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Australisches Englisch: Slang, Akzent und Ausdrücke

Australisches Englisch verstehen: Lerne australischen Slang, typische Begrüßungen, den australischen Akzent und Unterschiede zu Neuseeland kennen.

Von Meredith Eriksson

Wer in Australien landet und glaubt, mit Schulenglisch sei alles erledigt, bekommt ziemlich schnell eine sprachliche Überraschung serviert. Natürlich wird in australisches Englisch gesprochen. Aber eben nicht irgendein Englisch. Australisches Englisch hat seinen eigenen Sound, seine eigenen Abkürzungen, seinen eigenen Humor und die Leute haben eine erstaunliche Lust daran, Wörter so lange zu kürzen, bis sie kaum noch wiederzuerkennen sind.

In diesem Artikel geht es darum, wie australisches Englisch klingt, welche Wörter und Redewendungen du kennen solltest und warum der australische Akzent für viele so charmant, aber manchmal auch ganz schön herausfordernd ist. Und weil die Frage oft gleich mitkommt, werfen wir am Ende auch einen Blick nach Neuseeland: Wie unterscheidet sich das Englisch der Kiwis vom Englisch der Aussies?

Welche Sprache spricht man in Australien?

In Australien ist Englisch die dominante Alltagssprache. Genauer gesagt: australisches Englisch, also eine eigene Variante des Englischen mit charakteristischer Aussprache, eigenen Begriffen und viel Slang. 

Wichtig dabei: Australien ist sprachlich viel vielfältiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Neben Englisch werden in australischen Haushalten zahlreiche weitere Sprachen gesprochen. Dazu kommen die Sprachen der Aboriginal and Torres Strait Islander Peoples, von denen viele stark bedroht sind. Wenn wir also von „australischem Englisch“ sprechen, meinen wir nicht die einzige Sprache des Landes, sondern die Variante des Englischen, die den öffentlichen Alltag, Medien, Schule, Beruf und Popkultur prägt.

Was macht australisches Englisch so besonders?

Australisches Englisch ist eng mit britischem Englisch verwandt, hat sich aber über die Zeit deutlich eigenständig entwickelt. Das hört man am Akzent, sieht man am Wortschatz und spürt man am Ton.

  • Australier:innen kürzen extrem gern ab.

  • Viele Begriffe klingen informell, selbst wenn sie im Alltag völlig normal sind.

  • Der Ton ist oft locker, direkt und humorvoll.

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Australischer Akzent: Warum klingt er so anders?

Der australische Akzent ist für viele deutschsprachige Lernende zunächst ungewohnt. Er liegt irgendwo zwischen britischem Englisch, eigener Lautentwicklung und sehr lässiger Aussprache. Besonders auffällig sind die Vokale: Manche Laute werden breiter oder verschobener ausgesprochen, wodurch Wörter anders klingen, als man sie aus britischem oder amerikanischem Englisch kennt.

Für Lernende ist aber vor allem eines wichtig: Keine Panik. Man muss den australischen Akzent nicht perfekt imitieren. Viel hilfreicher ist es, typische Muster zu erkennen und ein Ohr für Rhythmus, Vokale und Slang zu entwickeln. Denn oft ist nicht der einzelne Laut das Problem, sondern die Kombination aus Akzent und Abkürzung.

Australische Begrüßung: Von G’day bis mate

Eine der bekanntesten australischen Begrüßungen ist natürlich:

G’day!

Kurz für good day, ungefähr: „Hallo!“ oder „Guten Tag!“ – allerdings viel lockerer.

Noch typischer wird es mit:

G’day, mate!

mate bedeutet „Kumpel“, „Freund“ oder ist einfach eine freundliche Anrede. Das Wort ist im australischen Englisch enorm wichtig. Man kann damit Freund:innen ansprechen, aber auch Fremde, ohne dass es gleich zu vertraulich wirken muss.

Auch sehr nützlich:

How ya going?

Das entspricht ungefähr „Wie geht’s?“ oder „Wie läuft’s?“ und ist nicht wörtlich als „Wohin gehst du?“ zu verstehen.

No worries

Vielleicht eine der australischsten Redewendungen überhaupt. Bedeutet je nach Kontext „kein Problem“, „gern geschehen“, „alles gut“ oder „mach dir keinen Kopf“.

Wer diese Ausdrücke kennt, hat schon einen ziemlich guten Einstieg in den australischen Alltag.

Tauche tiefer in die englischsprachige Kultur ein.

