Wer, was, wann, weshalb? Die Ergebnisse unserer Nutzerumfrage

Im Babbel-Blog machen wir kein Geheimnis aus unserer Leidenschaft für Buchstaben. Letztlich dreht sich hier bei uns alles um Wörter. Nur heute geht es um Zahlen.
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ARTIKEL VON Samuel Dowd
Wer, was, wann, weshalb? Die Ergebnisse unserer Nutzerumfrage

Ab und zu sollte man die sogenannte Komfortzone verlassen, heißt es. Deshalb haben wir uns mit einigen Zahlen beschäftigt – großen Zahlen: Wir haben unsere Nutzer gefragt, wie sie mit Babbel lernen, und 45.000 haben an der Umfrage teilgenommen (okay – 44.584, aber wer zählt schon so genau mit?).
Wir haben die Ärmel hochgekrempelt, den Staub von unseren Taschenrechnern gepustet und uns an die Arbeit gemacht. Lest hier, was wir herausgefunden haben.

Vergesst den Sprachführer

Es gibt heutzutage unzählige und für fast jeden Geldbeutel geeignete Arten zu verreisen. Andere Länder und sogar Kontinente sind oft nur wenige Flugstunden entfernt. So ist es vielleicht auch keine Überraschung, dass der Wunsch, sich auf Reisen besser verständigen zu können, häufiger als jeder andere als Motivationsgrund zum Sprachenlernen genannt wurde. Und wo lässt sich eine Lernsprache schließlich besser üben und anwenden als direkt in dem Land, in dem sie gesprochen wird?
Und das zahlt sich aus, jede Wette! Sieben von zehn geben an, dass sie in der Lernsprache eine einfache Unterhaltung führen können, nachdem sie weniger als fünf Stunden mit Babbel gelernt haben.
Einer der abenteuerlustigsten Babbel-Nutzer ist Martin Leonhardt aus Franken. Wir haben Martin letztes Jahr getroffen, als er gerade mit seinem Motorrad das brasilianische Amazonasgebiet durchquerte. „Es ist etwas ganz Besonderes für mich, fremde Kulturen kennenzulernen und auch zu leben“, erzählt er uns. „Dabei hilft es mir natürlich, wenn ich die Landessprache spreche.
Trecking Roraima Backpacker
Wanderlust ist natürlich nicht der einzige Grund fürs Sprachenlernen. Als zweitwichtigsten Grund nennen Nutzer persönliche Weiterentwicklung, dicht gefolgt von Gehirntraining. Hier sind die vollständigen Umfrageergebnisse:

Vorweg sei erwähnt, dass diese Zahlen etwas variieren, wenn weitere Faktoren berücksichtigt werden. In den USA beispielsweise lernen 13 % unserer Nutzer, um ihre Wurzeln besser zu verstehen – mehr als sechsmal so viele wie im weltweiten Durchschnitt. Das ist einleuchtend: Trotz der gängigen Vorstellung, dass „jeder English spricht“, lassen sich die Wurzeln der meisten US-Amerikaner in andere Länder zurückverfolgen – oft durch noch lebende Verwandte.
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Gewohnheitstiere?

Jetzt wissen wir, weshalb unsere Nutzer Sprachen lernen. Doch wie gehen sie dabei vor?
Wie sich herausstellt, lautet die Antwort: Wie es ihnen am besten passt. Es ist praktisch von überall auf der Welt aus möglich, täglich für ein paar Minuten eine Sprache zu lernen. So überrascht es nicht besonders, dass die Menschen dies ganz individuell in ihren Alltag integrieren.
Den durchschnittlichen Babbel-Nutzer gibt es nicht. Doch wenn wir uns welche ausdenken müssten, würden sie schätzungsweise folgendermaßen lernen:

  • mehrmals die Woche (wie 49 % der Befragten)
  • hauptsächlich abends (wie 41 %)
  • auf ihrem Computer (wie 49 %)

Sie würden ihren Zeitplan ziemlich flexibel gestalten – mehr oder weniger dann lernen, wenn ihnen danach ist (ähnlich wie 67 % der Nutzer).
Wie auch immer unsere durchschnittlichen Nutzer lernen würden: Das Wichtigste ist, dranzubleiben und regelmäßig zu üben, und wenn’s nur ein bisschen ist. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Ebenso wissen wir, dass Babbel-Nutzer die App im Durchschnitt länger als 12 Monate verwenden.
Gut gemacht, durchschnittliche Nutzer!

