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Rassistische Sprache: 11 englische Ausdrücke mit problematischer Vergangenheit

Es kann gut sein, dass du mindestens einen dieser Begriffe schon oft verwendet hast, ohne seine problematische Vergangenheit zu kennen.
Artikel Von Dylan Lyons
Rassistische Sprache: 11 englische Ausdrücke mit problematischer Vergangenheit

Triggerwarnung: Dieser Artikel enthält rassistische Sprache.

Es ist keine schöne Erfahrung, wenn man erfährt, dass ein gängiges Wort oder ein Satz, den man seit Jahren verwendet, in Wirklichkeit rassistisch, sexistisch oder homophob ist. Je genauer man sucht, desto mehr Wörter oder Redewendungen mit problematischen Wurzeln wird man finden.

Die englische Sprache hat sicherlich ihren Anteil an rassistischen Wörtern und Ausdrücken, aber sie hat auch eine verblüffende Anzahl von Synonymen und alternativen Möglichkeiten, etwas zu sagen. Glücklicherweise ist es dadurch ziemlich einfach, rassistische Sprache gegen eine harmlose Alternative auszutauschen.

Diese Liste enthält eine Handvoll historisch rassistischer Wörter und Ausdrücke – wir haben uns für die am häufigsten verwendeten und in einigen Fällen auch überraschendsten Beispiele entschieden. Nach jedem Eintrag findest du alternative Wörter oder Ausdrücke, die du stattdessen verwenden kannst.

Rassistische Sprache: 11 gängige Wörter und Ausdrücke

1. Gypped/Jipped

Bedeutung

  • Betrogen, geschwindelt
  • Beispiel: That guy gypped me. („Der Typ hat mich über’s Ohr gehauen.”); What a gyp. („Was für ein Schwindel.”)

Hintergrund

Gypped (manchmal auch jipped geschrieben) stammt von dem Wort Gypsy ab, einer abwertenden Bezeichnung für das Volk der Roma. Die Roma stammen ursprünglich aus Nordindien und sind im Laufe der letzten 1500 Jahre in die ganze Welt, insbesondere nach Europa, eingewandert. Sie waren im Laufe der Geschichte mit zahlreichen Verfolgungen und Diskriminierungen konfrontiert, darunter eine Vielzahl unbegründeter Anschuldigungen wegen Diebstahls und Kindesentführung. Es entstand das Klischee, Roma seien Diebe, was zur Verwendung des Begriffs gypped führte.

Sag stattdessen: ripped off, cheated

Rassistische Sprache: 2. Off The Reservation

Bedeutung

  • Von dem abweichen, was erwartet wird oder üblich ist; eigen; im Alleingang
  • Beispiel: These people, they’re just a bit off the reservation. („Diese Leute, die sind einfach etwas eigen.”)

Hintergrund

In den 1800er Jahren vertrieb die Bundesregierung die amerikanischen Ureinwohnenden gewaltsam von ihrem Land und ließ sie in ausgewiesenen Reservaten leben. Der Ausdruck off the reservation wurde in der Regierungskorrespondenz verwendet, um darüber zu berichten, ob die amerikanischen Ureinwohnenden die Anweisung befolgten, in den ihnen zugewiesenen Wohngebieten zu bleiben. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff zur Beschreibung von Personen verwendet, die sich außerhalb des erwarteten Rahmens bewegen, insbesondere in politischen Situationen.

Sag stattdessen: went rogue

3. Sold Down The River

Bedeutung

  • Verraten; ans Messer geliefert
  • Beispiel: She just sold you down the river. („Sie hat dich gerade ans Messer geliefert.”)

Hintergrund

Was rassistische Sprache angeht, so ist dieser Ausdruck ziemlich offensichtlich problematisch, wenn man darüber nachdenkt. Es ist eine Anspielung auf Sklaven, die buchstäblich „den Fluss hinunter” (den Mississippi oder den Ohio) von einem Sklavenhandelsplatz an ein anderes Ufer verkauft wurden, wo sie dann zu einer Plantage transportiert wurden.

Sag stattdessen: betrayed, thrown under the bus

4. Peanut Gallery

Bedeutung

  • Eine Gruppe von Leuten, die jemanden wegen unbedeutender Dinge kritisieren oder auslachen; die billigen Plätze in einem Theater
  • Beispiel: Enough from the peanut gallery! („Ruhe auf den billigen Plätzen!”)

