Porträt: Hans aus der Schweiz – ein internationales Leben voller Sprachen

Neues aus der Serie unserer Babbel-Nutzer-Porträts – wir stellen Auszüge aus dem Leben unserer Nutzer vor und ihre Erfahrungen mit dem Sprachenlernen. 
Artikel Von Babbel
27/04/2016
Porträt: Hans aus der Schweiz – ein internationales Leben voller Sprachen

Diesmal stellen wir euch Hans aus der Schweiz vor. Er ist nicht nur leidenschaftlicher Sprachenlerner, sondern auch Linguist, Organist, Marketingexperte sowie Datenbanken- und Webseiten-Entwickler und mittlerweile 69 Jahre alt. Hier erzählt er aus seinem spannenden Leben: über seine Muttersprache Rätoromanisch, seine Liebe zu anderen Kulturen, wie ihm seine Sprachkenntnisse vor Jahren zu seinem Traumjob verholfen haben und warum er mit Schwedisch und Walisisch momentan gleich zwei weitere Sprachen lernt.


In Graubünden, im Südosten der Schweiz, wo ich geboren und aufgewachsen bin, wird Rätoromanisch gesprochen. Das ist meine Muttersprache und bis zur vierten Klasse wurde ich in der Schule ausschließlich auf Rätoromanisch unterrichtet. Aber da mein Vater deutschsprachig war, habe ich eigentlich von klein auf beide Sprachen gelernt. Rätoromanisch wird von etwa 40.000 bis 50.000 Menschen gesprochen, das sind nur ca. 0,5 % der Schweizer Bevölkerung.
Wenn man mit einer extremen Minoritätensprache als Muttersprache aufwächst, hat man keine große Wahl, als zumindest eine weitere Sprache zu lernen. Vielleicht war ich auch deswegen schon immer ein Sprachenfan und fasziniert von anderen Ländern und Kulturen. Ich habe mich schon früh nach Aufenthalten im Ausland gesehnt und entsprechende Gelegenheiten, die mir das Leben geboten hat, immer wahrgenommen.
Nach dem Schulabschluss entschied ich mich, in Zürich Sprachen zu studieren, zunächst  Englisch und Romanistik. Man konnte mich jedoch nicht unbedingt als geradlinigen Studenten bezeichnen, sondern mehr als Abenteurer mit großer Lust aufs Leben – und auf andere Länder. Während meines Studiums verbrachte ich daher mehrere längere Aufenthalte in Großbritannien und begann in dieser Zeit unter anderem, als freier Englisch-Übersetzer für einen Schweizer Patentanwalt zu arbeiten. Nachdem ich mich entschieden hatte, Spanisch als Hauptfach zu belegen, verbrachte ich ein Auslandssemester in Spanien – das ich erst deutlich ausdehnte, um dann letztendlich mein Studium doch abzubrechen. Aber ich hatte mich in Spanien verliebt und wollte gern längere Zeit dort verbringen. Zunächst lebte ich auf dem Festland und später einige Jahre auf Mallorca, wo ich, gemeinsam mit einem Freund, die Künstlerbar „La Bohemia“ eröffnete. In dieser Bar habe ich auch meine Frau Maribel kennengelernt, mit der ich jetzt seit über dreißig Jahren verheiratet bin.
Zurück in der Schweiz arbeitete ich zunächst zehn Jahre bei einer amerikanischen Börsenfirma – bis ich diesen Job leider verlor. Doch dieses Ereignis stellte sich im Nachhinein als ein großes Glück für mich heraus. Denn nach fast einem Jahr Arbeitslosigkeit und mit Mitte vierzig habe ich schließlich meinen Traumberuf gefunden – und das habe ich allein meinen Sprachkenntnissen zu verdanken. Ich bekam die Chance, als Manager of International Business Relations für Technology for the People zu arbeiten, eine (nicht mehr existierende) Genfer Nichtregierungsorganisation mit Mandat der Schweizer Regierung. Sie suchten damals einen mehrsprachigen Mitarbeiter, was mein großes Glück war. Meine Freunde und Familie waren sprachlos, schließlich hatte ich keinen Universitätsabschluss – und ich überglücklich. Meine Aufgabe war die Vermittlung von Geschäftskooperationen zwischen europäischen und asiatischen Unternehmen, eine spannende, internationale Tätigkeit mit Verantwortung und vielen persönlichen Kontakten. In dieser Zeit habe ich auch Chinesisch gelernt – bisher die größte sprachliche Herausforderung für mich. Aber aufgrund dieser Kenntnisse konnte ich schließlich jahrelang als Delegierter für das chinesische Aussenwirtschaftsministerium arbeiten.
Nach dieser spannenden internationalen Aktivität habe ich im französischsprachigen Teil der Schweiz – in Genf und Montreux – fast zehn Jahre lang an internationalen Instituten Informatik unterrichtet, auf Englisch, für Studenten aus aller Welt. Im Ruhestand habe ich mir 2013 dann einen weiteren Traum erfüllt und meine Orgelprüfung abgelegt. Nachdem die Musik mein Leben lang mein Hobby war, arbeite ich nun mit Begeisterung als Organist, etwa auf Hochzeiten. Beruflich und privat begleiten mich meine Leidenschaften Musik, Sprachen und ferne Kulturen so durch mein ganzes Leben.
Heute spreche ich insgesamt acht Sprachen: Rätoromanisch, Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch auf muttersprachlichem Niveau sowie Italienisch, Katalanisch und Chinesisch. Trotzdem lerne ich derzeit parallel zwei weitere Sprachen: Walisisch und Schwedisch. Ich habe vor ungefähr 40 Jahren an der Universität Zürich ein paar Jahre lang Schwedisch gelernt. Jetzt bin ich dabei, mit Babbel diese Kenntnisse wieder aufzufrischen, was mir sehr großen Spaß macht. Walisisch habe ich 1971 kennengelernt, als ich in einem gemieteten Mini Cooper in ganz Wales herumgereist bin. Mein Interesse an dem Land und an der Sprache sind immer geblieben.
Ich liebe alles am Sprachenlernen: Die Melodien, die Strukturen, die Redewendungen, das Schreiben. Das abenteuerliche Gefühl bei den ersten Sprechversuchen. Sprachen bereichern nicht nur das Leben und schaffen Verbindungen zu anderen Kulturen, sie helfen auch, den Geist fit und lebendig zu halten.
 

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Babbel
Hinter der Sprachlern-App Babbel stecken 750 Menschen aus 50 Ländern, die eines gemeinsam haben: ihre Leidenschaft für Sprachen. Mehr als 150 Sprachlernexpert*innen haben qualitativ hochwertige, aufeinander aufbauende Kurse für 93 Sprachkombinationen erarbeitet. Daher ist es kein Wunder, dass Focus Money im Deutschland Test 2018 Babbel erneut als beste Sprachlern-App ausgezeichnet hat.
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