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Indonesisch: Wo und von wie vielen wird es gesprochen?

Indonesisch ist eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt. Trotzdem wird sie außerhalb Südostasiens kaum genutzt. Finde heraus, warum!
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Indonesisch: Wo und von wie vielen wird es gesprochen?

Indonesisch ist neben Tagalog, Māori, dem Samoischen und etwa 1150 anderen Sprachen Teil der austronesischen Sprachfamilie. Indonesisch an sich ist eine standardisierte Form der Malaysischen Sprache (auch Bahasa Malaysia genannt), die wiederum eine ganze Reihe von südostasiatischen Sprachen und Dialekten umfasst.

Die ersten dokumentierten Ursprünge des alten Malaysisch, das lange die Handelssprache im Indonesischen Archipel bildete, können bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Als niederländische Kolonisten im 17. Jahrhundert mit der Eroberung des Archipels begannen, benutzten sie diese Sprache, um mit der einheimischen Bevölkerung zu kommunizieren – im Gegensatz zum Großteil der anderen Kolonialmächte, die der jeweiligen ursprünglichen Bevölkerung ihre eigenen Sprachen aufzwangen, so wie es die Spanier und die Briten in Amerika taten. Während der nationalistischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts, die auf die Unterdrückung des Archipels durch die Niederlande folgte, wurde Indonesisch vom sogenannten Zweiten Indonesischen Jugendkongress als offizielle Standardsprache eingesetzt, um sich gegen die Kolonialmächte aufzulehnen. Daraufhin versuchten die Niederlande, der indonesischen Bevölkerung ihre eigene Sprache aufzuzwingen. 1942 wurde Indonesien jedoch von Japan erobert und die niederländische Sprache in diesem Zuge verboten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 erhielt Indonesien schließlich seine Unabhängigkeit und die indonesische Sprache wurde zu einer starken einheitsstiftenden Kraft für das Land.

In welchen Ländern wird Indonesisch gesprochen?

Nur in Indonesien selbst ist Indonesisch die offizielle Amtssprache. In Osttimor wurde es zeitweise als Handelssprache genutzt, weil Indonesien das Land von 1975 bis 1999 besetzte. Seit der Unabhängigkeit Osttimors wird Indonesisch dort immer weniger gesprochen. Stattdessen hat sich eine andere Kolonialsprache durchgesetzt, nämlich Portugiesisch.

Wie viele Menschen sprechen Indonesisch?

Da die Sprachgrenze zwischen dem Indonesischen und dem Malaysischen so durchlässig ist, ist es schwierig, die genaue Anzahl an jeweiligen Sprechern zu bestimmen. Laut der Volkszählung von 2010, gibt es 23 Millionen indonesische Muttersprachler. Hinzu kommen jedoch ganze 156 Millionen Menschen, die Indonesisch als Zweitsprache sprechen, was die Relevanz dieser Sprache als Lingua franca deutlich macht.

Auch in Australien wird Indonesisch als eine von drei asiatischen Sprachen gelehrt. Das ist Teil des australischen Languages Other Than English-Programms. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach dieser Sprache allerdings zurückgegangen. Nichtsdestotrotz erkennt Australien die kulturelle Geschichte Indonesiens an, die mit der von Australien eng verwoben ist.

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Warum hat Indonesisch diese Sonderstellung?

Einer der Gründe für diese starke lokale Fokussierung der Sprache ist die große Rolle, die Indonesisch für die nationale Identität des Landes spielt. Indonesien ist einer der wenigen Staaten, die es geschafft haben, ihre einheimische Sprache zur Nationalsprache zu machen. Schätzungsweise gibt es über 600 Sprachen auf den über 17.000 indonesischen Inseln (und wenn dir diese Zahl schon hoch vorkommt, dann sei gespannt auf die nächste geplante Volkszählung, bei der herauskommen soll, aus wie vielen Inseln es tatsächlich besteht). Im Zuge einer stärkeren Vereinheitlichung des Landes hat Indonesien Malaysisch zur Amtssprache erklärt, also zur Sprache des Rechts, der Politik, der Medien und aller anderen öffentlichen Formen des Sprechens und Schreibens. Schätzungen zufolge sprechen lediglich weniger als 20 Prozent der Bevölkerung Indonesisch regelmäßig zuhause, aber es wird weiterhin in Schulen unterrichtet und bis zu einem gewissen Grad von so gut wie allen Indonesiern beherrscht.

Wie ähnlich sind Indonesisch und Malaysisch?

Grob gesehen weist das Indonesische viele Gemeinsamkeiten mit den malaiischen und singapurischen Sprachen auf, sowie mit den Sprachen, die im Sprachraum von Brunei gesprochen werden. Dabei gibt es einige Unterschiede im Wortschatz und in der Aussprache bestimmter Wörter, die zum Beispiel im Malaysischen stark vom Niederländischen und Japanischen beeinflusst sind. Die Sprecher dieser Sprachen verstehen sich in der Regel untereinander, wobei einige Unterschiede auch zu Unverständlichkeiten führen können. Aus diesem Grund haben Universitäten in Malaysia Sprachkurse eingeführt, in denen die Studierenden die jeweils regionale Sprache verstehen lernen. Mit reinem Indonesisch wirst du dich einigen anderen Ländern schon durchschlagen können, musst dich aber auf ein gewisses Maß an Verwirrung gefasst machen, das durch die Bedeutungsunterschiede einzelner Wörter entsteht.

Warum solltest du Indonesisch lernen?

Abgesehen von einigen Einflüssen durch Kolonialzeit und Globalisierung ist Indonesisch mit keiner Sprache der westlichen Welt verwandt. Spanisch oder Englisch als Zweitsprache zu lernen bietet sich natürlich an, weil beide sehr verbreitet und vergleichsweise einfach zu lernen sind, aber das kann dich auch einschränken. Indonesisch bietet dir nämlich einen effektiven Zugang zur austronesischen Sprachfamilie. Fängst du damit an, können dir andere Sprachen wie Malaysisch oder regional gesprochene Sprachen leichter fallen. Diverse beliebte Reiseziele wie Bali liegen im indonesischen Sprachraum. Und obwohl Indonesisch sich stark von westlichen Sprachen unterscheidet, kann es aufgrund seiner simplen Grammatik und der Verwendung lateinischer Buchstaben einfach zu erlernen sein. Die indonesische Sprache ist einzigartig und hat die Geschichte Indonesiens am Leben gehalten. Indem du sie lernst, kannst du an der reichen Kulturgeschichte dieser Region teilhaben.

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Thomas Moore Devlin
Thomas ist in einer Vorstadt in Massachusetts aufgewachsen und nach New York gezogen, um den krassen Kontrast zu erleben. Er hat Englische Literatur und Linguistik an der New York University studiert und die meiste Zeit seines Studentenlebens damit verbracht, für eine Studierendenzeitung namens Washington Square News zu schreiben. Deshalb ist er auch etwas pedantisch, was Textstandards angeht. In seiner Freizeit liest er gern und regt sich über Tweets auf.
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