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Das schönste Wort der Welt

Was macht ein Wort schön? Manchmal ist es der Klang. Manchmal ist es die Bedeutung. Und manchmal ist es dieses Gefühl, dass ein einziges Wort etwas ausdrückt, wofür man sonst einen ganzen Satz bräuchte.

Die Auswahl für das schönste Wort der Welt basiert auf der Auswertung internationaler Diskussionen in Sprachcommunities, Einreichungen von Babbel-Expert:innen und der Bewertung einer internationalen Jury.

Das Ergebnis ist keine objektive Rangliste. Es zeigt, wie unterschiedlich Schönheit klingen, wirken und sich anfühlen kann — je nach Sprache, Kultur und Ohr.

Methodik: Wie wurde das schönste Wort der Welt gewählt?

Das schönste Wort der Welt wurde in mehreren Schritten ausgewählt. Ausgangspunkt war eine internationale Longlist mit mehr als 223 Wörtern aus über 75 Sprachen.

Für diese Longlist wurden Diskussionen aus internationalen Reddit-Threads und TikTok-Sprachcommunities ausgewertet. Dort sprechen Menschen aus vielen Ländern darüber, welche Wörter sie besonders schön, bewegend oder einzigartig finden. Ergänzt wurde diese Sammlung durch Vorschläge von Babbel-Sprach- und Kulturexpert:innen.

Aus der Longlist entstand anschließend ein kuratierter Auswahlprozess. Eine internationale Jury aus Linguist:innen, Autor:innen und Kulturschaffenden bewertete die Wörter unabhängig voneinander.

In der ersten Runde erhielt die Jury eine anonymisierte Auswahl. Jedes Jurymitglied wählte die fünf persönlichen Favoriten und vergab Punkte nach Präferenz. Die Wörter mit den höchsten Gesamtwerten bildeten die offizielle Shortlist.

In der finalen Runde bewerteten die Jurymitglieder die stärksten Wörter erneut. Dabei ging es nicht nur um Klang. Die Jury achtete auch auf Bedeutung, sprachliche Eigenart und kulturelle Resonanz. Jede Stimme wurde außerdem durch eine kurze persönliche Begründung ergänzt.

Am Ende stand ein Wort, das in mehreren Dimensionen überzeugte: durch seinen Klang, seine Bedeutung, seine besondere sprachliche Form und das, was es bei Menschen auslöst.

Shortlist: 15 der schönsten Wörter der Welt

Die Shortlist zeigt, wie vielfältig sprachliche Schönheit sein kann. Manche Wörter wirken sofort über ihren Klang. Andere berühren, weil sie ein Gefühl besonders genau beschreiben. Wieder andere erzählen etwas über eine Kultur, eine Haltung oder einen Moment unserer Zeit.

Wort

Sprache

Bedeutung

Mamihlapinatapai

Yaghan

Ein bedeutungsvoller Blick zwischen zwei Menschen, die beide etwas beginnen möchten, aber zögern. 

Hiraeth

Walisisch

Tiefe, bittersüße Sehnsucht nach einer verlorenen oder nie wirklich gekannten Heimat oder Zeit. 

Zephyr

Griechisch

Eine sanfte, leichte und erfrischende Brise.

Aura

Griechisch

Die besondere Ausstrahlung, Energie oder Atmosphäre, die eine Person umgibt. 

Ikigai

Japanisch

Der Sinn oder Zweck im Leben, der einem Motivation gibt, jeden Morgen aufzustehen. 

Kaitiakitanga

Māori

Die spirituelle Verantwortung, die Natur für zukünftige Generationen zu schützen und zu bewahren. 

Kintsugi

Japanisch

Die Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu reparieren und die Bruchstellen sichtbar wertzuschätzen.

Luftmensch

Jiddisch

Ein Idealist oder Tagträumer, der mehr von Ideen und Träumen als von praktischen Dingen lebt. 

Naz

Urdu

Das selbstbewusste Gefühl und der Stolz, der daraus entsteht, bedingungslos geliebt zu werden.

