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Wie begrüßt man sich auf Türkisch? – Lerne die wichtigsten Grußformeln und wie man auf sie antwortet

„Günaydın“ oder „Tünaydın“? Zu welcher Tageszeit verwendet man welchen Gruß? Ist es unhöflich, seinen Chef mit „selam“ zu grüßen? Lerne die wichtigsten Grußformeln im Türkischen.
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ARTIKEL VON Fidi
Wie begrüßt man sich auf Türkisch? – Lerne die wichtigsten Grußformeln und wie man auf sie antwortet

Merhaba („hallo“) ist wahrscheinlich der bekannteste Gruß im Türkischen und immer eine gute Wahl, da man mit ihm nicht viel falsch machen kann. Er passt zu jeder Tageszeit und in jeden Kontext, ob formell oder informell, mit Freunden oder dem Chef. Doch gibt es neben merhaba durchaus weitere Grußformeln, die man kennen sollte. Und natürlich auch die angemessenen Antworten darauf. Im Folgenden haben wir die wichtigsten für dich zusammengefasst.

Morgens, mittags, abends

Sobald der Morgen anbricht, begrüßt man sich mit günaydın („guten Morgen“), was wörtlich in etwa „der Tag ist hell“ bedeutet. Bis zur Mittagszeit werden also alle darüber informiert, dass es schon hell ist, um ab dem Mittag dann zu dem weniger gebräuchlichen tünaydın überzugehen. Dabei wird fast der Eindruck erweckt, als hätte sich jemand diesen Gruß ausgedacht, weil es keinen speziellen für den Nachmittag gibt. Denn tün ist das veraltete Wort für Nacht, das nicht mehr benutzt wird. Aber was genau soll „die Nacht ist hell“ bedeuten? Alternativ gibt es das geläufigere iyi günler („guten Tag“), das ab dem Mittag den ganzen Tag über verwendet werden kann. Und ab etwa 17/18 Uhr (oder spätestens, wenn es anfängt zu dämmern), wünscht man sich mit iyi akşamlar dann einen guten Abend. Beide Ausdrücke, sowohl iyi günler als auch iyi akşamlar, werden übrigens nicht nur zur Begrüßung, sondern auch zur Verabschiedung verwendet. Ein guter Trick, die Verabschiedungskonventionen zu umgehen, sollte man noch nicht so vertraut mit ihnen sein.

Unter Freunden

Unter Altersgenossen und guten Freunden ist selam („Gruß“) die geläufigste Art, sich zu grüßen, meistens gefolgt von der Frage Ne haber? beziehungsweise kurz N’aber?. Sie entspricht dem deutschen „Wie läuft’s?“ und bedeutet wörtlich „Welche Nachricht?“. Als Antwort folgt kurz İyilik, senden? („Gut, und bei dir?“). Alternative Antworten wären bei einem monotoneren Gemütszustand Ne olsun? („Was soll sein?“), İyi diyelim iyi olalım („Lass uns gut sagen, damit es uns gut geht“) oder das bildhaftere Aynı tas aynı hamam („Gleiche Schale, gleicher Hamam“). Als Erklärung für letzteres sollte erwähnt werden, dass man in einem türkischen Hamam meistens in einem Marmorbecken heißes mit kaltem Wasser mischt und es anschließend mit einer Schale schöpft, um es über sich zu gießen. Die deutsche Entsprechung zu Aynı tas aynı hamam wäre das weniger bildhafte „Alles beim Alten“ oder „Alles wie immer“.

In der muslimischen Welt

Unter Gläubigen hört man auch häufig den Gruß Selâmün aleyküm, eine Adaptierung des arabischen As-salāmu alaykum („Der Frieden auf Euch“), der in der gesamten muslimischen Welt verbreitet ist. Die Antwort darauf lautet (ve) aleykümü’s-selam, abgeleitet von dem arabischen wa-alaikum us-salām („Und auf Euch der Frieden“). Ob gläubig oder nicht, wird man so begrüßt, ist es angemessen, mit der entsprechenden Antwort zu reagieren. Wie viele andere Wörter und Ausdrücke, zum Beispiel inşallah („hoffentlich“) haben sich solche Grußformeln in der türkischen Alltagssprache verfestigt, und selten wird dabei noch an die religiöse Konnotation gedacht.

Für Besucher und Gäste

Besuch, ob zu Hause oder im Arbeitskontext, wird in der Türkei gern und häufig empfangen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die angebrachte Begrüßung von Gästen zu kennen. Handelt es sich um eine Person, die man duzt, verwendet man hoş geldin. Sind es mehrere Personen oder eine, die man siezt, sagt man hoş geldiniz. Beide entsprechen dem deutschen „Herzlich willkommen“. Genauso wichtig wie die Begrüßung selbst ist die Antwort darauf. Sie lautet immer hoş bulduk. Es gibt keine wirkliche Entsprechung dafür im Deutschen. Wörtlich bedeutet es in etwa „Schön haben wir es gefunden“.

Menschen bei der Arbeit

Eine weitere Besonderheit im Türkischen ist der Wunsch Kolay gelsin! („Es soll leicht fallen!“), wenn man auf eine Person trifft (ob bekannt oder unbekannt), die gerade mit etwas beschäftigt ist. Das kann eine Putzkraft im Büro oder eine Verkaufsperson am Tresen sein. Man kann ihn auch mit anderen Grußformeln kombinieren, zum Beispiel Günyadın. Kolay gelsin! Aber in jedem Fall sollte man der Person wünschen, dass ihr die Arbeit leicht falle. Dieser Wunsch ist auch als Abschiedsgruß durchaus geläufig.

Dann allen, die jetzt weiter Türkisch lernen wollen: Kolay gelsin!

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