Hintergrund

In der Vaudeville Ära des 19. Jahrhunderts war die Peanut Gallery der billigste Sitzplatz (mit der schlechtesten Aussicht). Bei diesen Shows wurden Erdnüsse verkauft, und manchmal warfen die Leute, die auf den billigeren Plätzen saßen, Erdnüsse auf die Personen auf der Bühne. Oft war die Peanut Gallery hauptsächlich von schwarzen Theaterbesuchenden besetzt. Der Begriff ist somit nicht nur rassistisch, sondern auch klassistisch, denn er suggeriert, dass diejenigen, die auf den billigsten Plätzen saßen, schlecht informiert waren und ungerechtfertigte Kritik äußerten. Auch das Vaudeville selbst hatte einige rassistische Elemente – es entwickelte sich aus Minstrel-Shows und zeigte oft Karikaturen von Schwarzen, die von weißen Schauspielenden in schwarzer Maske dargestellt wurden.

Sag stattdessen: hecklers

5. Spirit Animal

Bedeutung

  • Ein Tier, eine Person oder ein Objekt, mit dem man sich stark identifiziert
  • Beispiel: Ted Mosby is my spirit animal. („Ted Mosby ist mein Krafttier.”)

Hintergrund

Die Verwendung des Begriffs spirit animal für etwas, das man liebt oder mit dem man sich identifiziert, ist eine Form der kulturellen Aneignung, die seine wahre Bedeutung herabsetzt. Einige indianische Stämme glauben an „Geisttiere” oder „Totems”, d. h. an Geister, die sie auf einer Reise oder in ihrem Leben im Allgemeinen begleiten und beschützen. Viele Menschen, die keine amerikanischen Ureinwohnenden sind und in der Regel nichts über diese spirituelle Tradition wissen, nutzen diesen Begriff, um Menschen, Tiere und Gegenstände als ihre spirit animals zu bezeichnen. Diese werden oft durch ein Online-Quiz oder allgemeinem Interesse an dem jeweiligen Tier, Mensch oder Gegenstand ermittelt.

Sag stattdessen: Patronus (aus „Harry Potter”), familiar (aus der europäischen Folklore)

6. Uppity

Bedeutung

  • Arrogant, selbstherrlich, aufmüpfig, dreist
  • Beispiel: When did you get so uppity? („Seit wann bist du so dreist?”)

Hintergrund

Obwohl der Begriff eigentlich recht neutral ist – er wurde erstmals 1880 in der Onkel Remus-Sammlung afrikanisch-amerikanischer Volksmärchen verwendet – hat sich uppity im Laufe der Jahre zu einem rassistischen Begriff entwickelt. Weiße Südstaatler:innen benutzten uppity im Laufe der modernen Geschichte, um Schwarze zu bezeichnen, die gegen ihre Hierarchie- und Ehren-Erwartungen verstießen oder sich ihrer Ansicht nach ihres Platzes (in der Gesellschaft) nicht bewusst sind. In diesen Situationen folgte auf uppity gewöhnlich das N-Wort. Selbst in jüngster Zeit wurde das Wort von Konservativen verwendet, die den ehemaligen Präsidenten Obama und seine Frau Michelle Obama als uppity bezeichneten.

Sag stattdessen: arrogant, conceited

Rassistische Sprache: 7. Hip Hip Hooray!

Bedeutung

  • Ein Glückwunschruf
  • Beispiel: Best regards and a big hip-hip-hurray to the birthday girl! („Die besten Wünsche und ein lautes hipp hipp Hurra für das Geburtstagskind!”)

Hintergrund

Die Geschichte dieses Begriffs ist etwas verworren, aber man nimmt an, dass er von dem antisemitischen Ruf „Hep hep!” abstammt. Dies war ein Aufruf zum Angriff auf jüdische Menschen in und um den Deutschen Bund im Jahr 1819, die später als „Hep-Hep-Unruhen” bekannt wurden. Irgendwann wurde aus hep hephip hip“, und am Ende wurde hooray angefügt, als Jubel zum Schlachtruf.

Sag stattdessen: Hooray! (nur der „hip hip“-Teil ist problematisch), Yay!

8. Eenie Meenie Miney Mo

Bedeutung

  • Kinderreim
  • Oft verwendet, um eine “zufällige” Auswahl zu treffen
  • Beispiel: I even played Eenie Meenie Miney Mo. („Ich habe sogar Ene Mene Muh gespielt.”)

Hintergrund

Die frühesten Ursprünge sind unklar, aber dieser Reim war in den Tagen der Sklaverei in den Vereinigten Staaten sehr bekannt. Vielleicht kennst du die englische Version „Eenie meenie miney mo / Catch a tiger by the toe“, aber in einer früheren Version des Liedes wurde das N-Wort anstelle von tiger verwendet. Man nimmt an, dass dies gesungen wurde, um zu beschreiben, was Sklavenhaltende tun würden, wenn sie eine ausreißende Person fangen würden.