Saudade

Portugiesisch

Tiefe Sehnsucht nach etwas oder jemandem, der fehlt – zugleich schmerzlich und schön. 

Poronkusema

Finnisch

Traditionelles Distanzmaß: die Strecke, die ein Rentier zurücklegen kann, bevor es urinieren muss. 

Ojalá

Spanisch

Ausdruck der Hoffnung oder des Wunsches, dass etwas Bestimmtes eintreten möge. 

Ubuntu

Zulu

Philosophie der gemeinsamen Menschlichkeit: „Ich bin, weil wir sind.“

Iriy

Ukrainisch

Ein mythischer, warmer Ort, an den laut Legende Seelen und Vögel im Winter ziehen. 

Yakamoz

Türkisch

Das silberne Schimmern von Mondlicht auf der Wasseroberfläche.

Gewinner: Das schönste Wort der Welt

Das schönste Wort der Welt ist Kaitiakitanga

Der Begriff stammt aus dem Māori, der indigenen Sprache Neuseelands, und beschreibt die spirituelle Verantwortung, die Natur für zukünftige Generationen zu schützen und zu bewahren. Es setzte sich in der finalen Jurybewertung durch, weil es mehrere Formen von sprachlicher Schönheit verbindet: einen unverwechselbaren Klang, eine tiefgreifende Bedeutung und ein Konzept, für das es in vielen anderen Sprachen keine direkte Entsprechung gibt. Zugleich greift es ein Thema auf, das heute aktueller ist denn je: den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt für kommende Generationen.

Ein Jurymitglied beschreibt die Wirkung so:

„Während Menschen auf der ganzen Welt die Folgen des Klimawandels erleben, erinnert uns das klangvoll markante Wort Kaitiakitanga an unsere Verantwortung, für die Umwelt und füreinander Sorge zu tragen. Die Lautwiederholungen in Kaitiakitanga besitzen für mich etwas Kreisförmiges und erinnern damit an unseren Planeten, seine natürlichen Kreisläufe und unseren Platz darin.” – Esteban Touma Portilla, Sprachlehrer und Content Lead Spanisch bei Babbel


Was macht ein Wort schön?

Ein schönes Wort muss nicht in jeder Sprache gleich wirken. Manche Wörter faszinieren sofort, weil sie z. B. weich oder rhythmisch klingen. Andere werden schön, sobald man ihre Bedeutung kennt.

Für die Auswahl des schönsten Wortes der Welt wurden vier Kriterien besonders berücksichtigt.

1. Klang

Manche Wörter wirken schön, bevor man sie versteht. Ihr Rhythmus, ihre Laute oder ihre Betonung machen sie angenehm auszusprechen.

Klang kann weich, fließend, hell, rund oder überraschend sein. Ein Wort kann auf der Zunge liegen, leicht nachhallen oder durch seine Lautfolge besonders einprägsam werden.

Beispielfrage an die Jury:
Wie schön fühlt sich dieses Wort an, wenn man es laut ausspricht?

2. Bedeutung

Ein Wort kann schön sein, weil es ein Gefühl besonders genau trifft. Manche Wörter beschreiben eine menschliche Erfahrung, für die andere Sprachen mehrere Wörter brauchen.

Dabei geht es nicht nur um Poesie. Auch sehr einfache Wörter können schön sein, wenn sie Nähe, Erinnerung, Hoffnung oder Trost ausdrücken.

Beispielfrage an die Jury:
Welche menschliche Erfahrung fängt dieses Wort besonders präzise ein?

3. Seltenheit und Eigenart

Ein Wort kann schön sein, weil es einen besonderen Blick auf die Welt zeigt. Manche Wörter lassen sich nur schwer übersetzen, weil sie in einer bestimmten Kultur, Geschichte oder Lebensweise verwurzelt sind.

Solche Wörter machen sichtbar, dass Sprachen nicht nur Dinge benennen. Sie ordnen Erfahrungen. Sie zeigen, was eine Sprachgemeinschaft wahrnimmt, unterscheidet und bewahrt.

Beispielfrage an die Jury:
Zeigt dieses Wort eine besondere sprachliche oder kulturelle Perspektive?

