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11 Lerntipps von 11 Fremdsprachen – ein italienischer Sprachlern-Experte gibt Rat

Dieser Artikel ist für alle, die davon träumen, mehrere Sprachen zu lernen: Tu es einfach! Luca Lampariello erklärt, wie er Motivation für das Sprachenlernen findet und wie er bis jetzt schon 11 Fremdsprachen gelernt hat.
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11 Lerntipps von 11 Fremdsprachen – ein italienischer Sprachlern-Experte gibt Rat

Mein Name ist Luca Lampariello. Ich spreche elf Fremdsprachen und bin mit dem Lernen noch lange nicht fertig. Heute möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, wie man Motivation für das Sprachenlernen finden und weiterverfolgen kann.

Beim Sprachenlernen geht es nicht um Bücherstapel und stundenlanges Lernen. Es geht darum, zu wundervollen Orten zu reisen, inspirierende Menschen zu treffen, köstliches Essen zu genießen und sich auf eine Reise der Selbstfindung zu begeben. Meine Motivation kommt von den Erfahrungen, die ich gesammelt habe; Erfahrungen, die verschiedene Sprachen ermöglicht haben.

Englisch

Lektion: Es ist gut, Hilfe beim Sprachenlernen zu haben – versuche, einen Ratgeber statt einen Lehrer zu finden.

Meine erste Fremdsprache, Englisch, war für mich erst mal nur ein Pflichtfach in der Schule: Ich mochte meine Lehrerin nicht, Grammatikregeln verwirrten mich und das Lernmaterial war monoton. Dann kam meine Nachhilfelehrerin. Sie war einfach wundervoll. Sie half mir dabei, die englische Sprache zu entdecken und nicht nur stur zu lernen: Ich fing an, viele englische Bücher zu lesen. Als mir meine Tante dann auch noch The Hardy Boys als Geburtstagsgeschenk mitbrachte, gab es kein Zurück. Die Kombination aus täglicher Lektüre, Filmen und dem regelmäßigen Gespräch mit meiner Nachhilfelehrerin wirkte wahre Wunder. Als ich 15 war, sprach ich fließend Englisch.

Französisch

Lektion: Sprache öffnet die Tür zu einer Welt, die es wert ist, erkundet zu werden. Lass los und erlaube dir, dich zu verlieben – in eine Sprache, ein Land, eine Person oder sogar in das Essen.

Französisch habe ich vor allem durch französisches Fernsehen gelernt: Entspannt fernzusehen bewirkte deutlich mehr als trockener Französischunterricht in der Schule. Als ich 15 war, sprach ich fließend Französisch. Später bin ich dann nach Paris gezogen. Das hat mir ermöglicht, wertvolle Einblicke in die französische Kultur zu erhaschen, Witze und kulturelle Anspielungen zu verstehen und einen Respekt für den französischen Stolz auf ihre Sprache zu entwickeln.

Deutsch

Lektion: Eine universelle Methode, Sprachen zu lernen, gibt es nicht. Experimentiere und finde etwas, das zu dir passt.

Deutsch war die erste Sprache, die ich völlig eigenständig gelernt habe. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es anpacken sollte. Nachdem ich einige Monate verstaubte Grammatikbücher aus dem Bücherregal meiner Großmutter durchwälzt hatte, verlor ich den Mut. Meine Rettung war ein multimediales Sprachenmagazin, mit dem man eigenständig lernen konnte. Ich entwickelte eine eigene Methode zum Sprachenlernen, die sich für mich natürlich anfühlte. Nach eineinhalb Jahren Deutschlernen traf ich auf Reisen ein paar Deutsche. Ihre begeisterte Reaktion („Warum kannst du so gut Deutsch?!“) entfachte meine Leidenschaft für Deutsch endgültig. Die Sprache ist inzwischen ein fester Teil meines Lebens.

Spanisch

Lektion: Wenn die Lernsprache deiner Muttersprache ähnelt, dann sprich einfach drauflos. Es ist einfacher, als du denkst.

Ein Mythos in Italien ist, dass Spanisch sehr einfach ist: Sprich einfach Italienisch und hänge ein „s“ an jedes Wort. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber trotzdem lassen sich in der Sprachstruktur viele Gemeinsamkeiten erkennen. 2007 habe ich einen Austausch in Barcelona gemacht und mit einem quirligen spanischen Mädchen aus Malaga zusammengewohnt. Die Sprache hat einfach abgefärbt.

Niederländisch

Lektion: „Nutzlose Sprachen“ gibt es nicht. Irgendwann werden sie sich als nützlich erweisen, also lass dir nicht von anderen vorschreiben, was du lernen sollst.

Als ich mit Niederländisch angefangen habe, beharrten viele Leute darauf, dass es eine vollkommen sinnlose Lernsprache sei – „die sprechen schließlich alle Englisch!“ Ich lernte trotzdem weiter. Ich wusste, dass ich die Sprache früher oder später verwenden würde, und dieser Glaube hat sich bestätigt: Jetzt spreche ich täglich Niederländisch mit meinem Mitbewohner!