Sag stattdessen: Wirf eine Münze oder frag einen Freund. Triff einfach eine Entscheidung, ohne zu singen!

9. Long Time, No See

Bedeutung

  • Ich habe dich eine Weile nicht gesehen.
  • Beispiel: Uncle Robert, long time no see. („Lange nicht gesehen, Onkel Robert.”)

Hintergrund

Es gibt zwei glaubwürdige Theorien darüber, woher diese Redewendung stammt, und beide könnten sehr wohl wahr sein. Die eine besagt, dass Mitglieder der britischen und amerikanischen Marine den Ausdruck bei ihren Begegnungen mit Chines:innen, die Pidgin-Englisch sprechen, aufgeschnappt haben. Die andere Theorie besagt, dass long time, no see von den Ureinwohnenden Amerikas stammt, deren Englisch wie aus alten Westernromanen beschrieben wird. Welche Theorie auch wahr ist, der Satz kann als Nachahmung der Versuche von Nicht-Muttersprechenden Englisch zu sprechen, gesehen werden und ist deshalb diskriminierend. Das Gleiche gilt für eine andere gängige rassistische Phrase: No can do („Geht nicht”).

Sag stattdessen: It’s been a while, I haven’t seen you in ages

10. Grandfathered In

Bedeutung

  • Wenn Menschen oder Unternehmen weiterhin eine bestehende Regelung befolgen dürfen, auch wenn neue Regeln eingeführt werden.
  • Beispiel: Except you, you’ve been grandfathered in. („Außer du, bei dir gilt die Neuregelung nicht.”)

Hintergrund

Nach der Verabschiedung der 15. Gesetzesnovelle im Jahr 1870, die schwarzen Amerikaner:innen das Wahlrecht einräumte, führten eine Reihe von Bundesstaaten Wahlsteuern und Alphabetisierungstests ein, um das Wahlrecht für Schwarze zu erschweren. Auf diese Weise wollte man das inzwischen illegale Wahlrecht für Schwarze umgehen. Mehrere Staaten erließen ein Gesetz, das als grandfather clause („Großvaterklausel”) bekannt wurde. Dieses besagte, dass man die Tests nicht ablegen oder die Wahlsteuer nicht zahlen musste, wenn man bereits vor der Verabschiedung dieser Gesetzesnovelle wählen konnte oder direkter Nachkomme einer wählenden Person war. Mit anderen Worten: Wer weiß war, war grandfathered in und hatte das Recht, ohne diese Komplikationen zu wählen.

Sag stattdessen: exempted, excused, legacied in

Rassistische Sprache: 11. Moron

Bedeutung

  • Eine dumme Person, Dummkopf
  • Beispiel: You’ve always been kind of a moron. („Du warst schon immer irgendwie ein Idiot.”)

Hintergrund

Dieses Wort wurde ursprünglich von dem Eugeniker und Psychologen Henry H. Goddard geprägt, der damit Menschen bezeichnete, die er als wenig intelligent und verhaltensauffällig einstufte. In der Eugenik ging es darum, Menschen mit „erwünschten” Merkmalen durch Züchtung zu schaffen und Menschen mit „unerwünschten” Merkmalen an der Fortpflanzung zu hindern. Goddard machte es sich zur Aufgabe, dafür zu sorgen, dass „schwachsinnige Idioten” nicht in die Vereinigten Staaten einwanderten, und sandte seine Mitarbeitenden aus, um die „Intelligenz” der Menschen zu beurteilen, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Ellis Island kamen. Etwa 40 Prozent der ungarischen, italienischen und jüdischen Einwandernden wurden 1913 als „Schwachköpfe” eingestuft und deportiert.

Sag stattdessen: fool, doofus, nitwit

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Dylan Lyons
Dylan ist Senior Content Producer für Babbel in den USA. Er studierte Journalismus am Ithaca College und war später für den Social Media Auftritt der CBS Evening News verantwortlich. Er interessiert sich für Podcasts, Hundewelpen, Politik, Alliterationen, Lesen, Schreiben und Desserts. Dylan lebt in New York City.
Dylan ist Senior Content Producer für Babbel in den USA. Er studierte Journalismus am Ithaca College und war später für den Social Media Auftritt der CBS Evening News verantwortlich. Er interessiert sich für Podcasts, Hundewelpen, Politik, Alliterationen, Lesen, Schreiben und Desserts. Dylan lebt in New York City.

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