4. Kulturelle Resonanz

Manche Wörter wirken besonders stark, weil sie in unsere Zeit passen. Sie berühren Themen, über die viele Menschen gerade nachdenken, etwa Zugehörigkeit, Verbundenheit, Zuhause, Veränderung oder Sehnsucht.

Ein Wort kann deshalb schön sein, weil es nicht nur eine private Empfindung beschreibt. Es kann auch ausdrücken, was viele Menschen gemeinsam spüren.

Beispielfrage an die Jury:
Warum spricht dieses Wort Menschen heute besonders an?

Wer hat das schönste Wort gewählt?

Eine internationale Jury mit sprachwissenschaftlichen, literarischen und kulturellen Perspektiven bewertete die Wörter. Das Ergebnis: eine kuratierte, mehrsprachige Auswahl – fundiert und offen für unterschiedliche Formen von Schönheit.

Melanelle Beryl Hémêfa

Autorin, Dichterin, Speakerin und Beraterin

Melanelle Beryl Hémêfa ist Autorin, Dichterin, Speakerin und Beraterin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen ihre Liebe zum gesprochenen und geschriebenen Wort sowie ihre Fähigkeit, Räume für Begegnung, Reflexion und Transformation zu schaffen. Ausgehend von künstlerischen, akademischen und intersektionalen Perspektiven konzentriert sie sich auf achtsame Kommunikation, Empowerment, emotionale Kompetenz, Fürsorge, psychische Gesundheit sowie das Leben und die Kreativität der afrikanischen Diaspora. Ergänzt wird ihre Arbeit durch theoretische und praktische Erfahrung im Bereich Diversity, Equity und Inclusion (DEI). Seit 2020 bringt Melanelle Beryl Hémêfa ihre Kreativität und ihr Fachwissen in zahlreiche Projekte und Organisationen sowie auf Bühnen ein. Sie spricht Ewe, Französisch, Deutsch und Englisch.

Ronya Othmann

Autorin und Dichterin

Ronya Othmann ist Autorin, Dichterin und Journalistin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Erinnerung, Vertreibung und die Politik der Gewalt. In ihren Essays, Gedichten und Prosatexten rückt sie immer wieder kurdische und jesidische Perspektiven in den Fokus und untersucht, wie Krieg, Flucht und Diaspora das Leben einzelner Menschen und die kollektive Geschichte prägen. Zuletzt erschienen im Rowohlt-Verlag ihr Reportageband „Rückkehr nach Syrien. Reise in ein ungewisses Land“ und ihr Roman „Vierundsiebzig“. Darüber hinaus veröffentlicht sie Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. An der Schnittstelle von Literatur und Journalismus verknüpft sie persönliche Erzählungen mit übergeordneten politischen Kontexten und dem öffentlichen Diskurs. Mit ihrer Erfahrung in Kulturarbeit und öffentlicher Kommunikation bringt Ronya Othmann eine scharfsinnige, transnationale Perspektive auf Sprache, Repräsentation und Macht in die Jury ein.

Damian Blasi

Forschungsprofessor

Damian Blasi ist ICREA-Forschungsprofessor am Center for Brain & Cognition der Universität Pompeu Fabra in Barcelona. Er erforscht, wie sich die rund 7.500 Sprachen der Welt in den vergangenen 12.000 Jahren entwickelt haben und wie sie sich im Zeitalter der Mensch-Maschine-Interaktion verändern. Dabei stützt er sich auf Methoden aus den Bereichen Datenwissenschaft, Humanbiologie, Kognitionswissenschaft, vergleichende Sprachwissenschaft, evolutionäre Anthropologie, computergestützte Sozialwissenschaft, natürliche Sprachverarbeitung (NLP) und kulturelle Evolution – oft auf Grundlage kleiner, lückenhafter und verrauschter Datensätze. Als Schmidt Sciences Polymath, National Geographic Explorer und Branco Weiss Fellow berät Damian Blasi zudem die UNESCO in Fragen der sprachlichen Vielfalt. Er wurde mit dem Rising Star Award der Human Behavior and Evolution Society und der Association for Psychological Science ausgezeichnet und erhielt den Glushko-Preis für Kognitionswissenschaft.