Alter ist bloß eine Zahl

Wie schon öfter erwähnt, haben auch ältere Menschen keine Probleme, eine neue Sprache zu lernen. Nur das Selbstbewusstsein scheint im Alter etwas abzunehmen.
80 % der unter 24-jährigen geben an, in der Lernsprache eine einfache Unterhaltung führen zu können, nachdem sie weniger als fünf Stunden mit Babbel gelernt haben. Bei den 25- bis 34-jährigen nimmt der Wert ein wenig ab und sinkt für die nachfolgenden Altersgruppen weiter. Im Alter von 75 plus liegt der Wert dann bei 61 %.
Das ist immer noch ziemlich gut, aber der Unterschied ist trotzdem beachtlich. Lerner mit etwas mehr Lebenserfahrung dürfen sich ruhig bewusst zu machen, dass Alter große Vorteile hat. Kurz gesagt: Mit den Jahren haben sie gelernt, wie man lernt. Wir können den Effekt, den das Alter auf das Lernen hat, deutlich erkennen. Nutzer über 55 beenden mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit die Übungen mit dem Wiederhol-Manager von Babbel und festigen so das Gelernte. Das trägt wesentlich dazu bei, dass neu Erlerntes hängenbleibt.
Wer die ersten grauen Haare bei sich entdeckt und immer noch überzeugt werden muss, braucht nur einen Blick auf unseren Freund Gianni zu werfen – er ist 100 Jahre alt und lernt immer noch Englisch mit der Begeisterung eines Teenagers. Seine Kenntnisse frischt er auf, um sich besser mit seiner Urenkeltochter und ihrer Nanny unterhalten zu können.
Gianni
Mit über 70 ist man vermutlich nicht mehr so sehr daran interessiert, die eigene Karriere voranzutreiben, doch es gibt eine Menge anderer Dinge, die oft wichtiger werden. Zum Beispiel haben viele Rentner mehr Zeit zur Verfügung, was das Reisen erleichtert. Und nicht zu vergessen: Eine neue Sprache zu lernen ist eine großartige Möglichkeit, die grauen Zellen in Form zu halten. Es wurde bewiesen, dass Sprachenlernen den Beginn des kognitiven Verfalls bedingt durch Alzheimer oder Demenz um bis zu fünf Jahre hinauszögern kann.
Die folgende Grafik verdeutlicht, wie sich die Motivationen, eine Sprache zu lernen, im Laufe des Lebens ändern.

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Kampf der Geschlechter

Können Frauen von Geburt an besser kommunizieren, egal in welcher Sprache? Verstehen Männer die Komplexität einer fremdsprachigen Grammatik besser?
Die Antwort auf diese Klischees enttäuscht vielleicht, denn an dieser Stelle gibt es nicht so viel zu berichten: Es stellt sich heraus, dass Frauen und Männer sich ziemlich ähnlich sind.
Beide sind gleichermaßen selbstbewusst und beide haben sehr ähnliche Gründe fürs Sprachenlernen (Reisen, persönliche Entwicklung und Gehirntraining sind jeweils die drei Hauptgründe). Auch ihre Herangehensweise ist ziemlich ähnlich (aber es muss dazugesagt werden, dass Frauen etwas disziplinierter lernen).
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Natürlich versuchen wir, Menschen zu Analysezwecken in unterschiedliche Kategorien zu unterteilen, aber im wahren Leben ist es nicht immer so einfach. Es ist anzumerken, dass einige der Befragten (0,2 %) ihre geschlechtliche Identität weder als „männlich“ noch als „weiblich“ angegeben haben. Ihre Angaben tauchen daher in dieser Kategorie nicht auf, wurden aber natürlich in den anderen Bereichen berücksichtigt.

Abschließende Gedanken

Nachdem wir nun tief in einige der spannendsten Zahlen unserer Studie eingetaucht sind, folgen hier einige Höhepunkte, für die wir nicht genug Platz hatten. Eine Art „Häufige-Fragen-Bereich“, wenn man so will.

Welche ist die beliebteste Babbel-Sprache?
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Wie sieht es mit der beliebtesten Sprache nach Ländern aus?
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Welche Sprachen lernen Menschen für ihre Karriere?
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Und wie sieht es mit denen aus, die sich für fremde Kulturen interessieren?
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Haben Sprachenlerner in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Motivationen?
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Fühlen sich Nutzer selbstbewusster, wenn sie bestimmte Sprachen lernen?
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Wie kann ich mit Babbel eine Sprache lernen?
Hier kannst du gleich anfangen.

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Samuel Dowd
Samuel Dowd verbrachte seine Studienzeit im Vereinigten Königreich und in Irland. Er machte einen Bachelor in Bildhauerei, einen Master in Philosophie und Zeitbasierte Künste und arbeitet als Künstler, Filmemacher, Gärtner, Autor und Babbel-Editor. Seine Leidenschaft für alles Experimentelle — einschließlich Architektur, Ökolandbau, mehrsprachige Prosagedichte und Musik — hat ihn um die Welt gebracht. Er lebte in Finnland, Neuseeland, Österreich, Kroatien und seit 2013 in Berlin und hat viele kuriose und großartige literarische Werke ins Englische übersetzt. Momentan trainiert er, immer länger die Luft unter Wasser anzuhalten, ohne irgendetwas in irgendeiner Sprache zu denken.
Samuel Dowd verbrachte seine Studienzeit im Vereinigten Königreich und in Irland. Er machte einen Bachelor in Bildhauerei, einen Master in Philosophie und Zeitbasierte Künste und arbeitet als Künstler, Filmemacher, Gärtner, Autor und Babbel-Editor. Seine Leidenschaft für alles Experimentelle — einschließlich Architektur, Ökolandbau, mehrsprachige Prosagedichte und Musik — hat ihn um die Welt gebracht. Er lebte in Finnland, Neuseeland, Österreich, Kroatien und seit 2013 in Berlin und hat viele kuriose und großartige literarische Werke ins Englische übersetzt. Momentan trainiert er, immer länger die Luft unter Wasser anzuhalten, ohne irgendetwas in irgendeiner Sprache zu denken.
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