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Typische australische Redewendungen und Slang-Begriffe

Australisches Englisch lebt von Wendungen, die auf den ersten Blick oft rätselhaft wirken. Manche sind praktisch, manche sehr bildhaft, manche einfach herrlich übertrieben.

Praktisches für den Alltag

1. Good on ya!

Bedeutung: „super“, „gut gemacht“

Ein praktischer, weil vielseitig einsetzbarer Ausdruck, den du benutzen kannst, wenn jemand etwas gut gemacht hat. Für Bonuspunkte deiner Aussie-Freunde hänge noch mate oder love hintendran.

2. You little ripper/You little beauty

Bedeutung: „großartig“, „ausgezeichnet“, „wie cool“

Typischerweise rufen Australier diesen Ausdruck in Richtung Fernseher, wenn das Pferd, auf das sie gesetzt haben, gewinnt, oder auch in Richtung Smartphone, wenn eine Mail verkündet, dass das nervige Meeting für morgen abgesagt wurde.

3. To crack onto somebody

Bedeutung: „jemanden anmachen/angraben“, „versuchen, jemanden zu küssen“

Das hörst du für gewöhnlich im Pub oder bei barbies (barbecues – „Grillabende“), wenn dein mate sehr auffällig versucht, sich an jemanden ranzuschmeißen. Wenn sich die beiden daraufhin pash („küssen“), gilt das Vorhaben als erfolgreich. Wenn nicht …

4. Having a whinge

Bedeutung: „sich beschweren“, „jammern“

Hat deine Freundin oder dein Kumpel keinen Erfolg beim anvisierten Traumpartner, endet sie oder er wahrscheinlich mit einem alkoholischen Getränk in einer Ecke, having a whinge (oder auch: having a sook). Du kannst natürlich über alles und jeden jammern – das Wetter oder der Chef sind dabei äußerst beliebte Themen –, aber Australier sehen sich selbst eher als unbeschwerte Optimisten, daher ist dieser Ausdruck meist an die folgende Gruppe gerichtet.

5. Poms

Bedeutung: herablassender Ausdruck für eine britische Person

Ein pom, oft auch whinging pom (manchmal pommy oder pome), ist jemand aus Großbritannien. Sprachforscher:innen sind lange davon ausgegangen, dass es eine Abkürzung für Prisoner Of Mother England ist, aber das gilt mittlerweile als falsch. Wahrscheinlicher ist, dass pom sich vom Wort pomegranate („Granatapfel“) ableitet; eine Abwandlung von Jimmy Grant, was wiederum australischer Reimslang ist für: immigrant. Der Vergleich mit dem Granatapfel mag sich auf die Farbe beziehen, die britische Menschen oft annehmen, wenn sie der aggressiven australischen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

6. It’s chockers in here

Bedeutung: „es ist brechend voll hier drin“

Das vollständige Wort, von dem dieser Ausdruck abgeleitet wird, ist chockablock, was ganz klar eine Silbe zu viel ist. Der Satz „Jeez, it’s chockers in here“ ist quasi so australisch wie Fleischpastete (also sehr australisch!).

Essen und Trinken

7. Crack open a tinny

Bedeutung: „eine Dose Bier öffnen“

Australische – sorry, ‘Strayan – Ausdrücke für alles, was mit Alkohol zu tun hat, sind so zahlreich wie vielseitig. tinny ist eine Dose, stubby eine Flasche. Du wirst sie bei der australischen Hitze in einer Kühlbox aufbewahren müssen, ein esky. Natürlich kaufst du am besten gleich einen ganzen Kasten, einen slab, damit genug für alle da ist. Du bekommst alles, was du brauchst, im bottle-o die Straße runter.

Übe einfach fleißig diesen Satz: Hey mate, could you just pop down to the bottle-o and pick up a couple of slabs? And chuck one in the esky. Good on ya!

8. To chunder

Bedeutung: „sich übergeben“

Ziemlich selbsterklärend, oder? Hier ein Beispielsatz, den du in dein Strayan-Repertoire aufnehmen kannst: Jacko had a couple too many and he couldn’t quite make it to the dunny – ended up chundering all over the living room. (dunny = „Außentoilette, Plumpsklo“)

9. Barbie

Bedeutung: „Barbecue“, „Grillen“

Australische Grillabende sind mehr als nur ein Essen. Sie sind eine Lebenseinstellung. Alles Mögliche kann gegrillt werden: Garnelen, Fisch, Steaks, snags („Würstchen“), Hamburger, Kebab, Gemüsespieße … Tofu wird auch toleriert, obwohl Vegetarier in Australien eher belächelt werden. Getränke beinhalten tinnies oder stubbies nach Belieben, aber auch champers („Champagner“) und natürlich Cab-Sav („Cabernet Sauvignon“). Sie sind eben ein kultiviertes Völkchen, diese Australier.

