitbringsel aus Keramik? Cuccù ist eine kleine Pfeife aus bunter Keramik. Damit hast du nicht nur ein besonderes Andenken an die 2019 gewählte Kulturhauptstadt Matera, sondern unterstützt auch gleichzeitig die Bewohner der Stadt selbst – und zwar über die Touristenzeit hinweg.

10. Kulturfest Festa della Bruna

Die beste Reisezeit für Matera? Frühling und Frühsommer! Dann ist es im Süden Italiens noch nicht zu heiß. Vor allem solltest du dir aber das Event des Jahres nicht entgehen lassen: Am 2. Juli wird Festa della Bruna gefeiert. Das ist ein beliebtes Kulturfest, das bereits seit 1380 Tradition hat. Dabei wird eine wertvolle Statue der Madonna della Bruna aus dem 17. Jahrhundert in einer feierlichen Prozession durch die Stadt gefahren. Der Wagen wird dazu jedes Jahr von einem anderen Künstler gestaltet. Ziel ist es, den Wagen im Anschluss zu zerstören. Denn wer ein Stück des Wagens ergattert, der soll ein ganzes Jahr lang großes Glück haben. Der krönende Abschluss: ein großes Feuerwerk, das die ganze Kulturhauptstadt in ein goldenes Licht hüllt. Lass dir das nicht entgehen!

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