Schwedisch

Lektion: Wenn eine Sprache eine Eigenheit hat, dann konzentriere dich von Anfang an auf sie und verfalle nicht in schlechte Gewohnheiten.

Schwedisch klingt für mich unglaublich musikalisch, auch wenn ich die eigentümliche Betonung anfangs schwer greifbar fand. Als ich dann zum ersten Mal Stockholm besuchte, war ich sofort von der schwedischen Kultur begeistert. Ich fing an, es regelmäßig zu sprechen und die Aussprache zu üben. Und das Beste? Wenn du Schwedisch kannst, werden dich die meisten anderen Skandinavier auch verstehen!

Russisch

Lektion: Wenn du darüber nachdenkst, eine Sprache aufzugeben, such dir etwas, was deine Freude am Lernen wieder entfacht: Besuch einen Kochkurs, triff dich mit jemandem oder mach ein YouTube-Video …

Russisch war wundervoll exotisch für mich: reich, elegant und faszinierend in seiner Komplexität. Der Haken: Auf Russisch zu denken ist, wie mit jedem Satz eine Knobelaufgabe zu lösen. Es ging für mich schwer voran und ich gab die Sprache vorläufig auf. Dann postete ich ein YouTube-Video, in dem ich Russisch spreche. Die unfassbar positiven Reaktionen hauten mich vom Hocker – Russen glauben, dass ihre Sprache schwer und unzugänglich ist. Wenn also jemand ein paar vollständige Sätze sprechen kann, explodieren sie vor Freude. Mit diesem Aufwind habe ich angefangen, mich der Sprache wieder regelmäßig zu widmen und fand so – langsam, aber sicher – den Weg durch das russische Grammatiklabyrinth.

Portugiesisch

Lektion: Du kannst zwei Sprachen gleichzeitig lernen – wenn du dir deine Zeit und Energie gut einteilst.

Ich habe Portugiesisch und Mandarin zur selben Zeit gelernt. Dafür legte ich mir zunächst klare Richtlinien fest. Durch die Sprachverwandtschaft ist Portugiesisch für Italiener recht einfach und ich konzentrierte mich hauptsächlich auf die Aussprache, die sehr knifflig sein kann. Weil ich genau wusste, wo ich für welche Sprache Schwerpunkte setzen muss, ging das Lernen gut voran.

Mandarin-Chinesisch

Lektion: Lass dich von dem Ruf einer Sprache nicht einschüchtern.

Ich hatte gehört, dass Chinesisch unglaublich schwer ist. Und tatsächlich stand ich beim Lernen ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Ist es also unmöglich, Chinesisch ohne Lehrer zu lernen? Absolut nicht. Wenn du begriffen hast, wie du mit den Tönen und chinesischen Schriftzeichen umgehen musst, ist Mandarin nicht schwerer als andere Sprachen – das Gefühl, es zu sprechen, ist allerdings unvergleichbar. Du kommst mit einer unglaublichen Kultur in Kontakt und Chinesen sind oft angenehm überrascht, wenn du ihre Sprache sprichst.

Polnisch

Lektion: Reisen ist eine perfekte Motivation für das Sprachenlernen.

Durch meine Reisen nach Polen habe ich mich in das Land und seine Menschen verliebt. Ich lernte die Sprache dadurch, dass ich einen Text erst ins Polnische und dann zurückübersetze, und organisierte einen wöchentlichen Austausch mit Michal, einem polnischen Bekannten. Nach einem Jahr sprach ich relativ flüssig Polnisch und machte zusammen mit Michal ein YouTube-Video. Das Video blieb nicht unbeachtet. Ein Journalist interviewte mich für ein Magazin und ein Jahr später hatte ich einen Auftritt im polnischen Fernsehen – eine bessere Motivation gibt es kaum!

Japanisch

Lektion: Manche Sprachen haben komplett neue Eigenschaften. Sei also flexibel und pass deine Lernmethode der Sprache an.

Als ich anfing, Japanisch zu lernen, hätte ich nie gedacht, dass es so schwer werden würde. Ich konnte anfangs nicht einmal einen einfachen Satz formulieren, weil die japanische Satzstruktur so anders für mich war. Ganz gelöst habe ich dieses Problem noch nicht, aber ich bin sicher, dass ich es schaffen werde. Ich muss nur meine Herangehensweise anpassen und die neue Sprache leben.

Fazit

Sprachen zu lernen ist ein wirklich aufregendes Gefühl und eine tolle Erfahrung. Wie ich es geschafft habe? Indem ich rausgegangen bin und gelebt habe, anstatt zu Hause ausdruckslos auf Verbtabellen zu starren und Grammatikregeln zu büffeln! Sprachen zu sprechen sollte ein Akt der Liebe zu dir selbst und anderen sein, mit dem du sowohl die erstaunliche Vielfalt der menschlichen Natur als auch verschiedene Facetten deiner Persönlichkeit entdecken kannst. Allen, die mich fragen, warum ich so viele Sprachen lerne, kann ich nur sagen: Ich lebe nicht, um Sprachen zu lernen, ich lerne Sprachen, um besser zu leben.

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