Kurz und knackig

10. Arvo

Bedeutung: „Nachmittag“

Abgeleitet von afternoon, wie in: Saw Tommo down the pub this arvo, he must’ve been chucking a sickie. („er hat blaugemacht“)

11. Ciggie

Bedeutung: „Zigarette“

Auch als durries oder darts bekannt – mittlerweile sind sie unfassbar teuer.

12. Mozzie

Bedeutung: „Mosquito“

Ein leider unvermeidliches Problem in Australien – der passende genervte Ausruf dazu: Mate, these mozzies are killing me!

13. Brekky

Bedeutung: „Frühstück“

Natürlich abgeleitet von breakfast. Ein australisches Frühstück ist in der Regel ausgiebig und nicht gerade gesundheitsfördernd, mit Eiern, Speck, avo („Avocado“), Bohnen, Würstchen und Toast.

14. Chuck on some dacks

Bedeutung: „eine Jogginghose anziehen“

tracky dacks leitet sich ab von tracksuit pants. Sie sind bequem und eignen sich hervorragend für zu Hause. Falls du also gerade zu Hause bist und keine trägst – zieh dir eine an, du wirst es nicht bereuen!

Ganz ehrlich, du kannst im Australischen so gut wie jedes Wort abkürzen …

Beschimpfung und Kosenamen

15. Wanker

Bedeutung: „Wichser“, „Arschloch“

Ohne diese Beschimpfung wäre diese Liste nicht komplett. Am liebsten wird sie überheblichen Leuten an den Kopf geworfen, die sich für etwas Besseres halten. Die klassische Version lautet: What a wanker! Tosser kannst du dafür auch benutzen.

16. Mate

Bedeutung: „Freund“, „Kumpel“

Dieses Wort kommt zwar aus Großbritannien, ist mittlerweile aber so australisch wie Vegemite. Unzählige Bücher wurden über das faszinierende Phänomen mateship geschrieben, das weit über deinen Freundeskreis hinausgeht – du kannst gefahrlos jede und jeden, egal, welches Alter oder Geschlecht, mit Hey, mate … ansprechen.

17. Bludger

Bedeutung: „Faulpelz“

Auch ziemlich selbsterklärend, oder? Gerne wird dieses Wort erweitert zu dole bludger, um Leute zu bezeichnen, die man für sogenannte „Sozialschmarotzer“ hält.

18. Bogan

Bedeutung: „Proll“

Das britische Slangwort dazu ist chav. Ein bogan ist ein … tja, ein bogan halt. Oft sind es westies (jemand, der im Westen Australiens lebt), sie tragen tracky dacks, und von den neuesten Craft-Bieren haben sie höchstwahrscheinlich auch noch nicht wirklich was mitbekommen. Manchmal hörst du auch von cubs, eine Abkürzung für cashed up bogans. Das ist nicht sehr höflich, kann aber auch ganz liebenswert sein.

Vorsicht, liebe Touris!

19. To be pissed

Bedeutung: „betrunken sein“

Besonders für Amerikaner kann das sehr verwirrend sein, denn dort bedeutet der Ausdruck „wütend sein“. In Australien aber, und in Großbritannien auch, bedeutet es, dass man sich einen zu viel genehmigt hat. „Wütend sein“ oder „angenervt sein“ heißt to be pissed off.

20. Fanny

Bedeutung: „Vagina“

Auch das ist gerade für Amerikaner schwierig, bei denen sich das Wort eher aufs Hinterteil mit den vier Buchstaben bezieht, was zuweilen für schreiend komische Missverständnisse sorgt.

21. Thong

Bedeutung: „Flip-Flop“

In anderen englischsprachigen Ländern mag sich dieses Wort auf Stringtangas beziehen, aber in Australien bezeichnet man damit ganz unschuldig die entsprechende Fußbekleidung, die quasi zum ‘Strayan dress code gehört.

Bonusvokabeln

  • Ute – „Pick-up-Truck“

  • Sunnies – „Sonnenbrille“

  • Budgie smugglers – „Speedos“ oder eine andere offenherzige Badebekleidung

  • Brolly – „Schirm“

  • To have a bun in the oven – „einen Braten in der Röhre haben; schwanger sein“ (to be preggers)

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Warum kürzen Australier:innen so viel ab?