Maren Pauli

Linguistin und Sprachlernexpertin

Maren Pauli prägt seit 2011 das Sprachenlernen bei Babbel, unter anderem in der Rolle als Director of B2B Didactics. Mit ihrem Hintergrund in Linguistik und ihrer Berufserfahrung als Lehrerin und Journalistin in Deutschland und Japan verbindet sie akademisches Fachwissen mit praktischer Unterrichtserfahrung. Eine von Maren Paulis Errungenschaften bei Babbel ist die didaktische Ausrichtung der Lernlösungen für Unternehmen um sicherzustellen, dass die Kurse pädagogisch fundiert, ansprechend und auf vielfältige berufliche Kontexte zugeschnitten sind. Sie arbeitet eng mit Produkt-, Content- und Forschungsteams zusammen, um Erkenntnisse der Lernforschung in effektive digitale Lernerfahrungen zu übersetzen. Als bekennender Sprachnerd kann sich Maren Pauli in acht Sprachen verständigen und setzt sich leidenschaftlich dafür ein, Lernenden auf der ganzen Welt hochwertige Sprachbildung zugänglich zu machen.

Sophie Vignoles

Head of Learning Content

Sophie Vignoles ist Head of Learning Content bei Babbel und gestaltet seit 2017 die Bildungsstrategie des Unternehmens. Sie studierte Linguistik, Didaktik und Literatur in Frankreich und Irland und bringt sowohl eine fundierte akademische Ausbildung als auch eine interkulturelle Perspektive in den Sprachunterricht ein. Sophie leitet die Teams, die für die Kursinhalte und zentralen Lernfunktionen von Babbel verantwortlich sind. Dabei arbeitet sie eng mit den Bereichen Data, Product Management, Design und UX zusammen, um didaktische Konzepte optimal auf die Bedürfnisse der Lernenden abzustimmen. Sie spricht sieben Sprachen, darunter Englisch, Italienisch, Deutsch und Deutsche Gebärdensprache, und interessiert sich besonders dafür, wie Sprache Kultur widerspiegelt und prägt. Ihre Arbeit stellt sicher, dass die Kurse von Babbel inklusiv, motivierend und für Lernende mit den unterschiedlichsten Zielen relevant sind.

Esteban Touma Portilla

Content Lead Spanisch

Esteban Touma ist Sprachlehrer und Content-Producer bei Babbel und entwickelt ansprechende Lernerfahrungen für Sprachlernende. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung als Spanisch- und Literaturdozent stützt sich seine Arbeit auf Forschung zu den kulturellen Beziehungen zwischen Spanien und Lateinamerika. Dadurch bringt er eine differenzierte Perspektive auf Sprache und Kultur in seine Arbeit ein. Über den Bildungsbereich hinaus wurden seine Texte und Stand-up-Auftritte bereits bei Comedy Central, NPR, Sirius XM und The Moth präsentiert. Als Experte für Sprache und Kultur kam er in der New York Times, im Guardian, bei der BBC, in Newsweek und vielen anderen Publikationen zu Wort. Bei Babbel verbindet er pädagogisches Fachwissen, kulturelle Einblicke und darstellerische Fähigkeiten, um das Sprachenlernen lebendig, einprägsam und zugänglich zu gestalten.

Warum schöne Wörter mehr erzählen als ihre Übersetzung

Wer ein Wort übersetzt, überträgt seine Bedeutung. Aber nicht immer seine Wirkung.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf Wörter aus vielen Sprachen. Manche klingen schön, bevor man ihre Bedeutung kennt. Andere entfalten sich erst, wenn man versteht, aus welcher Kultur sie kommen oder welches Gefühl sie beschreiben.

Die Suche nach demas schönsten Wort der Welt ist deshalb so viel mehr oder gar etwas ganz anderes als ein Wettbewerb:einzelnes Ergebnis. SieEs ist eine Einladung, genauer hinzuhören: auf Klang, Bedeutung und die vielen Arten, wie Menschen ihre Welt in Sprache fassen.