Eine der auffälligsten Eigenheiten im australischen Englisch ist die Liebe zu kurzen Formen. Aus journalist wird journo, aus service station wird servo, aus present wird pressie, aus university wird uni.

Das ist nicht nur Bequemlichkeit. Abkürzungen schaffen Nähe. Sie nehmen Wörtern die Förmlichkeit, machen sie alltagstauglich und passen zu einer Kultur, die sich gern direkt und unkompliziert gibt. Australisches Englisch klingt dadurch oft entspannter als andere englische Varianten, selbst wenn der Inhalt ganz normal ist.

Welche Sprache spricht man in Neuseeland?

In Neuseeland wird im Alltag überwiegend Englisch gesprochen, genauer: neuseeländisches Englisch. Gleichzeitig sind Te Reo Māori und New Zealand Sign Language offiziell anerkannte Sprachen. Wer also fragt, welche Sprache man in Neuseeland spricht, bekommt eine mehrschichtige Antwort: Englisch dominiert den Alltag, aber Māori und die neuseeländische Gebärdensprache sind für Identität, Kultur und öffentliche Sichtbarkeit zentral.

Australisches Englisch vs. Neuseeländisches Englisch

1. Aussprache der Vokale

Obwohl sich die Einwohnenden Australiens und Neuseelands für das ungeübte Ohr relativ ähnlich anhören, belegt die Forschung, dass es einen deutlichen Kontrast in der Aussprache der Vokale gibt. Menschen aus Australien sprechen die Vokale mit mehr Betonung auf dem Klang [ee] („i“), wohingegen Menschen aus Neuseeland mehr zu [u]s neigen. Ein deutliches Beispiel hierfür ist, wie die meisten Kiwis Fish and Chips aussprechen. Das klingt meistens eher nach fush and chups oder f’sh and ch’ps, wohingegen die meisten Aussies eher feesh and cheeps sagen.

2. Slang und Wortschatz

In Australien und Neuseeland werden im alltäglichen Sprachgebrauch besonders gerne Umgangssprache und Slang genutzt. Im Australischen ist es fast so, als ob es zwei Ausdrücke für alles gibt – und anscheinend ist es bei den Kiwi-Nachbar:innen ganz genauso. In Australien zum Beispiel heißt eine Kühltasche esky, in Neuseeland wiederum wird diese als chilly bin bezeichnet. 

3. Aussprache

Abgesehen von den Unterschieden in der Aussprache der Vokale gibt es aber auch Studien, die zeigen, dass diese Akzente die homogensten aller englischsprachigen Länder sind. Würde man eine Art „Hörspektrum“ der englischen Akzente visuell darstellen, bei dem sich Australisch ganz links außen und US-Amerikanisch ganz rechts außen befindet, wäre Neuseeländisch näher an der australischen und britischen Seite irgendwo in der Mitte angesiedelt.

Außerdem sind sowohl neuseeländisches als auch australisches Englisch Varianten des nicht-rhotischen Englischen. Rhotizität ist der Grad, in dem der R-Laut in einem Akzent ausgesprochen wird. Im nicht-rhotischen Englisch, oder allen nicht-rhotischen Akzenten, wird der [r]-Laut bei Wörtern, die auf R enden, weggelassen, wie bei den meisten britischen Akzenten.

Theorien über den Unterschied

Aus welchem Grund also sind diese beiden Akzente sich so ähnlich und doch auch so verschieden voneinander? Sprachforschende haben zwei Haupttheorien aufgestellt, um die Ähnlichkeiten zwischen dem australischen und dem neuseeländischen Akzent zu erklären: die Mixing Bowl-Theorie und die Single Origin-Theorie.

Anhänger der Mixing-Bowl-Theorie glauben, dass dieser neue Akzent aus der Mischung von Akzenten und Dialekten der ursprünglichen Einwanderer:innen sowohl nach Neuseeland als auch nach Australien entstanden ist. Anhänger der Single-Origin-Theorie hingegen glauben, dass Kiwis und Aussies beide von einer bestimmten Variante des britischen Englisch abstammen. Da beide Länder von ähnlichen Gruppen von Einwandernden besiedelt wurden, müssen ihre Akzente auch ähnlich sein. Dies wird jedoch weiterhin sowohl in der akademischen Welt als auch im örtlichen Pub heiß diskutiert.

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Meredith Eriksson

Meredith ist eine typische Australierin, die ihre pochierten Eier gerne mit flüssigem Kern und viel Avocado mag. Man findet sie üblicherweise am Strand, in der Nähe des Wassers oder beim Baden auf den Felsen.

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